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14. Juni 2025

«STEVE MCQUEEN: BASS»

Ausstellung im Schaulager Basel, Müchenstein, vom 15. Juni bis am 16. November 2025

Steve McQueen, Bass, 2024, LED-Licht und Ton, Courtesy the artist, gemeinsame Auftragsarbeit der Laurenz-Stiftung, Schaulager Basel und der Dia Art Foundation, 15. Juni – 16. November 2025, Schaulager® Münchenstein/Basel (Installationsansicht), Foto: Pati Grabowicz, © Steve McQueen

Bild: Steve McQueen, Bass, 2024, LED-Licht und Ton, Courtesy the artist, gemeinsame Auftragsarbeit der Laurenz-Stiftung, Schaulager Basel und der Dia Art Foundation, 15. Juni – 16. November 2025, Schaulager® Münchenstein/Basel (Installationsansicht), Foto: Pati Grabowicz, © Steve McQueen

Die Laurenz-Stiftung, Schaulager Basel zeigt mit «Bass» (2024) eine der neusten Arbeiten des vielfach ausgezeichneten Künstlers und oscarprämierten Filmregisseurs Steve McQueen. Im Juni 2025 kehrt der Künstler mit einer seiner bisher abstraktesten Arbeiten ins Schaulager zurück, 12 Jahre nach seiner wegweisenden, als «Kinostadt» konzipierten Ausstellung, die mit mehr als 20 Video- und Filminstallationen einen Überblick über das Schaffen McQueens bot. «Bass» ist ein raumgreifendes, speziell auf die Gebäudearchitektur abgestimmtes Werk, dessen Entstehung massgeblich von McQueens Interesse an Licht, Farbe und Klang sowie deren Einfluss auf unsere körperliche Wahrnehmung von Raum und Zeit inspiriert ist.

«Was ich an Licht und Klang liebe, ist, dass sie beide durch Bewegung und Fluidität entstehen. Sie lassen sich in
jede Form bringen, wie Dampf oder Duft; sie schleichen sich in jede Ecke und jedes Versteck. Ich liebe auch den
Anfangspunkt, an dem etwas noch keine konkrete Form annimmt, sondern vielmehr alles umfasst.»

Steve McQueen, 2025

«Bass» ist im gleichen Masse immersiv wie immateriell und besteht genau genommen «nur» aus Farbe und Sound: Tiefe Bassfrequenzen erklingen im Raum – mal lauter, dann wieder leiser, sind sie als einzelne Töne oder als Spur einer Melodie zu hören. Gleichzeitig wird der Raum mit farbigem Licht geflutet, welches langsam, beinahe unmerklich das gesamte wahrnehmbare Farbspektrum von Tiefrot bis nahezu Ultraviolett durchläuft. Licht und Sound ziehen einen mit dem Betreten des Schaulagers sofort in ihren Bann. Die überwältigende Wirkung der Arbeit wird durch die schiere Grösse ihrer Ausbreitung multipliziert: «Bass» nimmt den monumentalen Innenraum des Schaulagers mit seiner gesamten Höhe des Luftraums und der Breite der Ausstellungsflächen in Besitz. Dieses Raumvolumen wird damit zum Resonanzkörper für eine temporäre Intervention, die dazu einlädt, sich auf die unmittelbare, kraftvolle Erfahrung einzulassen.

Die Tonspur von «Bass» entstand in Zusammenarbeit mit einer intergenerationalen Gruppe von Musikerinnen und Musikern der Schwarzen Diaspora unter der Leitung von McQueen sowie dem renommierten Bassisten Marcus Miller, der Meshell Ndegeocello und Aston Barrett Jr.(beide elektrischer Bass), Mamadou Kouyaté (Ngoni, ein traditionelles westafrikanisches Saiteninstrument) und Laura-Simone Martin (akustischer Kontrabass) als weitere Koryphäen dazuholte. McQueens Faszination für den Bass ist kein Zufall: Im Kontext der Schwarzen Geschichte haben Bassinstrumente eine zentrale Rolle bei der Entwicklung eigenständiger Musikstile und kultureller Traditionen gespielt. Sie ermöglichen eine musikalische Artikulation von Gefühlen, die sich mit Worten nicht ausdrücken lassen. Als Fundament vieler Kompositionen sind es zudem die tiefen Bassfrequenzen, die für die Stabilität und die Tiefe von Harmonien sorgen und dabei oft als physisch spürbar wahrgenommen werden.

