Die Merian-Gärten – Stammland und zugleich das grösste operative Engagement der Basler Christoph Merian Stiftung (CMS) – haben den erneuerten Arzneipflanzen-Garten wiedereröffnet. Damit rückt das einzigartige Nutzpflanzen-Sortiment in Unter Brüglingen in den Fokus. Zuvor hatte die Stiftung bis 2023 Vorder Brüglingen weiterentwickelt. Dort lag der Schwerpunkt auf der Neugestaltung der Zierpflanzen-Sammlungen und der Staudenbeete sowie dem Umbau der Neuen Scheune.

Bild: Schlafmohn – Foto: © CMS / Kathrin Schulthess
Ort und Geschichte
Im Arzneipflanzengarten veranschaulichen rund 250 Pflanzenarten die vielfältige Nutzung und Erforschung von Heilpflanzen. Die Anlage ist Teil des Nutzpflanzensortiments der Merian-Gärten, zu dem seit 2012 auch die schweizweit grösste Präsentation von ProSpecieRara-Gemüse, -Beeren und -Obst gehört. Der Arzneipflanzengarten wurde 1980 vom Schweizerischen Drogisten-Verband im Rahmen der Ausstellung für Garten- und Landschaftsbau «Grün 80» angelegt. Da sich seither die Grundlagen der Phytopharmazie durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse weiterentwickelt haben, wurde er nun überarbeitet.
Faszination Arzneipflanzen
Heilpflanzen werden seit Jahrhunderten als Hausmittel genutzt und sind Bestandteil moderner Medizin. Zugleich stehen sie für die Vorstellung einer verborgenen Heilkraft. Der Arzneipflanzengarten greift diese unterschiedlichen Zugänge auf. Kultur- und Naturinteressierte erfahren, wie aus Pflanzen Medikamente entstehen und können Blüten und Blätter aus der Nähe betrachten und den Garten als wohltuenden Ort erleben.

Bild: Merian-Arzneipflanzengarten — Foto: © CMS / Kathrin Schulthess
Von Klostergärten bis zur Krebsforschung
Die Ausstellungstexte spannen einen Bogen von Hausmitteln bis zur aktuellen Wirkstoffforschung und ordnen die Heilpflanzen in historische und wissenschaftliche Kontexte ein. So steht der Schlafmohn für einen Wendepunkt der Medizingeschichte: Aus seinem Milchsaft wurde Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals Morphin isoliert – ein exakt dosierbarer Wirkstoff.
Echinacea erlebte während der Corona-Pandemie einen Boom. Das Heilwissen zu traditionellen Heilmitteln wie Salbei und Kamille stammt aus Klostergärten. Auch moderne Anwendungen greifen auf Pflanzenextrakte zurück – etwa in der Chemotherapie mit Wirkstoffen aus dem Madagaskar-Immergrün.
Standortgerecht ausgewählt
Aus Hunderten im pharmazeutischen Referenzwerk aufgeführten Heilpflanzenarten wurden jene ausgewählt, die im sonnigen Arzneipflanzengarten gut gedeihen. Neben bekannten Pflanzen wie Minze, Rosmarin und Lavendel sind im Garten auch besondere Arten zu entdecken – etwa die Teepflanze (Camellia sinensis) oder die Wildform der Johannisbeere (Ribes nigrum).
Die Merian Gärten sind täglich von 8 Uhr bis Sonnenuntergang geöffnet. Der Eintritt ist frei.
mg
Kontakt:
https://meriangärten.ch/portrait/news

Bild: Roter Fingerhut – Foto: © CMS / Kathrin Schulthess
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Kommentare von Daniel Leutenegger