15. Januar 2026
NACH VIER JAHREN UMBAU: WIEDERERÖFFUNG IM MÄRZ 2026 DES CENTRE CULTUREL SUISSE (CCS) IN PARIS
Nach vierjähriger Umbauphase öffnet das Centre culturel suisse (CCS) am 26. März 2026 im Herzen des Marais-Viertels in Paris wieder seine Türen. Die vom französisch-schweizerischen Architektenduo ASBR (Paris) und Truwant+Rodet+ (Basel) renovierten Räumlichkeiten sollen einen neuen Treffpunkt für das kulturelle Leben der Schweiz bilden.

Foto: © Margot Montigny, https://prohelvetia.ch/de/press-release/umbau-ccs-in-paris/
Die Wiedereröffnung markiert die Rückkehr des CCS nach mehreren Jahren On Tour in Frankreich. Zu den Feierlichkeiten gehört ein mehrtägiges, multidisziplinäres Kunstprogramm mit Ausstellungen, Shows, Performances, Konzerten und Begegnungen, das den Auftakt zu einer Saison bildet, die dem zeitgenössischen Schweizer Kunstschaffen gewidmet ist und bis zum Sommer 2026 dauert.
Ein historisches Gebäude neu erfunden
Das CCS befindet sich im ehemaligen Hotel Poussepin, in dem sich die Baugeschichte vom 17. bis zum 19. Jahrhundert zeigt, und das Teil eines historischen Ensembles ist. Es widerspiegelt die Entwicklung des Marais-Viertels und vereint Handwerksräume, eine Apotheke sowie bürgerliche Wohnungen.
Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia erwarb 1982 das Erdgeschoss des Hotels und das angrenzende Lagerhaus. Die Gebäude wurden renoviert und umgebaut, ohne ihre historischen Elemente zu verändern. Seit 1985 ist das CCS dort ansässig, das seither seine künstlerischen Aktivitäten in den Räumlichkeiten entfaltet.

Image: Centre culturel Suisse, Paris, 2015 – Photo: Jean-François Gornet, https://www.flickr.com/people/43896901@N00 – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Centre_culturel_Suisse,_Paris_2015.jpg
Um die Produktions- und Präsentationsbedingungen für die Kunstschaffenden und den Empfang des Publikums zu verbessern, wurde 2022 ein Renovierungsprojekt gestartet. Nach einem Wettbewerb des Bundesamts für Bauten und Logistik (BBL) in Zusammenarbeit mit Pro Helvetia fiel die Wahl auf ein Projekt, das aus einer französisch-schweizerischen Kooperation der Architekturbüros ASBR (Paris) und Truwant+Rodet+ (Basel) hervorgeht. Die Umgestaltung erfolgte nach klar definierten Kriterien: Nutzung, Verkehrswege und Empfangsbereiche werden verbessert, die historische Identität der Orte bleibt erhalten. Somit wird das CCS zu einer flexiblen Plattform, die Kontinuität und Durchlässigkeit zwischen den Räumen fördert und eine Vielfalt künstlerischer Szenarien beherbergt.
Mit der Neueröffnung der Buchhandlung, der Eröffnung der Cafeteria und drei grossen, modularen Räumen für Ausstellungen, Shows, Konzerte und Begegnungen unterstreicht das Zentrum seine Berufung als Ort des Lebens und der Verbreitung zeitgenössischer Schweizer Kunst.
Die Arbeiten wurden in einer Publikation mit dem Titel «En travaux!» veröffentlicht, die vom CCS und Pro Helvetia herausgegeben und von Adeline Mollard gestaltet wurde sowie Aufnahmen der Baustelle von den Fotografen Florine Leoni und Nicolas Delaroche enthält.
Die Saison der Wiedereröffnung
Nach mehreren Jahren, in denen das CCS mit dem Programm On Tour in ganz Frankreich unterwegs war, kehrt es in sein historisches Gebäude zurück. Die Saison der Wiedereröffnung soll die multidisziplinäre DNA des CCS voll zur Geltung bringen und von März bis Juli die zeitgenössische Schweizer Szene in all ihrer Vielfalt feiern: drei Ausstellungen, sechs Veranstaltungsreihen, zwei Musikfestivals und mehrere künstlerische Impromptus.
Aufbauend auf der Reihe On Tour und den dabei entstandenen Partnerschaften will das CCS mit mehreren Veranstaltungen ausserhalb des Hauses diese Dynamik fortsetzen.
Programmdetails
Wiedereröffnungsfeier: Donnerstag, 26., bis Samstag, 28. März 2026
Vorhang und Türen auf zur feierlichen Rückkehr nach Paris: Besichtigung der Räumlichkeiten mit dem Architektenteam, Besichtigung der drei Ausstellungen mit dem Kurator:innenteam, improvisierte Tanzvorführungen der Truppe von Édouard Hue und musikalische Carte blanche für das Genfer Label Bongo Joe Records, das ein Fest mit Konzerten, Vorträgen, Installationen, Publikationen und Schallplatten bietet.
Ausstellungen: Donnerstag, 26. März, bis Sonntag, 26. Juli 2026
Akosua Viktoria Adu-Sanyah – «no flowers»
«no flowers» untersucht die Beziehung zwischen fotografischer Materialität, KI und visuellen Verzerrungen und regt zum Nachdenken über Trauer, Abwesenheit und Gewalt in medizinischen Einrichtungen an.
Mai-Thu Perret – «Othermothers»
In einem kosmischen Raum, bevölkert von mächtigen, strahlenden Göttinnen, ersinnt die Ausstellung neue kollektive und emanzipatorische Mythologien.
Ingeborg Lüscher – «Flammes»
Die Ausstellung zeichnet die bahnbrechende Praxis der Künstlerin seit Ende der 1960er-Jahre nach und beschwört die kreative und unbändige Kraft des Feuers – vom Entflammen bis zur Asche.
Über das Centre culturel suisse
Das CCS ist konsequent auf zeitgenössische Kunst ausgerichtet und soll die Vielfalt und die Vitalität der Schweizer Kunstszene widerspigeln. Seine Aufgabe ist es, in Frankreich ein weltoffenes Schweizer Kulturschaffen bekannt zu machen, die Ausstrahlung der Schweizer Kunstschaffenden zu fördern und den Austausch zwischen der Schweizer und der französischen Kulturszene zu stärken. Das Kunstprojekt wird geleitet von Jean-Marc Diébold für darstellende Kunst und Musik und von Claire Hoffmann für bildende Kunst. Das Centre culturel suisse ist eine Aussenstelle der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia.
Quelle / Mehr / Kontakt:
https://prohelvetia.ch/de/whats-on/wiedereroffnung-des-centre-culturel-suisse-in-paris/
https://ccsparis.com/?utm_medium=email&utm_campaign=260115_MM_Reopening
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger