«CLAUDE BÜHLER. HOW GOES TOMORROW»
Ausstellung Shedhalle Eisenwerk, Frauenfeld, vom 4. Juni bis am 4. Juli 2026 – Vernissage am Donnerstag, 4. Juni 2026, 18.30 Uhr – Research Lab im «Shed»: 29. bis 31. Mai 2026
Ausstellung Shedhalle Eisenwerk, Frauenfeld, vom 4. Juni bis am 4. Juli 2026 – Vernissage am Donnerstag, 4. Juni 2026, 18.30 Uhr – Research Lab im «Shed»: 29. bis 31. Mai 2026
Carlo Petrini (Bild), der am 22. Juni 1949 in Bra (Piemont) geborene italienische Publizist, Soziologe, Aktivist und Gründer der internationalen Slow-Food-Bewegung, ist am 21. Mai 2026 ebenda gestorben. Seit 1977 schrieb er in italienischen Zeitschriften über Essen und Trinken; er war an der Gründung der Zeitschrift «Gambero Rosso» beteiligt, die zunächst eine Monatsbeilage der Tageszeitung «Il Manifesto» war. Petrini gründete in den 1980er-Jahren die Gesellschaft der Freunde des Barolo. Der Auslöser zur Gründung von Slow Food war die Eröffnung einer McDonald’s-Filiale 1986 auf der von antiken und barocken Gebäuden umgebenen Piazza Navona in Rom. Als Protest dagegen organisierte Petrini ein öffentliches Spaghetti-Essen an der Spanischen Treppe. Am 9. Dezember 1989 folgte in Paris die Gründung der internationalen Bewegung Slow Food nach. In Turin rief er mit Slow Food den Salone del Gusto ins Leben und in Pollenzo die Università di Scienze Gastronomiche. Petrini war Mitherausgeber des Weltweinführers und des Weinführers «Vini d’Italia». Mit dem Restaurantführer «Osterie d’Italia» löste er eine Rückbesinnung auf die gastronomischen Traditionen Italiens aus. Er war Autor der linksliberalen Tageszeitung «La Repubblica». 2004 fand auf seine Initiative in Turin eine Konferenz des Bauernnetzwerks Terra Madre statt, das erste Welttreffen von fast 5’000 Bauern. (*)
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) zeichnet die Lorzenebene im Kanton Zug als «Landschaft des Jahres 2026» aus. Preisträgerinnen sind die Korporation Zug (stellvertretend für Landeigentümer:innen), der Kanton Zug, die Stadt Zug sowie die Gemeinden Baar, Cham und Steinhausen. Damit würdigt die SL-FP die «vorausschauende Raum- und Landschaftsplanung, dank der die Lorzenebene nicht überbaut, sondern mitten in der boomenden Stadtlandschaft als grüne Lunge erhalten wurde». «Durch kluges Verhandeln von Flächen, Interessen und Nutzung wurde der Wert der Lorzenebene vervielfacht. Heute ist mehr Raum für alle da – für Landwirtschaft, Bevölkerung und Natur», schreibt die Stiftung.
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten drei Wochen aus Schweizer Perspektive
Die Schweiz hat diese Woche bei der UNESCO die multinationale Kandidatur «Alpines Esskulturerbe. Gemeinschaftlich getragene Bewahrungsprogramme» zur Aufnahme in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes eingereicht. Diese Kandidatur, die auf einem wiedererwachten Interesse an nachhaltiger Ernährung fusst, wird von Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz gemeinsam eingereicht und von der Schweiz koordiniert.
Im Jahr 2022 trat Ute Haferburg (Bild) ihre Stelle als Geschäftsleitende Intendantin des Theater Casinos Zug an. «Sie bleibt bis zum Ende der nächsten Saison Intendantin (…) Doch per Sommer 2027 verlässt sie den Betrieb», schreibt am Donnerstagabend das Online-Portal «zentralplus.ch». Auf der Webseite des Theater Casinos Zug ist die Stelle «Geschäftsführende Intendanz (w/m/d) ab Saison 2027/28 mit Vorvertrag per 01.09.2026 (oder nach Vereinbarung)» ausgeschrieben.
