17. Mai 2026
LITERATURTAGE SOLOTHURN: «EIN ORT DER AUSEINANDERSETZUNG, DES AUSTAUSCHS UND DER BEGEGNUNG»
Die 48. Solothurner Literaturtage sind am 17. Mai 2026 zu Ende gegangen. Während dreier Tage wurde Solothurn zum Treffpunkt für Autor:innen, Übersetzer:innen und Literaturbegeisterte aus allen Landesteilen und darüber hinaus. «Die Ausgabe 2026 bestätigte mit über 17‘500 Eintritten: Literatur ist ein Ort der Auseinandersetzung, des Austauschs und der Begegnung», schreiben die Organisator:innen.

Bild: 48. Solothurner Literaturtage – Christoph Keller, Julia Weber – © Foto: © fotomtina, 2026

Bild: 48. Solothurner Literaturtage – Miriam Japp, Stella Gaitano und Sieglinde Geisel – Foto: © fotomtina, 2026
Besondere Momente
«Bei den 48. Solothurner Literaturtagen überzeugten starke Stimmen aus dem In- und Ausland: Die palästinensische Lyrikerin Asmaa Azaizeh beeindruckte mit ihrer poetischen und politischen Sprache, Thierry Raboud mit einer experimentellen Performance zwischen Klang und Text – mit Eis in einer Schüssel und einem Mikrofon im Wasserkocher. Auch die Verleihung des Kinder- und Jugendbuchpreises an Verena Pavoni gehörte zu den Höhepunkten des Festivals. Auf grosses Interesse stiessen zudem die Podien und Gespräche zu drängenden Gegenwartsfragen – etwa zum politischen Aspekt des Schreibens, zu Sterben und Trauer oder zu Erfahrungen von Mutterschaft jenseits gesellschaftlicher Normen», halten die Veranstalter:innen fest.
Begegnungen über die Sprachgrenzen hinweg
Die Mehrsprachigkeit blieb ein zentrales Element der Solothurner Literaturtage. Schreibende und Übersetzende aus der deutsch-, französisch-, italienisch- und rätoromanischsprachigen Schweiz sowie darüber hinaus traten miteinander in Dialog. So beim gut besuchten Atelier de traduction mit Camille Luscher und Lukas Bärfuss, das zeigte, wie literarische Texte im gemeinsamen Austausch über Sprachgrenzen hinweg neu gedacht, verhandelt und weiterentwickelt werden. Michael Kinzer, neuer Direktor von Pro Helvetia, hob in seiner viersprachigen Eröffnungsrede die zentrale Bedeutung literarischer Übersetzungsarbeit hervor: Übersetzen sei «ein Akt der Neuschöpfung, eine sensible Interpretation, die einen beträchtlichen Aufwand durch den Menschen erfordert». Ohne diese Arbeit gebe es «keine Schweizer Literatur. Und ja, das hat einen Preis.»

Bild: 48. Solothurner Literaturtage – Schlange für die ausverkaufte Lesung von Dorothee Elmiger im Konzertsaal – Foto: © fotomtina, 2026
Die Stadt als Bühne
Mit dem Lyrikspaziergang mit Sarah Vogler, spielerischen Formaten und Workshops im Museumspark oder dem Literatur-Parcours in mehreren Läden der Altstadt wurde Solothurn erneut zur Bühne für Literatur im öffentlichen Raum.
Fazit der Geschäftsführerin Catherine Schlumberger
Drei Tage lang trotzte Solothurn dem unbeständigen Wetter: «Während es draussen nass und kalt war, boten die vielstimmigen Diskurse auf den Bühnen lichte Momente und es kam zu herzlichen Begegnungen in den vollen Sälen», heisst es in der Medienmitteilung zum Schluss der diesjährigen Literaturtage.
«Die Literaturtage haben erneut gezeigt, dass sie ein lebendiges, unverzichtbares Forum sind, in dem Literaturschaffende und Besuchende über die Sprachgrenzen hinweg in einen bereichernden Austausch treten. Dass die Stimmung so angeregt blieb, ist das schönste Kompliment für unser Team. Dieser Erfolg gibt uns Rückenwind, um mit frischer Inspiration die Planung der nächsten Ausgabe anzugehen», wird Geschäftsführerin Catherine Schlumberger zitiert.
Quelle / Kontakt:

Bild: 48. Solothurner Literaturtage – Performance von Thierry Raboud im Kunstmuseum – Foto: © fotomtina, 2026
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Kommentare von Daniel Leutenegger