SOEBEN VERSCHICKT: DER NEWSLETTER 15/2026 VON CH-CULTURA.CH
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Sonderausstellung World Nature Forum (WNF), Naters, bis im November 2026
Der Schweizer Kulturvermittler, Musiker, Politiker und Unternehmer Hector Herzig (Bild) ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Er war u.a. massgeblich an der Lancierung der nationalen Musikinitative beteiligt, mit der das Schweizer Volk 2012 den neuen Verfassungsartikel «Musikalische Bildung» in die Bundesverfassung aufnahm.
Das Bundesamt für Kultur (BAK) vergibt zum 13. Mal die Schweizer Musikpreise. Neben der Auszeichnung der Jodlerin und Kulturvermittlerin Nadja Räss (Bild) mit dem Schweizer Grand Prix Musik würdigt das BAK zehn weitere Schweizer Musikschaffende, Kollektive und Institutionen. Die Preisverleihung findet am 19. September 2026 anlässlich des Festivals Label Suisse in der Salle Paderewski im Casino de Montbenon in Lausanne statt. Die Schweizer Musikpreise werden vom Bundesamt für Kultur im Auftrag des Eidgenössischen Departements des Innern (EDI) verliehen. Der Schweizer Grand Prix Musik ist mit 100’000 Franken dotiert, die sieben Schweizer Musikpreise sind mit je 40’000 Franken und die drei Spezialpreise Musik mit je 25’000 Franken dotiert.
Esposizione MUSEC Museo delle Culture, Villa Malpensata, Lugano, dal 11 giugno fino al 25 ottobre 2026
Die Musikerin, Sängerin, Performerin und Komponistin Erika Stucky (Bild) erhält den Kunstpreis 2026 der Stadt Zürich. Die Auszeichnung für besondere kulturelle Verdienste geht an den Kulturjournalisten Thierry Frochaux.
Les services de la culture des cantons du Valais, de Fribourg, de Vaud et du Jura dévoilent «Patoisromands.ch», une plateforme intercantonale inédite dédiée à la sauvegarde et à la valorisation des patois romands. Face à l’urgence de leur préservation, ce projet propose un espace numérique commun qui vise à renforcer leur visibilité, à fédérer les ressources et en faciliter l’accès, tant pour les locutrices et locuteurs que pour toutes les personnes qui désirent les découvrir ou se les réapproprier.
Vom 14. bis am 17. Mai 2026 findet das 35. Eidgenössische Musikfest in Biel-Bienne statt. Die SRG-SSR begleitet das Fest gemeinsam mit ihren Regionaleinheiten als Hauptmedien-Partnerin und berichtet auf all ihren Kanälen direkt aus Biel-Bienne. Über 30 Stunden Live-Übertragungen auf den Online-Kanälen, moderierte Live-Sendungen in Radio und Fernsehen sowie verschiedene Formate im Nachgang des Fests sind Teil der umfassenden Berichterstattung.
Am Samstagabend wurde in Zürich im Kongresshaus der diesjährige Prix Walo verteilt. Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhielt der 80jährige Unternehmer, Musik- und Showmanager Freddy Burger. Der Publikumspreis ging an den 53jährigen SRF-Fernsehmoderator Nic Hartmann. Der Prix Walo des Vereins Show Szene Schweiz wurde dieses Jahr zum 50. Mal verliehen.
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten zwei Wochen aus Schweizer Perspektive
Die Dätwyler-Stiftung vergibt den Dätwyler-Preis dieses Jahr dreimal. Ausgezeichnet werden der Urner Kulturjournalist und Medienpionier Felix Schenker, die Musikerfamilie Gehrig aus Andermatt sowie die beiden Vereine Urner Ferien(s)pass und Sportpass Uri gemeinsam. Der Preis ist mit je CHF 20’000 dotiert. Die Dätwyler-Stiftung vergibt den Dätwyler-Preis in der Regel alle drei Jahre. Sie zeichnet damit Persönlichkeiten und Institutionen aus, «die durch herausragende Einzelleistungen oder durch langjähriges, nachhaltiges Wirken das kulturelle und gesellschaftliche Leben im Kanton Uri entscheidend prägen». Der Stiftungsrat hat entschieden, den Preis 2026 dreimal zu vergeben.
Das Haus der Volksmusik in Altdorf feiert seinen 20. Geburtstag – «und das mit neuer Präsidentin, eigenem Magazin und einer Vision: Das Kompetenzzentrum der Schweizer Volksmusik beweist damit, dass in jeder Tradition immer auch ein Stück Aufbruch steckt.», heisst es in der aktuellen Mitteilung aus Altdorf.
Die am 8. September 1933 in Satara (Britisch-Indien) als Asha Mangeshkar geborene indische Sängerin Asha Bhosle (Bild) ist am 12. April 2026 in Mumbai (Indien) gestorben. Asha Bhosle sang Ghazals, Bhajans sowie Lieder Rabindranath Thakurs und Kazi Nazrul Islams und war insbesondere für ihre Filmsongs bekannt. Gemeinsam mit ihrer älteren, 2022 verstorbenen Schwester Lata Mangeshkar, dominierte sie den weiblichen Playbackgesang indischer Filme über mehr als sechs Jahrzehnte und nahm Lieder für mehr als 1’000 Filme in vielen indischen Sprachen auf. (*)
Sonderausstellung im Klingenden Museum Bern, vom 18. April 2026 bis im März 2027
Eine Auswahl kultureller Informationen, Beobachtungen und Kommentare der letzten drei Wochen aus Schweizer Perspektive
Die Schweiz hat diese Woche bei der UNESCO die multinationale Kandidatur «Alpines Esskulturerbe. Gemeinschaftlich getragene Bewahrungsprogramme» zur Aufnahme in das UNESCO-Register guter Praxisbeispiele zur Bewahrung des Immateriellen Kulturerbes eingereicht. Diese Kandidatur, die auf einem wiedererwachten Interesse an nachhaltiger Ernährung fusst, wird von Frankreich, Italien, Slowenien und der Schweiz gemeinsam eingereicht und von der Schweiz koordiniert.
Ausstellung im Museum für Lebensgeschichten, Speicher (AR), bis am 14. November 2026
Der Kanton Obwalden unterstützt das Volkskulturfest Obwald weiterhin finanziell. Der Trägerverein erhält für die nächsten drei Festivals der Jahre 2026 bis 2028 einen Gesamtbeitrag von 210’000 Franken. «Das Volkskulturfest Obwald ist mit seiner nationalen Ausstrahlung ein fester Bestanteil des Obwaldner Kulturlebens. Der Regierungsrat unterstützt den Anlass für drei Jahre und spricht dafür jährlich 70’000 Franken aus dem Swisslos-Fonds. Somit setzt der Kanton Obwalden seine Unterstützung des Musikfestivals auf dem Niveau der vergangenen Jahre fort.», heisst es in der heutigen Medienmitteilung.
Die am 28. September 1953 in Sylane bei Tuam (County Galway, Irland) geborene irische Folksängerin Dolores Keane (Bild) ist am 16. März 2026 in Caherlistra gestorben. Sie war zunächst Mitbegründerin der irischen Band De Dannan und startete kurz darauf ihre Solokarriere. In den 1990er-Jahren erlangte sie grosse Bekanntheit, pausierte dann jedoch ihre Karriere, ehe sie ab Mitte der 2010er-Jahre wieder auftrat. Keane ist weltweit bekannt für ihre tiefe, melodische Stimme. Ihre Aufnahmen von Liedern wie Dougie MacLeans «Caledonia», Frank A. Faheys «Galway Bay», Paul Bradys «The Island» und Donagh Longs «Never Be the Sun» gelten als einige der bekanntesten Interpretationen im Irish Folk. Berühmt ist Keane nicht nur für ihre Solokarriere, sondern auch für ihr Mitwirken bei der erfolgreichen Folk-Anthologie «A Woman’s Heart», die sie zusammen mit anderen bekannten irischen Sängerinnen aufnahm. (*)
Der am 23. Oktober 1942 in Lausanne als Peter Klein geborene Maler, Zeichner und Plastiker, Musiker, Schauspieler, Erzähler, Regisseur, Theater- und Hörspielautor Timmermahn (Bild) ist am 14. März 2026 in Bern gestorben. Er hatte sich seinen Künstlernamen mit dem mahnenden «H» schon als 25-Jähriger zugelegt. Der Enkel des Basler Läckerli- und Bonbonfabrikanten André Klein lernte Schaufensterdekorateur und arbeitete danach als Kulissenmaler am Stadttheater Bern. Ab den 1960er-Jahren verdiente er sich sein Brot als Kunstmaler und genoss die Freiheiten des wilden Lebens. Unter anderem an der Seite von Künstlerfreunden wie dem Schweizer Bildhauer Bernhard Luginbühl oder der Mundartlegende Polo Hofer. Alle drei gelten als Urgesteine der Berner Kunstszene. Timmermahn lebte auf Kreta, in Holland, in Italien, im Tessin und 25 Jahre in einem alten Bauernhaus in Rüeggisberg, bis es ihn wieder in die Stadt Bern zog.