Im Laufe des Jahres 2025 haben Restauratoren im Auftrag des Vereins Trun Cultura ein wichtiges Wandgemälde von Alois Carigiet aus dem Jahr 1941 in St.Margrethen gerettet: In der Weinstube eines Abbruchobjekts stellt es den Weinberg Berneck mit dem ehemaligen Schloss Rosenberg dar. Der Dank von Trun Cultura geht an die kantonalen Denkmalpflegeämter Graubünden und St.Gallen sowie an weitere Fördernde und Stiftungen. Das Bild wird am 7. Februar 2026 im Haus des Weins in Berneck der Öffentlichkeit vorgestellt.
Der am 17. November 1938 geborene Werbefachmann, Restaurant- und Barbesitzer, Autor und Maler Fritz Kobi (Bild) aus Flamatt ist im Dezember 2025 gestorben. Er absolvierte nach den obligaten Schulen am kantonalen Technikum in Biel die Ausbildung für Verkehr und Verwaltung und war nach drei Jahren praktischer Weiterbildung 1968 Mitgründer der weitherum renommierten Werbeagentur Contexta in Bern; später folgten mehrere andere erfolgreiche Unternehmen. Er arbeitete bei Contexta und dem Berner Restaurant Lorenzini sowie der Bar Quick mit dem andern grossen Werbe-Pionier Alex Milani zusammen, der am 12. November dieses Jahres gestorben ist. Kobi schrieb eine ganze Anzahl Bücher (Kriminalromane, Science-Fiction und Satirisches) und malte auch mit Erfolg farbenstarke Bilder.
Der am 11. Juli 1934 in Basel geborene Werbeleiter, Restaurant- und Bar-Mitbesitzer, Weinhändler, Jazzbassist, Konzert- und Festivalveranstalter und zuletzt bildende Künstler Alex Milani (Bild) ist am 12. November 2025 in seiner Basler Wohnung gestorben, wie jetzt bekannt wird. Er lebte ab 1973 lange Zeit in Borgo a Buggiano Castello in der Toskana. Die von ihm 1968 mitbegründete Werbeagentur Contexta befand sich über viele Jahre in der Berner Matte. 1985 begann Lorenzini-Mitinhaber Alex Milani mit dem Weinhandel der «Enoteca Castello di Buggiano». Er führte die Firma 15 Jahre lang.
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Im Jahr 2024 gingen die Besuche in Kultureinrichtungen und die Freizeitaktivitäten ausserhalb der eigenen vier Wände im Vergleich zu 2019 zurück. Die grosse Ausnahme waren Festivals. Nahezu 80% der Bevölkerung würden gerne mehr Kulturbesuche unternehmen, sehen sich jedoch vor allem durch Zeit- und Geldmangel eingeschränkt. Individuellere Freizeitbeschäftigungen sind im Aufschwung: Digitale Tätigkeiten sowie kreative Hobbys im Amateurbereich haben stark zugenommen, insbesondere bei den 15- bis 29-Jährigen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) zeichnet erstmals ein Bild des postpandemischen Kultur- und Freizeitverhaltens in der Schweiz. Es stellt einen «Rückzug ins Private nach der Pandemie» fest.
Radio SRF 3, heute Montagabend 20.03 Uhr / Podcast
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Die Hermann-und-Elisabeth-Walder-Bachmann-Stiftung würdigt die Stiftung Galegge für ihr langjähriges Engagement für Natur, Landwirtschaft und Biodiversität in Suhr (AG). Der mit CHF 50’000 Franken dotierte Walder-Preis zeichnet Personen oder Organisationen aus, die sich in der Nordwestschweiz in besonderer Weise für den Naturschutz engagieren. Im Fokus stehen Wald und Offenland sowie die Lebensräume von Tieren und Pflanzen.
Das Regionalmuseum Chüechlihus in Langnau im Emmental öffnet am 7. September 2025 nach einer Umgestaltung wieder seine Türen. Die Besucher:innen erwartet nicht nur eine überarbeitete Dauerausstellung, sondern auch ein neuer Eingangsbereich sowie zwei innovative Introräume, die einen zeitgemässen Zugang zur Region ermöglichen.
