Das Heimatschutzzentrum Zürich hat soeben seine neue Ausstellung «KOSMOS ALTSTADT» in der Villa Patumbah eröffnet. Die Ausstellung wurde mit Menschen aus über 20 Schweizer Altstädten entwickelt und zeigt Herausforderungen und Visionen im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz, Klimapolitik, Wohnraum, Tourismus und Eigentum.

Bild: In Bern soll die «grünste Gasse» der Schweiz entstehen – Foto: Universität Bern, Ramon Lehmann
Verwinkelte Gassen, schmucke Häuser und jede Menge Geschichte: Altstädte sind touristische Aushängeschilder und stiften Identität. In der Ausstellung erkunden Besucher:innen in neun Gassen und Plätzen die historischen Stadtkerne. Sie treffen in der «Grünen Gasse», im «Spielsträsschen» oder auf dem «Marktplatz» auf Personen, die in Altstädten leben, wirken, arbeiten oder dazu forschen. Daraus ergibt sich ein dichtes Geflecht von Stimmen, welches diesen besonderen städtebaulichen und sozialen Raum erfahrbar macht.
Entwicklung im Kollektiv
Im letzten Sommer startete das Heimatschutzzentrum einen Aufruf, in dem es Geschichten aus Schweizer Altstädten suchte. Über 40 Personen haben sich gemeldet und ein Teil davon nahm an einem Workshop in der Villa Patumbah teil. Gemeinsam wurden Themenfelder für die Ausstellung definiert und mögliche Umsetzungen skizziert. Diese partizipative Herangehensweise machte es möglich, diverse Perspektiven in die Ausstellung einzubinden und sichtbar zu machen.

Bild: Die «Manège en Ville» ist eine ehemalige Reithalle, sie wurde später zur Autogarage und belebt heute mit vielfältigen Nutzungen die Genfer Altstadt – Foto: Videostill, © Devonas Productions
Von Genf bis Ilanz
Man erfährt, wie eine umgebaute Garage in der Genfer Altstadt zum lebendigen Quartiertreffpunkt wird, weshalb sich in Bern die grünste Gasse der Schweiz befindet und wie verschiedene Akteur:innen versuchen, die Ilanzer Altstadt zu beleben.
Die zweisprachige Ausstellung will die Altstadt den Besucher:innen als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum (wieder) näherbringen und regt dazu an, über mögliche Entwicklungen nachzudenken – zum Beispiel in der Gasse «Zur frohen Aussicht».
Dauer: 22. Mai 2025 bis Anfang 2027. Zweisprachig: DE/FR, englische Texte sowie Texte in einfacher Sprache via QR-Code. Öffnungszeiten: Mi, Fr, Sa 14-17 Uhr / Do und So 12-17 Uhr
Heimatschutzzentrum und Villa Patumbah
Das Heimatschutzzentrum wird vom Schweizer Heimatschutz (NPO) betrieben. Dieser mietet die Villa Patumbah seit 2013 von der Stiftung Patumbah. Im Erd- und Gartengeschoss zeigt das Heimatschutzzentrum Ausstellungen und bietet Führungen, Theatertouren und Workshops rund um das Thema Baukultur an. Damit will es bei Gross und Klein den Blick für die gebaute Umwelt in all ihren Facetten schärfen: Baukultur, Lebensräume,
Kulturlandschaft, Siedlungsentwicklung.
cp
Kontakt:

Bild: Für viele Altstädte sind leerstehende Ladenlokale, wie hier in Schaffhausen, eine Herausforderung – Foto: Videostill, © Devonas Productions

Bild: Im Rahmen von «Altstadtsanierungen» wurde – wie hier in Zürich – bis in die 1950er-Jahre viel historische Bausubstanz vernichtet – Foto: Baugeschichtliches Archiv, Dikenmann Rudolf F.
#KosmosAltstadt #HeimatschutzzentrumZürich #VillaPatumbah #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger