Der am 31. Januar 1933 in Zollikon geborene Schweizer Dirigent, Musiker, Komponist, Medienschaffende und Kulturvermittler Armin Brunner (Bild) ist am 12. August 2026 gestorben. Armin Brunner absolvierte sein Musikstudium an der Musikhochschule Zürich bei Paul Müller-Zürich, Rudolf Wittelsbach, Erich Vollenwyder, Walter Henrich und Hans Rogner. Während des Studiums war er Assistent von Hans Rosbaud am Zürcher Opernhaus. Von 1953 bis 1973 fungierte er als Leiter der Neuen Zürcher Kammeroper, später der Schweizer Städte-Oper. Brunner gründete 1971 das Musikszenische Studio Zürich. Unter Brunners Leitung kamen Werke u. a. von Hans Werner Henze, Sylvano Bussotti und Karlheinz Stockhausen zur schweizerischen Erstaufführung. Er veranstaltete zahlreiche neuartige Formen von Konzerten und Kulturvermittlung. 1973 kam Armin Brunner zum Fernsehen DRS. Von 1979 bis 1998 war er Musikchef des Fernsehens DRS. Zusammen mit Fernsehregisseur Adrian Marthaler realisierte Brunner die sogenannten «narrativen» Musikproduktionen, ausserdem hat er die zyklischen TV-Produktionen und die Reihe der Musikalischen Meditationen ins Leben gerufen. Für die Alte Oper Frankfurt konzipierte und realisierte Brunner 1990 das musikalische Grossereignis «Das Frankfurter Sonoptikum – die Musik eines Jahrhunderts». 2000 fand unter dem Titel «Kongress der Stimmen» die von Brunner konzipierte Gesamteröffnung des Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL) statt. Von 2000 bis 2009 hatte Brunner die künstlerische Leitung der Klubhaus-Konzerte des Migros-Kulturprozents inne. Brunner erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Goldene Ehrenmedaille des Kantons Zürich (1983) und der Ehrendoktor der Universität Osnabrück (1985). (*)

Bild: Armin Brunner – Foto: © http://www.arminbrunner.ch/
Tod des Dirigenten und Kulturmanagers Armin Brunner
Armin Brunner studierte an der Musikhochschule Zürich Dirigieren und Komposition und fungierte von 1953 bis 1973 als Leiter der Neuen Zürcher Kammeroper. 1971 gründete er das Musikszenische Studio Zürich. Von 1979 bis 1998 war er Musikchef des Fernsehens DRS, wo er mit dem Fernsehregisseur Adrian Marthaler narrative Musikproduktionen und weitere musikalische Fernsehformate entwickelte. Von Sommer 2000 bis ins Jahr 2009 hatte Brunner die künstlerische Leitung der Klubhaus-Konzerte des Migros-Kulturprozents inne.
https://www.musikzeitung.ch/news/2026/08/tod-des-dirigenten-und-kulturmanagers-armin-brunner

Bild: Armin Brunner, © Fernsehen DRS / SRF, «Sternstunde Kunst» vom 01.12.1996
Videos:
Fernsehen SRF 1, «Tagesschau» vom 18.08.2026
Armin Brunner, 1933-2026
Fernsehen DRS, «Sternstunde Kunst» vom 01.12.1996
Gespräch mit Armin Brunner
Fernsehen DRS, «Sternstunde Kunst» vom 28.03.1997
Fernsehen DRS, «Karussell» vom 09.02.1982
«In Sachen Beethoven»
Aufführung Theaterstück «In Sachen Beethoven» im Stadthof 11, eine szenische Dokumentation von Armin Brunner über den Umgang mit dem Komponisten Ludwig Van Beethoven
Curt Truninger im Gespräch mit Armin Brunner – Music Producer, Conductor, Composer ZDF / 3Sat
Stilles Nacht-Präludium – Eine Schmonzette eklektiert von Armin Brunner
Mehr:
https://trauer.nzz.ch/traueranzeige/armin-brunner
https://www.discogs.com/de/artist/3164237
https://swissfilmmusic.ch/wiki/Armin_Brunner
https://www.bach-cantatas.com/Bio/Brunner-Armin.htm
https://medien.srf.ch/documents/20142/3708308/31._Dezember_1997-Armin_Brunner_geht_in_Pension.pdf
https://www.uni-osnabrueck.de/fb3/musik/institut/ehrendoktorate/dr-hc-armin-brunner
https://www.tagesanzeiger.ch/das-geigenspielen-war-fuer-mich-eine-ueberlebensstrategie-469719510148
(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Armin_Brunner_(Dirigent)#cite_note-1
#ArminBrunner #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Nachtrag vom 19.08.2026:
Der Mann, der die Klassik für das Fernsehen erfand
Er leistete Pionierarbeit: In Badewannen, Swimmingpools oder Cocktailbars hat er klassische Musik am Fernsehen inszeniert.
Als er jung zum Schweizer Fernsehen kam, konnte er Vieles bewegen: «Als ich anfing, war noch nicht klar, in welche Richtung Fernsehen gehen würde. Und es war noch möglich, eine Pionierleistung zu vollbringen. In dem Moment ein Medium zu betreten, wenn es unklar ist, in welche Richtung es gehen wird und gehen könnte – da fühle ich mich am stärksten», so Brunner. An internationalen Fernsehmessen räumten Brunners Produktionen schon bald regelmässig Preise ab.
Aber auch Kritisches fand bei ihm Platz: etwa die sogenannten «musikalischen Meditationen». Hierzu hat Brunner Denkerinnen und Denker eingeladen wie Christa Wolf, Wolfgang Hildesheimer oder den Dalai Lama – die sich dann kritisch zu Texten klassischer Oratorien äussern sollten.
Mit dem Motto «Wer hören will, muss sehen!» lancierte er 1980 eine Reihe mit vertonten Stummfilmen, wie «Panzerkreuzer Potemkin». Was die Gegenwartsmusik anbelangte: Hier war für ihn der argentinische Komponist Mauricio Kagel ideal fürs TV. (…)
Als visionärer «Macher» war Brunners Machtfülle enorm. Das machte ihn zur prägenden, aber auch umstrittenen Figur. Ihn störte das nicht, im Gegenteil – mit der Ablehnung kokettierte er: «Es sind einfach Leute, die nicht bereit sind, sich Bilder von irgendjemandem servieren zu lassen zu einer Musik, von der sie ihre eigene Vorstellung hatten», sagte er über seine Gegner.
In Erinnerung bleibt Armin Brunner als Pionier, der klassische Musik aus dem Konzertsaal holte und für das Fernsehen neu erfand. Vieles, was heute auf Youtube, Streamingplattformen und in sozialen Medien selbstverständlich erscheint, hat er vorweggenommen.
Gabrielle Weber
Kommentare von Daniel Leutenegger