EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK: REMO KESSLERS WIRKEN AN DER SEITE VON GIANNA NANNINI, POLO HOFER, SINA ODER HEIMWEH
Radio SRF 1, «Gast am Mittag», heute Ostermontag, 13 Uhr
Radio SRF 1, «Gast am Mittag», heute Ostermontag, 13 Uhr
Radio SRF 2 Kultur, «Musik für einen Gast», heute um 12:38 Uhr / Wiederholung am Samstag, 11. April 2026, 11.03 Uhr / Podcast
Der am 13. März 1937 in High Wycombe (Buckinghamshire, England) geborene britische Folkjazz-Schlagzeuger und Songwriter Terence William Harvey «Terry» Cox ist am 19. März 2026 in Maó (Menorca, Spanien) gestorben. Mitte der 1960er-Jahre gehörte er zur Blues Incorporated von Alexis Korner, nahm mit Duffy’s Nucleus von Duffy Power auf und war in der Hausband von Ronnie Scott’s Jazz Club. Mit Danny Thompson wechselte er 1967 von Alexis Korner in die Folkband Pentangle, der er bis zu ihrer (vorläufigen) Auflösung 1973 angehörte. Daneben spielte er mit Benny Carter und Barney Kessel sowie mit Roger Webb (1970) und dem Orchestra von Bobby Lamb und Ray Premru (1971). Auch war er an Einspielungen von The Humblebums, Bert Jansch und John Renbourn ebenso wie von Shirley Collins, Dana Gillespie und David Bowie beteiligt. Zwischen 1974 und 1982 gehörte er zur Band von Charles Aznavour, er war aber auch Sessionmusiker für Ashton & Lord, Bee Gees, Elton John u.v.a. Seit der Neugründung von Pentangle 1985 gehörte er der Band bis 1990 wieder an und ging mit ihr 2008 auch wieder auf Tournee. (*)
Der Schweizer Tonträgermarkt erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von knapp CHF 259 Mio. und wuchs damit um 4 % gegenüber 2024. «Massgebend für diese Entwicklung ist das Musikstreaming, dessen Umsatz um 5 % auf CHF 237 Mio. anstieg. Erfreulich entwickelte sich insbesondere der Vinylmarkt: Erstmals seit 2021 verzeichnete der Verkauf von LPs wieder ein klares Wachstum und stieg um 19 % auf CHF 5.1 Mio. Im Gegensatz dazu setzt sich der Rückgang bei den CD-Verkäufen seit nunmehr 25 Jahren fort; hier ist der Umsatz um 13 % auf CHF 8.4 Mio. gesunken. Weil sich der physische Markt insgesamt seitwärts bewegte, dominiert das Musikstreaming mit 92 % des Gesamtumsatzes den Schweizer Tonträgermarkt», heisst es in der heutigen Medienmitteilung der ifpi-Landesgruppe Schweiz.
Der am 23. September 1934 in Monfalcone geborene italienische Cantautore und Politiker Gino Paoli (Bild) ist am 24. März 2026 in Genua gestorben. Neben eigenen Erfolgen schrieb Paoli im Lauf seiner Karriere zahlreiche Songs, die von anderen Interpret:innen gesungen wurden, etwa Claudio Villa, Ornella Vanoni, Luigi Tenco, Gianni Morandi, Patty Pravo, Franco Battiato oder auch Marco Masini. Er galt als Wegbereiter von Lucio Dalla, den er 1964 kennenlernte und förderte, aber auch von Francesco De Gregori und Francesco Guccini. Nach einer gemeinsamen Tournee mit Ornella Vanoni erschien 1985 ein erfolgreiches Livealbum, 1986 schrieb Paoli zusammen mit Zucchero die beiden Songs «Come il sole all’improvviso» und «Con le mani». Zusammen mit den Jazzmusikern Enrico Rava, Danilo Rea, Flavio Boltro, Rosario Bonaccorso und Roberto Gatto veröffentlichte Paoli 2007 das Jazzalbum «Milestones. Un incontro in jazz». 1987 trat Gino Paoli als Kandidat der Kommunistischen Partei Italiens für die Wahl in die Abgeordnetenkammer an und wurde dabei ins Parlament gewählt. (*)
Der am 21. März 1940 in Yonkers (New York) als James Wesley Voight geborene US-amerikanische Songwriter Chip Taylor (Bild) ist am 23. März 2026 in New York City gestorben. Taylor war der jüngere Bruder des Schauspielers Jon Voight und damit Onkel von Angelina Jolie und James Haven. Nach einem wenig erfolgreichen Versuch, professioneller Golfspieler zu werden, startete Chip Taylor eine Karriere im Musikgeschäft. Er komponierte alleine oder mit anderen Komponisten wie Al Gorgoni, Billy Vera, Ted Daryll und Jerry Ragavoy Pop- und Rocksongs. Seine bekanntesten Kompositionen sind «Wild Thing», «Angel of the Morning» und «Try (Just a Little Bit Harder)». Ende der 1970er-Jahre gab Taylor das Musikgeschäft auf und wurde professioneller Glücksspieler. (*)
Die am 15. Juni 1959 in Herford geborene deutsche Musikerin, Komponistin, Autorin und Musikproduzentin Bettina Köster (Bild) ist am 16. März 2026 in Capaccio Paestum (Italien) gestorben. Köster war von 1981 bis 1984 Sängerin und Haupttexterin der Band Malaria!, sie arbeitete anschliessend als Solokünstlerin. Köster war bekannt für ihre tiefe, warme, verrauchte Stimme, sie galt als «Hildegard Knef des Punk». Ihr Gesangsstil, androgynes Styling und das von Köster verkörperte Frauenbild liessen sie zur Ikone der queeren Subkultur werden. Im Jahr 2021 bezeichnete sie sich als «nicht binär». (*)
Anlässlich der diesjährigen Ausgabe des Festivals m4music in Zürich wurden am Samstagabend in verschiedenen Kategorien wiederum die Preise der Demotape Clinic verliehen. «Demo of the Year» wurde diesmal «Razor Sharp Feathers» der Zürcher Hardcore-Band XOXO. Die Auszeichnung ist mit 5’000 Franken dotiert.
Swiss Films, die Fondation Suisa und Sonart – Musikschaffende Schweiz bündeln neu ihre Kompetenzen und Ressourcen in einer strukturierten Partnerschaft, um die Position von Schweizer Filmmusikkomponist:innen innerhalb der internationalen Filmbranche nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung, Produktion und internationale Verwertung von Schweizer Filmmusik zu verbessern und den künstlerischen Beitrag der Komponist:innen im audiovisuellen Sektor sichtbarer zu machen.
Die Schweizer Musikerin Veronica Fusaro (Bild) tritt mit dem Song «Alice» für die Schweiz am Eurovision Song Contest (ESC) 2026 an. Der Alternative-Pop-Titel mit Rock-Einflüssen erzählt in drei Minuten «die Geschichte einer Frau, deren persönliche Grenzen überschritten werden», wie SRF schreibt. Der Wettbewerb findet 2026 in Wien statt; die Schweiz steht im zweiten Halbfinale am 14. Mai 2026 auf der Bühne.
Der am 31. Mai 1940 in San Antonio (Texas) geborene US-amerikanische Tastenmann, Singer-Songwriter und Musikproduzent Augie Meyers (Bild) ist am 7. März 2026 gestorben. In den frühen 1960er-Jahren war Meyers neben Doug Sahm Gründungsmitglied des Sir Douglas Quintet. Mit seinem typischen Vox-Orgel-Spiel prägte er den Sound des Quintets auf Hits wie «She’s About A Mover» (1964), «Mendocino» (1969), «Nuevo Laredo» (1970) und vielen anderen. Später spielte Meyers auch auf etlichen von Sahms Soloalben und veröffentlichte eigene Platten, ebenfalls im Tex-Mex-Stil. In den 1990er-Jahren war Meyers neben Doug Sahm, Flaco Jimenez und Freddy Fender Mitglied der Tex-Mex-Supergroup Texas Tornados. Auch als Studiomusiker war Meyers gefragt. Er wirkte u. a. auf Bob Dylans Alben «Time Out of Mind» (1997) und «Love and Theft» (2001) mit. Meyers trat mehrfach in der Schweiz auf (z.B. Grindelwald 2005, Zürich 2008) und arbeitete auch mit Toni Vescoli zusammen («Baby was isch los», «De Augie und ich»)
Der am 20. November 1944 in Harlow (Middlesex) geborene britische Musiker, Tonmeister und Musikproduzent Mike Vernon (Bild) ist am 2. März 2026 gestorben. Er war Gründer des Labels Blue Horizon Records und arbeitete mit vielen Grössen der britischen Bluesszene zusammen, wie zum Beispiel Bluesbreakers, Duster Bennett, Savoy Brown, Chicken Shack, Eric Clapton, Fleetwood Mac, Peter Green, Danny Kirwan, John Mayall, Christine McVie, Ten Years After oder Climax Blues Band. Obwohl Vernon hauptsächlich mit Blues assoziiert wurde, arbeitete er auch ausserhalb dieses Feldes, etwa mit David Bowie oder im Bereich des Progressive Rock mit Focus. 2013 erhielt Vernon den Lifetime Achievement Award des British Blues Awards. (*)
Der am 13. November 1942 in New York City geborene US-amerikanische Blues-Sänger und -Gitarrist John Paul Hammond (Bild) ist am 28. Februar 2026 gestorben. Hammond gehörte seit dem Beginn der 1960er-Jahre zu den herausragenden Figuren des akustischen Blues. Er entdeckte für sich die Nische des Gitarrespielers mit Mundharmonika, der klassischen Blues aus den 1930er- bis 1950er-Jahren spielte. Aufnahmen aus den 1990er-Jahren beweisen aber auch die Fähigkeiten Hammonds als Bandleader und E-Gitarrist. Seit seinem Debütalbum, herausgegeben 1963 auf Vanguard Records, nahm John P. Hammond insgesamt 33 Langspielplatten auf. Hammond erhielt 1985 einen Grammy Award und war für vier weitere nominiert. Zuletzt erschien das Album «Rough & Tough». Hammond spielte oder nahm Platten auf mit Jimi Hendrix (der entdeckt wurde, während er in Hammonds Band spielte), Eric Clapton, Muddy Waters, Howlin’ Wolf, Duane Allman, Michael Bloomfield, J. J. Cale, Tom Waits, The Band, Charlie Musselwhite, Robbie Robertson, Levon Helm, David Bromberg, John Lee Hooker, Dr. John, Bob Dylan und vielen anderen. Als Produzent war er u.a. für George Benson, Alberta Hunter, Adam Makowicz, Stevie Ray Vaughan, Bob Dylan (Bootleg Series 1–3), Michael Bloomfield und Bruce Springsteen tätig. (*)
Der am 13. März 1939 in New York City geborene Sänger, Pianist, Komponist und Songschreiber Neil Sedaka (Bild) ist am 27. Februar 2026 in Los Angeles gestorben. Vor allem in den späten 1950er- und frühen 1960er-Jahren hatte er zahlreiche Hits wie «Oh! Carol», «Calendar Girl», «Stupid Cupid», «Happy Birthday, Sweet Sixteen» und «Breaking Up Is Hard to Do». Mitte der 1970er-Jahre erlebte er ein Comeback mit den Nummer-eins-Hits «Laughter in the Rain» und «Bad Blood». Als Komponist verfasste Sedaka mehr als 1’000 Songs für zahlreiche andere Künstler (u. a. «Is This the Way to Amarillo?», «Love Will Keep Us Together»). Bekannte Musiker wie Elton John, Frank Sinatra, Elvis Presley, Connie Francis, ABBA, Carpenters oder Tom Jones arbeiteten mit Sedaka oder coverten seine Lieder wie z.B. Eruption («One Way Ticket»). (*)
Die am 24. Januar 1932 im Quartier des Halles in Paris geborene französische Komponistin und Musikerin Éliane Radigue (Bild) ist am 23. Februar 2026 in Paris gestorben. Sie war eine wichtige Pionierin und Wegbereiterin der elektronischen Musik.
Der am 28. April 1950 in New York City geborene US-amerikanische Salsa-Musiker, Komponist, Sänger, Arrangeur, Bandleader und Musikproduzent Willie Colón (Bild) ist am 21. Februar 2026 ebenda gestorben. Willie Colón war ein Nuyorican, ein in New York geborener Sohn puerto-ricanischer Eltern. Der in der Bronx geborene Musiker wuchs nicht bei seinen Eltern, sondern mit seiner Grossmutter und seiner Tante auf. Durch sie war er von früh an mit der traditionellen Musik Puerto Ricos sowie mit anderer lateinamerikanischer Musik vertraut. Colón unterschrieb mit 15 Jahren einen Vertrag bei der Schallplatten-Firma Fania und gab dort sein erstes Album mit 17 Jahren heraus. Er arbeitete als Posaunist und unterstützender Sänger mit Künstler:innen wie Héctor Lavoe, Celia Cruz, Rubén Blades und Ray Barretto zusammen. Eines seiner Alben, «Siembra» – eine Koproduktion mit Blades – war lange Zeit die erfolgreichste Salsa-Platte aller Zeiten, bis ihn Jerry Rivera ablöste. (*) Willie Colón wurde immer wieder als «King of Salsa» bezeichnet.
Une nouvelle mouture de podcasts réalisés par les étudiants de l’EPFL explore la mémoire du Montreux Jazz Festival. On y découvre notamment l’accès très exclusif au chalet de Claude Nobs et la manière dont le festival s’est progressivement ouvert aux musiques actuelles.
«Fast Forward» der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia unterstützt fünf Projekte von Musikschaffenden aus der Schweiz, diesmal aus den Sparten aktuelle, experimentelle und elektronische Musik. Das zweijährige Programm richtet sich an «Mid-Career»-Musikschaffende (Soloprojekte oder kleine Formationen). Es hat zum Ziel, diese an einem Wendepunkt ihrer Laufbahn «substanziell und individuell zu fördern und so ihre langfristige Etablierung in der internationalen Szene zu ermöglichen».
SRF hat das «Musikmagazin» überarbeitet: Neu präsentiert sich die Audiosendung mit erweitertem Moderationsteam und erneuertem, genreübergreifendem Konzept. Die erste Sendung ist bereits online.
Der Schweizer Sänger, Keyboarder, Songwriter und Psychiater Dominique Grandjean ist im Alter von 81 Jahren gestorben, wie heute durch «srf.ch» bekannt wird. Mit seinen Bands Taxi und Hertz gestaltete er in den 1970er- und 1980er-Jahren die Schweizer Rockmusik massgeblich mit. Noch bis vor kurzem spielte er mit seiner Band grandjean. Dominique Grandjean war u.a. Urheber des Songs «Campari Soda», der zu den Klassikern unter den moderneren Schweizer Mundartliedern zählt.
Der am 13. Mai 1944 in Zürich als Heinrich Hepp geborene Schweizer Sänger, Musiker, Komponist, Songschreiber, Produzent, Dichter, Maler und Kulturvermittler Hardy Hepp (Bild) ist am 26. Februar 2026 in Frauenfeld gestorben, wie Freund:innen und Kolleg:innen in den Sozialen Medien schreiben. Er spielte im Laufe seiner Karriere hauptsächlich Klavier, aber auch Geige und Gitarre. Hepp ist eine der wichtigsten Figuren des kulturellen Aufbruchs der 1960er-Jahre in der Schweiz. Zu seiner Bedeutung schrieb der Kulturjournalist Stefan Künzli, Autor des Standardwerks «Schweizer Rockpioniere» (Zytglogge): «Hepps Beitrag für die Entwicklung von Pop und Rock in der Schweiz kann nicht überschätzt werden». (*)
Der am 29. Juli 1961 in Zürich geborene Schweizer Pianist, Keyboarder, Komponist, Arrangeur, Produzent und Bandleader Christoph Stiefel (Bild) ist gestorben, wie Jodok Hess am Samstag auf «srf.ch» schreibt. Stiefel konzentrierte sich seit 1980 auf seine Arbeit als Pianist und Komponist, er spielte dann als Sideman bei verschiedenen Bands. Die Formation Andreas Vollenweider & Friends führte Stiefel ab 1984 während fünf Jahren zu grossen Konzerttourneen in die USA, nach Kanada, Europa, Brasilien, Japan und Australien. Nach früheren eigenen Projekten formierte er 1990 sein eigenes Jazz Trio / Quartet, mit dem er sieben Alben produziert und viele Konzerte in Europa in verschiedenen Besetzungen gegeben hat. Ab 1995 verfolgte er vor allem die Weiterentwicklung seines Konzepts der Isorhythmen. 1997 erhielt Christoph Stiefel von der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia einen Kompositionsauftrag zugesprochen, für das Zürcher Kammerorchester ein Konzert für Klavier, zwei Schlagzeuge und Streichorchester zu schreiben. Die Uraufführung fand am 10. Juli 1998 statt. Daneben komponierte, arrangierte und produzierte er Musik für Werbung, Hörspiele und Filme, wie «Vollenweider – Die Geschichte eines Mörders». Stiefel war als Dozent an der Hochschule Luzern, Abteilung Jazz, tätig. (*)
Den 15. Februar 2026 widmet die Enter Technikwelt in Derendingen (SO) von 10 bis 17 Uhr der goldenen Ära der Schweizer Tonbandgeräte und ihrer Hersteller, «deren Präzision und Klangqualität weltweit Massstäbe setzte», wie das Museum schreibt. Geboten werden u.a. Fachvorträge, Live-Demonstrationen und Spezialführungen rund um Studiotechnik, Aufnahmepraxis und ikonische Geräte.