Franz «Baazli» Manser (Bild) erhält den Innerrhoder Kulturpreis. Er wird damit für sein langjähriges Schaffen und Wirken in der Appenzeller Volksmusik ausgezeichnet.
Die UNESCO hat heute das Jodeln in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen: «Als emblematischer Gesang der Schweiz umfasst der Jodel eine grosse Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen und ist tief in der Bevölkerung verankert.», heisst es in der entsprechenden Mitteilung.
Der Preis der J. E. Brandenberger-Stiftung fürs Jahr 2025 wurde in Bern an Corin Curschellas (Bild) verliehen, «in Anerkennung ihres besonderen und anhaltenden Einsatzes für die Förderung, die Weiterentwicklung, das Erhalten und die Weitergabe von schweizerischen Traditionen mit dem Ziel, dieses wertvolle Kulturerbe auch für zukünftige Generationen lebendig zu halten», wie die Stiftung schreibt. Der Preis ist mit 200’000 Franken dotiert und damit einer der höchstdotierten Kulturpreise der Schweiz.
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Ausstellung im Museum Rietberg Zürich, bis am 22. Februar 2026
Im Jahr 2024 gingen die Besuche in Kultureinrichtungen und die Freizeitaktivitäten ausserhalb der eigenen vier Wände im Vergleich zu 2019 zurück. Die grosse Ausnahme waren Festivals. Nahezu 80% der Bevölkerung würden gerne mehr Kulturbesuche unternehmen, sehen sich jedoch vor allem durch Zeit- und Geldmangel eingeschränkt. Individuellere Freizeitbeschäftigungen sind im Aufschwung: Digitale Tätigkeiten sowie kreative Hobbys im Amateurbereich haben stark zugenommen, insbesondere bei den 15- bis 29-Jährigen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) zeichnet erstmals ein Bild des postpandemischen Kultur- und Freizeitverhaltens in der Schweiz. Es stellt einen «Rückzug ins Private nach der Pandemie» fest.
Esposizione Museo delle Culture (MUSEC), Lugano, Villa Malpensata, Spazio Cielo, fino al 1° marzo 2026
Érik Marchand (Bild), geboren am 2. Oktober 1955 in Paris und gestorben am 30. Oktober 2025 in Rumänien, war ein französischer Sänger und Musiker bretonischer Herkunft. In den 1970er-Jahren erhielt er Gesangsunterricht von Manuel Kerjean, Marcel Guilloux und Yann-Fañch Kemener, und er erlernte zudem das Spiel auf der bretonischen Klarinette (treujenn gaol). Als Gründer und Leiter der Kreiz Breizh Akademi widmete er sich dem Sammeln und Weitergeben musikalischer Traditionen und der Förderung einer globalen Musik-Perspektive. Er erkundete ein breites Spektrum musikalischer Erfahrungen, um eine populäre Musik zu schaffen, die tief in der Tradition verwurzelt und gleichzeitig offen für kulturelle Fusionen ist (rumänische Musik von Taraf de Caransebes, rockige Musik mit Rodolphe Burger, dem ehemaligen Frontmann der Band Kat Onoma, Jazz mit Jacques Pellen usw.). (*)
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten vierzehn Tage aus Schweizer Perspektive
Ausstellung im Zeughaus Teufen, vom 1. November 2025 bis am 1. März 2026 – Eröffnung am 1. November 2025 um 17 Uhr
Der am 19. September 1948 geborene französische Folk-Pionier Jean Blanchard (Bild) ist am 28. Oktober 2025 gestorben. Er war Spezialist für den Dudelsack aus Zentralfrankreich, spielte zudem u.a. Geige, Akkordeon und Banjo; er war ein begeisternder Sänger und gab mit seiner Band La Bamboche unvergessliche Konzerte auch in der Schweiz in Folkcubs und an Folkfestivals. Vor allem aber war er ein unermüdlicher Entdecker, Forscher, Sammler, Anreger und Vermittler im Bereich der Musik aus dem Volk.
