Die Casa Carigiet in Trun (GR) hat am 2. August 2025 zum ersten Mal ihre Türen geöffnet: mit der Ausstellung «L’Entschatta / Der Anfang» mit Werken von Alois Carigiet aus dem Nachlass der Familie und der Installation «KLIMAX» von Nadine Cueni in der Stella und im Garten (bis am 28. September 2025). /// La Casa Carigiet arva per l’emprema gada sias portas per l’exposiziun «L'Entschatta / Der Anfang» cun ovras dad Alois Carigiet ord il relasch dalla famiglia e l’installaziun «KLIMAX» da Nadine Cueni ella stalla e del curtin.

Bild: © Alois Carigiet
Mitten im Wiederaufbau des denkmalgeschützten Geburtshauses von Alois und Zarli Carigiet öffnet die Casa Carigiet erstmals ihre Türen für die Öffentlichkeit. Die gezeigten Werke von Alois Carigiet aus dem Nachlass der Familie setzen sich mit Baustellen und der Veränderung im Spannungsfeld zwischen Mensch, Technik und Natur auseinander.
Aunc duront la reconstrucziun dalla casa natala e sut tgira da monument sesarva la Casa Carigiet per l’emprema gada al publicum. Las ovras dad Alois Carigiet ord il relasch dalla famiglia s’occupeschan cun plazzals e las midadas tensivas denter carstgaun, tecnica e natira. Quellas ovras che vegnan presentadas per l’emprema gada alla publicitad scuvieran ina vart suprendenta da Carigiet. Ellas muossan in artist marveglius persequitond las constantas midadas da siu ambient. Ella situaziun provisorica dalla Casa Cariget che sesanfla en reconstrucziun sfaldan ses maletgs in effect insistent – sco spieghel dalla midada che ha liug ella casa sezza.

Bild: © https://trun-cultura.ch/event/ausstellung-lentschatta/
Alois Carigiet malte und zeichnete Baustellen. Kenner:innen wissen um diese Arbeiten, Laien aber mögen überrascht sein von seiner Wahl dieses Motivs. Diese unbekannten Arbeiten enthüllen viel über den Menschen Alois Carigiet: was ihn bewegte, wonach er suchte und wie er seine unersättliche Neugier und Faszination an seinem Umfeld und dessen Transformation auslebte.
Die Eröffnungsausstellung in der Casa Carigiet thematisiert den Anfang, der jeder Veränderung innewohnt. «L’entschatta / Der Anfang» eröffnet so den Blick auf unbekannte Arbeiten und Motive des Künstlers, schafft aber gleichzeitig einen direkten Bezug zur aktuellen Transformation seines Geburtshauses – der Casa Carigiet – von einer eigentlich dem Abbruch geweihten Brandruine in ein lebendiges, offenes Kulturhaus.
Der Urwald «Scatlè»
Unweit von Trun, im Val Frisal, steht einer der letzten Urwälder der Schweiz, «Scatlè» genannt. Er wurde bereits 1910 zum Naturreservat erklärt und ist einer der letzten Fichtenurwälder der Alpen.
So wie Alois Carigets Bilder im Rohbau der Casa Carigiet die Thema «Mensch/Technik» und «Natur» aufgreifen, beschäftigt sich auch Nadine Cueni in ihrer Installation «KLIMAX» mit der Beziehung von Kultur und Natur. Die Präsenz des Menschen ist aus der Natur nicht mehr wegzudenken, selbst nicht aus dem scheinbar unberührten Urwald «Scatlè».
Beide Arbeiten zeigen einen Moment der brachialen Transformation und Metamorphose im Kreislauf von Zerstörung und Neubeginn.
cp
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Bild: © Nadine Cueni, https://trun-cultura.ch/event/ausstellung-lentschatta/
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Kommentare von Daniel Leutenegger