Der diesjährige Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis geht an die Zürcher Autorin Eva Rottmann für ihr Jugendbuch «Fucking fucking schön», erschienen bei Jacoby & Stuart. Der mit 10'000 Franken dotierte Hauptpreis wurde heute an den Solothurner Literaturtage vom Schweizer Buchhandels- und Verlags-Verband SBVV, dem Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM sowie von den Solothurner Literaturtagen verliehen.

Bild: Eva Rottmann – Foto: © Sabina Bösch
So begründet die Jury ihren Entscheid:
«Authentisch und subtil, doch mit einem klaren Konzept werden in ‹Fucking fucking schön› Sexualität in all ihren Formen und die damit verbundenen Gefühle, Grenzen und Normen thematisiert. Dabei gelingt es der Autorin ausgezeichnet, die Balance zwischen literarischer Qualität, Relevanz und Zugänglichkeit für die Zielgruppe zu halten. Ein Buch, das man allen Jugendlichen in die Hände legen möchte.»
Weit weg von einem Aufklärungsbuch und gerade darum ein besonders gelungenes: In zehn Kurzgeschichten, die raffiniert miteinander verwoben sind, erzählen jugendliche Figuren von ihren ersten sexuellen Erfahrungen. Authentisch und sprachlich überzeugend zeigen die verschiedenen Stimmen alle Gefühlsnuancen: Unsicherheit und Ermächtigung, Scham und Geborgenheit, Ekel und Erfüllung. Dabei bleiben die Texte auf Augenhöhe der jungen Leser:innen, verzichten auf Urteile und beschreiben Sexualität als ein sehr breites Spektrum.

Bild: «Fucking fucking schön» von Eva Rottmann, Berlin: Jacoby & Stuart 2024
Die Preisträgerin 2025
Eva Rottmann, geboren 1983 in Wertheim (D), lebt mit ihren Kindern in Zürich. Nach einem Studium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) schreibt sie heute Theaterstücke und Prosa, entwickelt eigene Theaterprojekte, arbeitet als Literaturvermittlerin in Schulen und als Lehrbeauftragte an der ZHdK. Für ihre Theaterstücke, Hörspiele und Jugendromane wurde sie vielfach ausgezeichnet. Mit ihrem zweiten Jugendroman «Kurz vor dem Rand» war sie 2024 für den Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis nominiert und durfte im Oktober 2024 den Deutschen Jugendliteraturpreis entgegennehmen.
Für die Shortlist des Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreises 2025 wurden fünf Titel nominiert. Die Gewinnerin erhält 10’000 Franken, die weiteren Nominierten je 2500 Franken.
- À l’eau
Isaline, Romanens: Entreligne 2024 - Arrêt de jeu. Journal d’un footballeur mal dans ses pompes
Maxime Schertenleib, Saint Avertin: La Boîte à Bulles 2024 - Das Dorf der Steine
Lawrence Schimel (Text) und Lena Studer (Illustration), Zürich: Atlantis 2024
Aus dem Spanischen von Eva Roth.
- Demain n’aura pas lieu
Iuna Allioux, Paris: Sarbacane 2024 - Fucking fucking schön
Eva Rottmann, Berlin: Jacoby & Stuart 2024
Kontakt:
Auf ch-cultura.ch u.a. bereits erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger