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19. April 2018

SCHÄTZE AUS DEM BASELBIETER MEER

Die Naturforschende Gesellschaft Baselland (NGBL) sichert die einzigartige Fossiliensammlung von Patrick Gasser und überreicht die 233 Fossilien morgen Freitag als Schenkung den Sammlungen Archäologie und Museum Baselland. Anlässlich der Übergabe der Schenkung wird die Fossiliensammlung vom Sammler persönlich vorgestellt und ein Wochenende lang im Foyer des Museum.BL in Liestal gezeigt.

Bild: Ammonit der Gattung Lytoceras mit einem Durchmesser von 43 cm, mit seltener Schalenerhaltung und Spuren von Röhrenwürmern – Foto: © Patrick Gasser

Die Fossiliensammlung von Patrick Gasser bietet einen einmaligen Einblick in die vergangene Meereswelt des Jurazeitalters, als das heutige Baselbiet ein flaches, warmes Meer war. Die 233 Fossilien stammen aus der Nähe von Sissach; viele von ihnen sind absolut einmalige Funde.

Dieses regionale Naturerbe drohte im privaten Handel zu verschwinden. Der Naturforschenden Gesellschaft Baselland (NGBL) ist es gelungen, die Fossiliensammlung zu erwerben und sie so für zukünftige Generationen zu bewahren. Die NGBL überreicht die Fossilien als Schenkung den Sammlungen Archäologie und Museum Baselland.

Als das Baselbiet ein Meer war

Im Zeitalter des Jura war das heutige Baselbiet ein Meer, in dem die Vorfahren von Kraken, Kalmaren & Co. in grosser Vielfalt herumschwammen. Im Gegensatz zu den meisten Kopffüssern von heute trugen Ammoniten und Nautiloiden ein Gehäuse, das an Schneckenhäuser erinnert. Andere besassen ein Innenskelett, das als Belemnit oder Donnerkeil bekannt ist.

Die Fossilien dieser Meerestiere sind heute im Kalkgestein des Jura zu finden, wo der versteinerte Meeresboden zu Tage tritt. Das Juragebirge gab aufgrund seines Fossilienreichtums dem erdgeschichtlichen Zeitalter des Jura seinen Namen.

Die Fossiliensammlung Patrick Gasser

Seit über 50 Jahren beschäftigt sich Patrick Gasser aus Arlesheim intensiv mit den Fossilien der Region. Allein 20 Jahre davon widmete er sich zusammen mit seinem Vater der geologisch bedeutenden Humphriesi-Schicht des Mittleren Bajociens, einer erdgeschichtlichen Epoche in der Doggerzeit des Jura vor ca. 170 Millionen Jahren.

Die Sammlung Gasser umfasst zahlreiche ausserordentlich gut erhaltene Ammoniten, einen riesigen Nautilus, einen grossen Belemniten, Muscheln, Seeigel, Schnecken und sogar einen bisher noch unbeschriebenen Fisch.

Viele der 233 Fossilien aus der Sammlung sind einzigartige Funde. Sie wurden mit viel Fachwissen vom Finder selbst präpariert. Bissspuren und Kalkröhren von Würmern wurden erhalten und erzählen die Lebensgeschichte der Tiere, die einst im Jurameer schwammen. Es handelt sich um eine der grössten und vollständigsten bekannten Sammlungen aus der Humphriesi-Schicht. Sie ist deshalb von grossem wissenschaftlichem Wert und soll als Ganzes erhalten bleiben und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Regionales Naturerbe gesichert

Der Naturforschenden Gesellschaft Baselland (NGBL) ist es gelungen, diese bedeutende Fossiliensammlung zu erwerben und so für künftige Generationen zu bewahren. Ermöglicht wurde dies dank der Finanzierung durch den Swisslos-Fonds Basel-Landschaft.

Die NGBL überreicht die Fossilien als Schenkung den Sammlungen Archäologie und Museum Baselland. Diese für die Region bedeutenden Stücke werden dort nicht nur fachgerecht betreut, sondern stehen künftig für Ausstellungen, Schulen, Forschung und Interessierte zur Verfügung. «Die NGBL leistet damit einen bedeutenden Beitrag zur Erhaltung und Vermittlung des Naturerbes des Kantons Basel-Landschaft», schreibt das Museum.BL.

Anlässlich der Übergabe der Schenkung wird die Fossiliensammlung vom Sammler persönlich vorgestellt und ein Wochenende lang vollumfänglich im Foyer des Museum.BL gezeigt. Patrick Gasser wird vor Ort sein und Fragen zu seiner Sammlung beantworten.

cp

Programm

Freitag, 20. April 2018

18.00 Uhr: Übergabe der Sammlung Gasser an Archäologie und Museum Baselland durch die Naturforschende Gesellschaft Baselland

18.20 Uhr: «Vom ersten Fund zur Lebenspassion – Fossilien suchen im Schweizer Jura» Referat von Patrick Gasser

Anschliessend Apéro

Samstag, 21. April 2018

10.00-17.00 Uhr: Ausstellung

14:00-14:40 Uhr: «Jurassic World & Leben im Jurameer», Vortrag von Paläontologe Dr. Walter Etter, Naturhistorisches Museum Basel

14:00-16:00 Uhr: Familienprogramm, Ammoniten abgiessen

Sonntag, 22. April 2018

10.00-17.00 Uhr: Ausstellung

14:00-14:30 Uhr: «Ammonit und Octopus – die Evolution der Kopffüsser», Vortrag von Biologin Dr. Ila Geigenfeind

Ganzes Wochenende freier Museumseintritt

—

Kontakt:

https://www.museum.bl.ch/veranstaltungen/veranstaltung.php?vid=65

 

 

 

 

 

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 19. April 2018
  • Museum, Ausstellung, Galerie

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