«Bass» ist eine gemeinsame Auftragsarbeit der Laurenz-Stiftung, Schaulager Basel und der Dia Art Foundation in New York. 2022 wurde McQueen eingeladen, ein neues Projekt zu entwickeln, welches zunächst in einem der Räume der Dia Art Foundation und später im Schaulager gezeigt würde. Inspiriert von der untergeschossigen Säulenhalle der Dia Beacon beschloss McQueen, anders als erwartet, keinen Film zu realisieren, sondern eine temporäre Intervention zu schaffen, die ausschliesslich aus Licht und Klang besteht. Nachdem «Bass» 2024 erstmals in der Dia Beacon präsentiert wurde, wurde das Werk 2025 auf die beeindruckende Architektur des Schaulagers abgestimmt.

Publikationen

Die Präsentation wird von zwei Büchern begleitet: «Steve McQueen. Bass» (2024) wurde in Zusammenarbeit der Laurenz-Stiftung und der Dia Art Foundation herausgegeben. Die zweite Publikation «Steve McQueen: Bass Volume» fokussiert sich auf die Präsentation von «Bass» im Schaulager und wird im Sommer 2025 erscheinen. Beide Bücher wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und der Grafikerin Irma Boom entwickelt. Die immaterielle Intensität von «Bass» übersetzt sich in beiden Publikationen auf einzigartige Weise auf die Buchseiten.

Über Steve McQueen

Der britische Regisseur und Filmemacher Steve McQueen (*1969 in London, lebt und arbeitet in London und Amsterdam) hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten einen herausragenden Ruf mit seinem Werk erarbeitet. Sein preisgekröntes Œuvre wurde weltweit in grossen Museumsausstellungen, unter anderem in der Dia Art Foundation (2024), im Pirelli HangarBicocca, Mailand (2022), in der Tate Modern (2020), am Institute of Contemporary Art, Boston (2017), im Museum of Modern Art, New York (2017), im Schaulager (2013) und am Art Institute of Chicago (2012) gezeigt. Sein Projekt «Year 3» war 2019 in der Tate Britain zu sehen.1999 wurde McQueen mit dem Turner-Preis ausgezeichnet und 2009 vertrat er Grossbritannien auf der Biennale von Venedig. 2014 verlieh ihm die Harvard University die W.E.B. Du Bois Medal für besondere Verdienste im Bereich der African und African American Studies, 2016 erhielt er von der niederländischen Regierung den Johannes Vermeer Award.

McQueen ist der Regisseur von fünf Spielfilmen: «Hunger» (2008), «Shame» (2011), «12 Years a Slave» (2013), «Widows» (2018) und dem jüngst erschienen «Blitz» (2024). 2020 realisierte er «Small Axe», eine Anthologie von fünf Filmen über die westindische Gemeinschaft in London, und 2021 «Uprising», eine dreiteilige Dokumentation mit James Rogan über das New Cross Fire in London im Jahr 1981. Mit «12 Years a Slave» gewann McQueen bei den Academy Awards 2014 den Oscar für den besten Film.

Für seine Verdienste in den bildenden Künsten und im Film wurde McQueen 2002 zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt, erhielt 2011 den Rang des Commander of the Order of the British Empire (CBE) und wurde 2020 mit dem Titel Knight Commander of the Order of the British Empire (KBE) zum Ritter geschlagen. Für das gemeinsame Projekt «Occupied City» (2024) erhielten McQueen und seine Frau Bianca Stigter jüngst den Ehrendoktortitel der Universität von Amsterdam. Für das akademische Jahr 2025/2026 wurde McQueen zum Charles Eliot Norton Professor of Poetry an der Harvard University ernannt.

Über das Schaulager Basel

Das Schaulager der Laurenz-Stiftung in Basel/Münchenstein vereint die Aufbewahrung und Präsentation zeitgenössischer Kunst. Seit 2003 werden hier die Werke der 1933 gegründeten Emanuel Hoffmann-Stiftung gepflegt, bewahrt und – wenn sie nicht im Basler Kunstmuseum, Kunstmuseum Gegenwart oder in internationalen Ausstellungen zu sehen sind – für Forschungszwecke einem Fachpublikum zugänglich gemacht. Studierende und Schulklassen haben die Möglichkeit, die originalen Kunstwerke in den Lagerräumen intensiv zu studieren. Darüber hinaus zeigt das Schaulager in unregelmässigen Abständen umfassende Übersichtsausstellungen, die vor allem Künstlerinnen und Künstler aus der Sammlung in den Mittelpunkt stellen. Für alle Interessierten bietet das Schaulager ausserdem Führungen, Vorträge, Symposien und weitere öffentliche Veranstaltungen an. Ein Erweiterungsbau, entworfen vom renommierten Architekturbüro Herzog & de Meuron, ist derzeit in Planung.

slb

Kontakt:

https://schaulager.org/de/smq-bass

#SteveMcQueenBass #SchaulagerBasel #DiaArtFoundationNewYork #MarcusMiller #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 14. Juni 2025
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Film, Video, Audiovisuelles, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Multimedia und Internet, Museum, Ausstellung, Galerie

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