Ausstellung im Völkerkundemuseum der Universität Zürich, ab 29. August 2025 – Eröffnung am Donnerstag, 28. August 2025, 18 Uhr
Die Berner Bürgi-Willert-Stiftung vergibt den mit 60’000 Fraken dotierten diesjährigen Bürgi-Willert-Preis zu gleichen Teilen an die Tanzpädagogin und Choreographin Susanne Schneider sowie an den Verein Sleeper (Notschlafstelle und Gassenküche). Mit dem Bürgi-Willert-Preis werden jährlich Privatpersonen und Institutionen für ihre Verdienste im kulturellen oder sozialen Bereich in der Stadt Bern ausgezeichnet. Die Bürgi-Willert-Stiftung wurde 1976 durch den Berner Architekten Werner Edgar Bürgi gegründet.
In der Fundaziun Nairs gibt es einen Wechsel in der Leitung: Der bisherige künstlerische Direktor, Clifford E. Bruckmann, hat seine Tätigkeit bei der Fundaziun Nairs Ende Juli 2025 beendet. Er hat in den letzten zwei Jahren nach der Pensionierung des langjährigen künstlerischen Direktors, Christof Roesch, «den Generationenwechsel in der Fundaziun Nairs eingeleitet und viele wertvolle neue künstlerische Impulse gegeben», wie der Stiftungsrat der Fundaziun Nairs schreibt. Ab dem 1. September 2025 wird die Kuratorin und Kulturmanagerin Josiane Imhasly (Bild) neue künstlerische Direktorin der Stiftung.
Die Kantonsbibliothek Vadiana St.Gallen präsentiert unter dem Titel «Fenster zur Vadiana» regelmässig kleine Ausstellungen mit Dokumenten aus ihren Spezialbeständen. Anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Sangallensien-Sammlung gewährt sie mit der Wanderausstellung «Küchen und Kochen» in Wil, Rapperswil, Rorschach und Steinach Einblicke in das kulinarische Erbe des Kantons.
Ausstellung bei Bernhard Luginbühl – Altes Schlachthaus Burgdorf, bis am 14. Dezember 2025, jeden Samstag und Sonntag, 11 bis 17 Uhr
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten dreiunddreissig Tage aus Schweizer Perspektive
An der Generalversammlung des Casinotheaters Winterthur vom 15. Juni 2025 wird Viktor Giacobbo, Gründer und langjähriger Verwaltungsratspräsident der Casino Theater AG Winterthur, nach über 20 Jahren an der Spitze die Verantwortung weitergeben, wie das Haus mitteilt. Gleichzeitig tritt auch Patrick Frey zurück, der die Insitution über viele Jahre im Verwaltungsrat der Casino Immobilien AG, aber auch als Künstler mitgeprägt hat.
Ausstellung im Kambly Erlebnis in Trubschachen (BE), bis am 22. Juni 2025
Ausstellung im Aargauer Kunsthaus, Aarau, vom 24. Mai bis am 24. August 2025 – Vernissage am 23. Mai 2025, 18 bis 22 Uhr
Der Schweizer Heimatschutz zeichnet die Stadt Basel für die kontinuierliche Weiterentwicklung des Kannenfeldparks mit dem Schulthess Gartenpreis 2025 aus. Die Preisverleihung findet am Nachmittag des 28. Juni 2025 in Basel statt.
Ergänzt, überarbeitet und vervollständigt: Die Enzyklopädie der Schweizer Kulinarik-Landschaft beherbergt unter dem Titel «Das kulinarische Erbe der Schweiz» einen unermesslichen Schatz an Tradition und Innovation, der vom Bergell bis in den Jura und vom Genfersee bis ins Appenzellerland reicht. Das Gesamtwerk ist seit 2016 um 18 Produkte gewachsen und umfasst alle bisherigen fünf Bände, die teils bereits vergriffen sind.
