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18. Mai 2026

WILLKOMMENE NATUR VOR DER HAUSTÜRE

Den kritischen Blick der Nachbar:innen auf die nicht gemähte Wiese muss niemand fürchten: Schweizerinnen und Schweizer wünschen sich mehr Natur vor ihrer Haustür. In einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Pro Natura geben mehr als zwei von drei Personen an, dass zusätzliche naturnahe Grünflächen in der Wohnumgebung ihre Lebensqualität verbessern würden.

Artenreiche, nur ein- bis zweimal im Jahr gemähte Wiesen sind bei der Bevölkerung sehr beliebt - Foto: © Matthias Sorg

Bild: Artenreiche, nur ein- bis zweimal im Jahr gemähte Wiesen sind bei der Bevölkerung sehr beliebt – Foto: © Matthias Sorg

«Grünflächen in Städten und Dörfern sind eine gute Sache. Noch besser sind naturnahe Flächen ohne Pestizide, mit Blumenwiesen anstatt monotonem Rasen und einheimischen anstatt gebietsfremden Pflanzen. Das zeigen die Antworten der 1’213 Personen, die das Forschungsinstituts gfs-zürich im Rahmen einer repräsentativen Umfrage zum Thema Natur im Siedlungsraum befragt hat», schreibt Pro Natura.

«Mehr Natur macht die Umgebung lebenswerter»

Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Befragten geben an, dass zusätzliche naturnahe Grünflächen ihr Wohnumfeld lebenswerter machen würden. Und 73 Prozent empfinden nicht gemähte Wiesen im Nachbarsgarten als ansprechend. Das zeigt: Biodiversitätsfördernde Gartenpflege ist durchaus mit den ästhetischen Vorstellungen der Bevölkerung vereinbar.

Gemäss der Umfrage hat eine von zwei Personen (51 Prozent) einen Garten – etwa ein Drittel in der Stadt und zwei Drittel auf dem Land – und zwei von drei (67 Prozent) haben einen Balkon. 71 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer, die angeben, naturnah zu gärtnern, tun dies für die Natur und die Biodiversität oder aus Verantwortung gegenüber der Natur und der nächsten Generation (Balkone: 68 Prozent). Die Befragten, die ihren Garten nicht naturnah gestalten und pflegen, nennen als Hauptgründe, dass es ihnen nicht gefällt (20 Prozent) und dass es zu aufwändig ist (20 Prozent). Die Meinung der Nachbarn hat hingegen so gut wie keinen Einfluss (1 Prozent). 

Diskrepanz zwischen Wahrnehmung und Realität

86 Prozent der Befragten mit eigenem Garten geben an, diesen eher naturnah oder sehr naturnah zu pflegen, und 67 Prozent finden, dass die Grünräume in ihrem Wohnumfeld eher naturnah oder sehr naturnah sind. «Dieses erfreuliche Bild ist wahrscheinlich zu optimistisch, denn vergleichbare Umfragen zeigen, dass der Zustand der Natur tendenziell positiver beurteilt wird, als er tatsächlich ist. Der kürzlich erschienene Bericht der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT) stuft den Zustand der Biodiversität im Siedlungsraum denn auch als ‹schlecht› ein», hält Pro Natura fest.

Die Ergebnisse der Umfrage bestärken Pro Natura darin, «sich weiterhin für die einheimische Tier- und Pflanzenwelt in unseren Dörfern und Städten einzusetzen, beispielsweise mit dem neuen, nationalen Projekt BONJOUR NATURE zur Förderung von Naturgärten. Angesichts der Tatsache, dass in der Schweiz jede Sekunde mehr als ein halber Quadratmeter Boden versiegelt wird und in städtischen Gebieten jährlich etwa ein Prozent der Grünflächen verschwindet, spielt die Gestaltung privater Grundstücke bei der Förderung der Artenvielfalt eine zentrale Rolle.»

Methode der Umfrage


Die für die Schweizer Bevölkerung repräsentative Umfrage wurde vom Forschungsinstitut gfs-zürich im Auftrag von Pro Natura durchgeführt. Sie fand vom 2. Februar bis zum 7. März 2026 in der Deutschschweiz, der Westschweiz und im Tessin statt. Insgesamt nahmen 1’213 Personen online oder telefonisch daran teil.

Quelle / Mehr / Kontakt:

https://www.pronatura.ch/de/willkommen

https://www.pronatura.ch/de/2026/die-schweizer-bevoelkerung-will-mehr-natur-staedten-und-doerfern

Bild: Ein Naturgarten lebt – Hier sind zum Beispiel spannende Tierbeobachtungen möglich – Foto: © Daniel Rihs

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  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 18. Mai 2026
  • Freizeit und Sport, NGO’s und NPO’s, Politik und Gesellschaft, Umwelt / Mitwelt

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