Ab 2026 bringen die Solothurner Filmtage Musik, Sound und Film unter dem neuen Label «Visioni Sonore» zusammen: mit Konzerten, Liveshows, Film- & Musik-Formaten sowie gezielten Industry-Events rund um Musik im Film. Sonart, der grösste Berufsverband für Musiker:innen in der Schweiz, unterstützt das Programm aktiv.
Der am 15. Juni 1937 in Saarbrücken geborene deutsche Komponist und Musiker Rolf Riehm (Bild) ist am 3. Januar 2026 gestorben, wie jetzt bekannt wird. Er studierte nach dem Abitur Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und von 1958 bis 1961 Oboe und Schulmusik an der Musikhochschule Frankfurt. Es folgte ein Studium der Komposition in der Meisterklasse von Wolfgang Fortner an der Musikhochschule Freiburg. Riehm war zunächst als Solo-Oboist und kurze Zeit im Schuldienst tätig. Ab 1968 wirkte er als Dozent an der Rheinischen Musikschule Köln und war bis 1972 Mitglied in der Gruppe 8 Köln, einem Zusammenschluss von Komponisten. Von 1974 bis 2000 hatte er eine Professur für Komposition und Tonsatz an der Musikhochschule Frankfurt inne.
Riehm war Mitbegründer der von 1964 bis 1970 bestehenden Frankfurter Vereinigung für Musik. Von 1976 bis 1981 war er Mitglied der Formation Sogenanntes Linksradikales Blasorchester. Er unternahm Konzertreisen und hielt Vorträge und Workshops in Europa, Amerika und Japan. Das Riehm-Archiv der Akademie der Künste Berlin, deren Mitglied er im Jahr 2010 wurde, verwahrt sämtliche Arbeitstagebücher, Vorarbeiten, Skizzen und Partiturreinschriften von Riehms Werken, auch des Frühwerks. (*)
Michel Richter (Bild), der älteste DJ der Schweiz, ist tot. Der 73-jährige Luzerner starb in der Nacht vom 1. auf den 2. Januar 2026 bei einem Wohnungsbrand in Horw. Michel Richter wurde in Norddeutschland an der Ostsee-Küste, in Travemünde geboren. Als er drei Jahre alt war, zog seine Familie in die Schweiz um. Er wuchs in Luzern auf. Nach einer Ausbildung zum Reisebürokaufmann arbeitete er als Profi-DJ, Musikjournalist, Radiomann, Konzertveranstalter, Texter und als A+R-Verantwortlicher bei einer Schallplattenfirma. Als DJ war er jährlich an bis zu hundert Anlässen zu erleben. Seinen letzten Auftritt hatte er am Silvester 2025 im Stadtkeller in Luzern. Michel Richter wurde als lebende Legende, wandelndes Musiklexikon, leidenschaftlicher Musikvermittler und humorvoller Menschenfreund beschrieben.
