3. März 2026
«NICOLAS DARROT. FUZZY LOGIC»
Im Museum Tinguely, Basel, vom 5. März 2026 bis am 7. März 2027

Bild: Nicolas Darrot, «Yuki Otoko», 2025. Courtesy the artist und Galerie C – Foto: © Nicolas Darrot
«Fuzzy Logic» verwandelt den kleinsten Ausstellungsraum Basels, die ehemalige Telefonzelle des Museums Tinguely, ab dem 5. März 2026 in ein Figurentheater. Nicolas Darrot (*1972) präsentiert in fünf Akten eine Auswahl von Figuren seiner Werkgruppe «Fuzzy Logic».
Der französische Künstler ist bekannt für seine robotisierten Puppen, Automaten und mechanischen Figuren, die sich zwischen Theater, Technik und Fabelwesen bewegen. Die Besucher:innen können die Performance der kinetischen Figuren mit dem Scan eines Barcodes auf eigens gestalteten Spielkarten selbst aktivieren, sodass sie singen, tanzen, spielen und sich in ihrer ganz eigenen «unscharfen» Logik bewegen. Jede der fünf Figuren wird mit einer Vernissage eingeweiht. Dazu sind Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Nicolas Darrot eingeladen, mit dem Künstler und seinen Werken in Dialog zu treten.
«Fuzzy-Logik» akzeptiert das, was klassische Logik ausschliesst: Vieldeutigkeit und Unschärfe. Als Form künstlicher Intelligenz ermöglicht sie Computern, mit Mehrdeutigkeiten umzugehen, wie es dem menschlichen Denken inne ist. Hier gibt es nicht nur das streng binäre 1 (ja/wahr) oder 0 (nein/falsch), sondern sie arbeitet demnach mit Abstufungen. Die reale Welt ist von Natur aus ungenau. Zwillingsgeschwister sind unterscheidbar, die Grenzen zwischen Tag und Nacht verschwimmen, unser Wissen über einen Themenkomplex bleibt oft unvollständig.
Darrots Figuren verkörpern diese Logik der Unvollkommenheit und bewegen sich voller Unsicherheiten und Gemütsschwankungen in spontanen Tänzen und komplexen Spielen.
Bei einigen der Figuren bestimmt der Zufall die Bewegung. Die Soundtracks komponiert und programmiert Darrot teilweise selbst, teilweise nutzt er Aufnahmen oder arbeitet mit Musiker:innen zusammen – jedes Element ist ein integraler Bestandteil des Gesamterlebnisses.
Das Figurentheater präsentiert in fünf Akten vom 5. März 2026 bis 7. März 2027 folgende Figuren:
- 1/5: 5. März 2026 bis 3. Mai 2026: Nanashi-Chan, 2024
- 2/5: 7. Mai bis 2. August 2026: Bone Machine, 2026
- 3/5: 6. August bis 1. November 2026: Shaman, 2026
- 4/5: 5. November 2026 bis 3. Januar 2027: Le petit clown, 2025
- 5/5: 7. Januar bis 7. März 2027: Yuki Otoko, 2025

Bild: Nicolas Darrot, Nanashi-Chan, 2024. Courtesy the artist und Galerie C – Foto: © Nicolas Darrot
Biografie
Nicolas Darrot (*1972 in Le Havre) lebt und arbeitet in Paris. In seinem primär skulpturalen und installativen Werk realisiert er robotisierte Puppen, Automaten und mechanische Figuren, die sich zwischen Theater, Technik und Fabelwesen bewegen. Der Künstler programmiert seine Arbeiten selbst. Dieses Zusammenspiel aus handwerklichem und digitalem Können entwickelte sich nach seinem Abschluss an den Beaux-Arts in Paris 1998, als Darrot in der Filmproduktion als Teil eines Special-Effects-Teams arbeitete. Eine Erfahrung, die grossen Einfluss auf seine späteren Arbeiten nahm. In seinem Atelier, das Werkstatt und Programmierstube zugleich ist, treffen sich Präzision und Zufall. Millimetergenau konstruierte Bewegungsabläufe münden in unvorhersehbaren Choreografien. Das bewusste «Offenlassen» wird dabei zum künstlerischen Prinzip.
2016 hatte Darrot eine Überblicksausstellung in der Maison Rouge in Paris und wurde zur Édition 2017 von Le Voyage à Nantes eingeladen. Darüber hinaus wurde sein Werk in bedeutenden Ausstellungen wie Artistes et Robots im Grand Palais und L’invention de Morel in der Maison de l’Amérique Latine sowie international auf der Triennale Echigo-Tsumari (2018) und der Triennale Setouchi in Japan (2022) präsentiert. Weitere Ausstellungen waren u.a. Les Portes du possible im Centre Pompidou-Metz und Les Choses im Louvre.
Kurator: Andres Pardey
mtb
Kontakt:
https://www.tinguely.ch/de/ausstellungen/ausstellungen/2026/nicolas-darrot.html

Bild: Nicolas Darrot – Foto: © Nicolas Darrot
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Kommentare von Daniel Leutenegger