Der Schweizer Tonträgermarkt erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von knapp CHF 259 Mio. und wuchs damit um 4 % gegenüber 2024. «Massgebend für diese Entwicklung ist das Musikstreaming, dessen Umsatz um 5 % auf CHF 237 Mio. anstieg. Erfreulich entwickelte sich insbesondere der Vinylmarkt: Erstmals seit 2021 verzeichnete der Verkauf von LPs wieder ein klares Wachstum und stieg um 19 % auf CHF 5.1 Mio. Im Gegensatz dazu setzt sich der Rückgang bei den CD-Verkäufen seit nunmehr 25 Jahren fort; hier ist der Umsatz um 13 % auf CHF 8.4 Mio. gesunken. Weil sich der physische Markt insgesamt seitwärts bewegte, dominiert das Musikstreaming mit 92 % des Gesamtumsatzes den Schweizer Tonträgermarkt», heisst es in der heutigen Medienmitteilung der ifpi-Landesgruppe Schweiz.

Bild: © ifpi Schweiz
«Nachdem der Schweizer Musikmarkt 2015, bedingt durch die digitale Disruption, auf einem Tiefpunkt angelangt war, ist er bis 2025 wieder um 79 % gewachsen, nicht zuletzt, weil sich die digitalen Umsätze in dieser Zeit verdreifacht haben», schreibt ifpi Schweiz.
Für Lorenz Haas, Geschäftsführer von ifpi Schweiz, ist diese Entwicklung noch nicht an ihrem Endpunkt angelangt: «Die Musikindustrie hat sich als sehr widerstandsfähig erwiesen und ihre Rolle als Vorreiterin in der technologischen Entwicklung der Kulturwirtschaft ausgebaut. In den letzten Jahren sind neue Einnahmen aus Social Media hinzugekommen, und seit etwa zwölf Monaten haben zahlreiche Musiklabels damit begonnen, Lizenzverträge für KI-Nutzungen abzuschliessen. Die gezielte und verantwortungsbewusste Lizenzierung von Musik für KI ermöglicht für die Musikerinnen und Musiker nicht nur neue Einnahmequellen, sondern schützt sie auch wirksam vor künstlerischer Verwässerung und Missbrauch. Die Zukunft bleibt herausfordernd, aber unsere Branche hat Grund dazu, ihr optimistisch entgegenzublicken.»
Kollaborationen prägen die Single Charts, Mundart-Alben trotz internationaler Vielfalt präsent
Auffällig war 2025 der hohe Anteil an Kollaborationen in den Top 10 der Singles: Mehr als die Hälfte der Songs sind gemeinsame Projekte mehrerer Künstler, etwa Rosé & Bruno Mars (2), Lady Gaga & Bruno Mars (3), Hugel, Topic & Arash feat. Daecolm (6) und Adam Port, Stryv, Keinemusik, Orso & Malachiii (9). Mit der erfolgreichsten Single, «Ordinary» von Alex Warren, bleibt aber weiterhin ein Solo-Artist an der Spitze.
«Die Schweizer Charts spiegeln insgesamt eine stark internationale Musiklandschaft wider. Neben US- und britischem Pop finden sich auch Latin-Rap-Künstler wie Bad Bunny sowie französischsprachige Acts wie Gims. Gleichzeitig behaupten sich Schweizer Mundart-Künstler:innen weiterhin im Albumsegment: Patent Ochsner erreichen mit ‹Tag & Nacht› Platz 3, Trauffer mit ‹Heubode› Platz 6 der Jahrescharts», hält ifpi Schweiz fest. Zudem zeige Bad Bunny mit seinem spanischsprachigen Album «Debí Tirar Más Fotos», dass auch nicht-englischsprachige Produktionen Platz 1 der Schweizer Albumcharts erreichen können.
Über die Marktdaten
Die verwendeten Marktdaten werden von GfK Entertainment AG im Auftrag von ifpi Schweiz erhoben. Sie bilden den Handelsumsatz (Retail Value) in der Schweiz ab.
Über ifpi Schweiz
ifpi Schweiz ist der Branchenverband der Schweizer Musiklabels mit rund 40 Mitgliedern. Der Verband setzt sich ein «für die Stärkung der Musik als wichtiger Kultur- und Wirtschaftsfaktor sowie die Weiterentwicklung des nationalen und internationalen Urheber- und Leistungsschutzrechts». ifpi Schweiz ist unter anderem Auftraggeberin und Rechteinhaberin der Offiziellen Schweizer Hitparade, der Airplay-Charts, der Swiss Music Awards, ist Mitverleiherin des Number 1 Awards und erstellt Richtlinien zur Vergabe von Gold- und Platinauszeichnungen. ifpi Schweiz ist Mitglied des Weltverbandes ifpi, welcher weltweit rund 1‘300 Mitglieder in 70 Ländern vertritt.
Quelle / Kontakt:
https://www.ifpi.ch/post/schweizer-musikmarkt-2025-wachstum-setzt-sich-fort
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Kommentare von Daniel Leutenegger