Erst kürzlich konnte Bruno Spoerri seinen 90. Geburtstag feiern, und schon steht sein nächstes Jubiläum an: Vor bald 70 Jahren wurde er Mitglied der SUISA. Höchste Zeit für einen ausführlichen Rückblick eines Musikers, der sich als gleichermassen wichtig und wegweisend für den Jazz, die elektronische Musik sowie die Film- und Werbemusik in der Schweiz erwiesen hat. In allem zeigt sich seine bis heute anhaltende grosse Offenheit für neue Ausdrucksmöglichkeiten. Markus Ganz hat für den SUISA-Blog einen lesenswerten und schön illustrierten Beitrag über Bruno Spoerri (Bild) verfasst, der auf einem umfangreichen, gehaltvollen Interview basiert.
Der Schweizerische Musikerverband (SMV) in Zürich sucht per 1. Juli 2026 oder nach Vereinbarung eine/n Generalsekretär:in (80-100 %). Der SMV vereint seit 1914 die Mitglieder der schweizerischen Berufsorchester und die freischaffenden / selbständigen Berufsmusikerinnen und Berufsmusiker aller Stilrichtungen. Er kämpft für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Musiker:innenbranche, wahrt und fördert die geistigen und materiellen Interessen seiner Mitglieder, beteiligt sich aktiv an der Kulturpolitik und bietet umfassende Dienstleistungen. Die Struktur des SMV ist föderalistisch. Die autonomen Sektionen vertreten den SMV in ihrer Region. Der Zentralvorstand dient als Bindeglied für die Sektionen und vertritt den SMV auf nationaler und internationaler Ebene.
Seit 2018 vergibt die Fondation Suisa mit «Get Going!» Werkbeiträge an Musikschaffende, die an einem künstlerischen Wendepunkt stehen und Zeit, Freiheit und Risiko für ihren nächsten Schritt brauchen. Das Programm unterstützt jährlich Projekte mit je 25’000 Franken, bei denen nicht ein fertiges Produkt im Zentrum steht, sondern der Prozess: Recherche, Entwicklung, Neuorientierung. 2025 zeichnete die Jury acht Vorhaben aus,«die mit Mut, künstlerischer Eigenständigkeit und gesellschaftlicher Relevanz auffallen», wie die Fondation Suisa schreibt.
Der am 4. März 1951 in Middlesbrough (England) geborene britische Rock- und Bluessänger, Komponist, Pianist und Gitarrist Christopher «Chris» Anton Rea (Bild) ist am 22. Dezember 2025 gestorben. Er war bekannt für seine heiser-rauchige Stimme und seine Bottleneck-Technik auf der Gitarre. Als Gastmusiker ist er auf zahlreichen Alben anderer Künstler zu hören, wie Bill Wyman, John Mayall, Snowy White, Elton John oder Paul Rodgers. Chris Reas Karriere beinhaltete zwei unterschiedliche Perioden, eine Pop-orientierte mit Rock-Blues-Musik in den 1980er- und 1990er-Jahren und eine mit vorwiegend klassischem Delta- und Gospel-Blues ab dem Jahr 2002. Rea veröffentlichte allein 26 Studioalben und verkaufte über 30 Millionen Tonträger (Stand: Mai 2023). Seine bekanntesten Songs mit regelmässiger Radiopräsenz sind «Fool» (If You Think It’s Over) (1978), «I Can Hear Your Heartbeat» (1983), «Josephine» (1985), «On the Beach» (1986), «Let’s Dance» (1987), «Driving Home for Christmas» (1986), «Road to Hell» (Part 2) (1989), «Auberge» (1991), «Looking for the Summer» (1991) und «Julia» (1993). (*)
Die UNESCO hat heute das Jodeln in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen: «Als emblematischer Gesang der Schweiz umfasst der Jodel eine grosse Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und ist tief in der Bevölkerung verankert.», heisst es in der entsprechenden Mitteilung.
Im Hinblick auf die Pensionierung von Urs Schnell im September 2026 hat der Stiftungsrat Fabio Baechtold (Bild) als neuen Direktor der Fondation Suisa ab 1. Juli 2026 gewählt.