Der Anlass für die Ausstellung ist das 100-Jahr-Jubiläum der legendären Schmuggelfahrt über den Bodensee, bei der Winzer Setzlinge der Sorte «Müller-Thurgau» vom Arenenberg nach Hagnau ( D ) brachten. Der Wein am Bodensee hat aber eine lange Geschichte, die bis in die Eisenzeit ( ab 800 vor Christus ) zurückreicht. Schon damals wurde nördlich der Alpen Wein getrunken. (Bis am 11. Mai 2025)
ICOMOS und seine PartnerInnen haben die Preise «Historisches Hotel/Restaurant des Jahres 2025» vergeben: Das Hotel Restaurant «Kreuz» in Herzogenbuchsee (BE) existiert bereits seit 1787 und erhält nun für seine Ursprünglichkeit die Auszeichnung «Historisches Hotel des Jahres 2025». Zum «Historischen Restaurant des Jahres 2025» gekürt wird das Restaurant «Baratella» in St.Gallen (SG). – ICOMOS ist der internationale Rat für Denkmäler und historische Stätten. Sein Sitz ist in Paris. Er wurde 1965 als Unterorganisation der UNESCO gegründet. Die Gründung der nationalen Landesgruppe ICOMOS Suisse erfolgte 1966 in Chur. Als Vereinigung von am Denkmal tätigen Fachleuten in den Bereichen Architektur, Archäologie und Bauforschung, Denkmalpflege, Konservierung und Restaurierung setzt sich ICOMOS für die Bewahrung dieses Kulturerbes ein.
Klaus Littmans «Arena für einen Baum» hat ihren definitiven Standort gefunden. Nach Basel, Zürich und Venedig wurde die Installation Teil des Baummuseums von Enzo Enea in Rapperswil-Jona. Die Kulturstiftung Basel H. Geiger (KBH.G) konnte die «Arena» diesen Herbst als Schenkung übergeben. Damit hat das Baummuseum eine weitere Attraktion und das Projekt von Klaus Littmann einen passenden Abschluss gefunden.
Der am 20. Juli 1955 in Zürich geborene Gärtner, «Blumenrebell», Wirt, Koch und Kochbuchautor Maurice Maggi (Bild) ist am 27. September 2024 nach langer Krankheit ebenda gestorben, wie Freundinnen und Bekannte u.a. auf Facebook betrauern. Maggi erlangte auch über die Schweiz hinaus Bekanntheit durch seine «Blumengraffiti»: Als «Guerillagärtner» verstreute er jahrelang unerkannt in der ganzen Stadt Samen, um dem grauen Stadtbild neues Leben einzuhauchen. Besonders fielen zunächst seine friedlichen stillen «Attacken» mit Malven z.B. unter Stadtbäumen und in den letzten nicht versiegelten Flächen auf. Später konnte Maurice Maggi Erfolge u.a. mit seinen eigenständigen Kochbüchern («Essbare Stadt», «Einfache Vielfalt», «Misch & Masch»), mit Vorträgen und Seminaren feiern.
Der Schweizer Heimatschutz zeichnet die Stadt Bern für die Sanierung der Englischen Anlagen mit dem Schulthess Gartenpreis 2024 aus. «Gesellschaftsgeschichtlich ist die Anlage von hoher Bedeutung, weshalb der stark vernachlässigte Freiraum am Hang durch Gartendenkmalpflege und Landschaftsarchitektinnen mit viel Sorgfalt und im Sinn der Entstehungszeit aufgewertet und der Gesellschaft zurückgegeben wurde. Die Inwertsetzung des historischen Freiraums steht beispielhaft für die Bemühungen der Stadt, die Grünräume an der Aareschlaufe nach und nach als innerstädtische Naherholungsräume weiterzuentwickeln», schreibt der Schweizer Heimatschutz in seiner Medienmitteilung.
Die Basler Christoph Merian Stiftung (CMS) betreibt mit den Merian Gärten einen grosszügigen botanischen Garten. Nach der Neugestaltung der Gartenanlagen und dem Umbau der Neuen Scheune ist nun auch die Villa Merian sorgfältig saniert und restauriert worden. Der ehemalige Sommersitz von Christoph und Margaretha Merian-Burckhardt kann ab Anfang Mai 2024 für Seminare und private Feiern genutzt werden und er dient tageweise als Café für BesucherInnen der Gärten.
Der «Magazin»-Autor Christian Seiler (Bild) gewinnt den Deutschen Kochbuchpreis. In der Begründung der Hamburger Jury wurden insbesondere Humor, Poesie und der positive Blick des Autors auf die Dinge hervorgehoben.
Der am 27. Dezember 1951 in Samedan geborene und mit 15 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnete Schweizer Spitzenkoch Jakob Andrea «Jacky» Donatz (Bild) ist in Zürich gestorben. 17 Jahre lang war er bis Ende 2016 Gastgeber des FIFA-Restaurants «Sonnenberg» in Zürich.