Der am 21. Oktober 1941 in Dora (Missouri) geborene US-amerikanische Gitarrist, Songwriter, Tonmeister und Musikproduzent Steve «The Colonel» Cropper (Bild) ist am 3. Dezember 2025 in Nashville (Tennessee) gestorben. Er war Gründungsmitglied der Band Booker T. & the M.G.’s und treibende Kraft beim Stax-Label, wo er den charakteristischen Sound des Memphis-Soul mitprägte. Cropper ist auch bekannt als Co-Autor vieler unsterblicher Hits wie «(Sittin’ On) The Dock of the Bay» oder «In the Midnight Hour» und er war Mitglied der Blues Brothers Band. Cropper wurde zweimal mit dem Grammy ausgezeichnet. (*)
Sechs Monate nach dem Eurovision Song Contest (ESC) 2025 in Basel zieht die SRG-SSR eine positive Schlussbilanz: «Der Anlass erreichte weltweit ein grosses Publikum, blieb bei der SRG-SSR dank sorgfältiger Finanzsteuerung unter dem Budget und wurde mehrfach ausgezeichnet. Auch wirtschaftlich setzte der Event starke Impulse: Die bezahlenden Besucher:innen haben während ihrem Aufenthalt gut 90 Millionen Franken ausgegeben. Mit über 90 Prozent Zufriedenheit und hoher Wiederbesuchsabsicht bestätigt der ESC das professionelle und wirkungsstarke Engagement der SRG-SSR», heisst es in der heutigen Medienmitteilung.
Der am 2. April 1953 in Wohlen geborene Aargauer Sänger, Gitarrist, Akkordeonist, Keyboarder, Songschreiber und Musikjournalist Albert Kuhn (Bild) ist am 21. November 2025 gestorben, wie Freund:innen und Kolleg:innen in sozialen Medien sowie Jean-Martin Büttner in den Tamedia-Zeitungen schreiben. Kuhn war u.a. prägendes Mitglied der Schweizer Bands Frostschutz, MosCowboys und Die Türen. Als freier Journalist schrieb er u.a. für die «WOZ», die «NZZ», die alte «Weltwoche», «Das Magazin» und das «Greenpeace Magazin»
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Radio SRF 1, «Swissmade» vom heutigen Samstag, 14.03 Uhr
Im Jahr 2024 gingen die Besuche in Kultureinrichtungen und die Freizeitaktivitäten ausserhalb der eigenen vier Wände im Vergleich zu 2019 zurück. Die grosse Ausnahme waren Festivals. Nahezu 80% der Bevölkerung würden gerne mehr Kulturbesuche unternehmen, sehen sich jedoch vor allem durch Zeit- und Geldmangel eingeschränkt. Individuellere Freizeitbeschäftigungen sind im Aufschwung: Digitale Tätigkeiten sowie kreative Hobbys im Amateurbereich haben stark zugenommen, insbesondere bei den 15- bis 29-Jährigen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) zeichnet erstmals ein Bild des postpandemischen Kultur- und Freizeitverhaltens in der Schweiz. Es stellt einen «Rückzug ins Private nach der Pandemie» fest.
Offenbar ist es beschlossene Sache, dass SRF die langjährige regelmässige Sendung «Musik unserer Zeit» auf Radio SRF 2 Kultur streichen wird. In sogenannten sozialen Medien löst der Entscheid grosse Betroffenheit aus. Die Schweizer Pianistin Simone Keller schrieb dazu auf «Facebook» einen fundierten und engagierten Kommentar. SRF hat auf eine schriftliche Bitte von ch-cultura.ch um Bestätigung oder Dementierung der Sendungs-Absetzung bis jetzt nicht reagiert (*); SRF antwortet Simone Keller auf «Facebook» aber wie folgt: «Der Entscheid, die Sendung ‹Musik unserer Zeit» einzustellen, ist (uns) nicht leicht gefallen. Doch sind solche Massnahmen unumgänglich. Das Budget von SRF ist seit 2023 um 24 Millionen Franken gesunken und wird 2026 um weitere 20 Millionen Franken zurückgehen.» SRF werde weiterhin über zeitgenössische Musik berichten. In Zukunft vermehrt auch in «publikumsstärkeren» Sendungen auf SRF 2 Kultur.
Die Anmeldung für die Demotape Clinic ist ab sofort und noch bis zum 21. Dezember 2025, 23.59 Uhr, offen.