Am 18. Oktober 2025 wird der 1979 geborenen Jodlerin und Gesangspädagogin Nadja Räss (Bild) der «Goldene Violinschlüssel 2025» verliehen. Nadja Räss aus dem Kanton Schwyz ist eine der vielseitigsten, besten und kreativsten Jodlerinnen der Schweiz. Sie interpretiert nicht nur neue – vielfach eigene – Kompositionen, sondern singt auch unterschiedliche Arten von mündlich und schriftlich überlieferten Schweizer Naturjodeln und Jodelliedern. Das Singen wurde Nadja Räss buchstäblich in die Wiege gelegt. In ihrer frühsten Kindheit ist sie durch die Verwandtschaft väterlicherseits in Kontakt mit dem Appenzeller Naturjodel gekommen, auch im Elternhaus im Kanton Schwyz war der Jodelgesang omnipräsent. Bald schon stand für Nadja fest: «Wenn ich gross bin, werde ich Jodlerin».
2025 ist die letzte Ausgabe von Pius Knüsel als Geschäftsführer des Alpentöne Musikfestivals. Es ist seine vierte. Benno Muheim, Kulturschaffender und Musiker aus Uri, tritt seine Nachfolge an.
Ende August 2025 findet in Mollis das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF 2025 Glarnerland+) statt. Die Tradition des Schwingsports und seine gesellschaftliche Bedeutung sind tief verwurzelt im Kanton Glarus. Das zeigt eine Zeitreise im Landesarchiv zu den Glarner Schwingfesten von anno dazumal.
Eine Auswahl kultureller Informationen der letzten dreiunddreissig Tage aus Schweizer Perspektive
Im Alter von 86 Jahren ist Peter Eggenberger (Bild) am 2. Juli 2025 an seinem Wohnort in Au (SG) gestorben. Der lange Jahre in Wolfhalden (AR) lebende Peter Eggenberger machte sich einen Namen als Autor zahlreicher Bücher und unzähliger Medienberichte. «Mit seinem profunden Wissen über das Land und seiner Liebe zu den Leuten war er Botschafter einer ganzen Region», schreibt Verleger Marcel Steiner in der Mitteilung des Verlagshauses Schwellbrunn. Eggenberger war auch Mitgründer des Witzweges zwischen Heiden und Walzenhausen. Mit dem Klischee des besonders witzigen Appenzellers setzte sich Peter Eggenberger im Standardwerk «Der Appenzeller Witz» auf ebenso fachkundige wie vergnügliche Art auseinander.
«Renversement» – La quinzième édition de l’Enquête photographique fribourgeoise explorera les pratiques carnavalesques du canton de Fribourg-Freiburg
Der am 28. August 1944 in Intragna (TI) geborene Sänger, Giarrist, Komponist und Theatermann Roberto Maggini ist am 19. Juni 2025 in San Vito lo Capo (Sizilien) gestorben. Nach seiner Ausbildung zum Elektriker war er im technischen Bereich im Teatro Dimitri in Verscio und auch auf den Tourneen von Clown Dimitri tätig. Er besuchte von 1975 bis 1978 die Sculoa Teatro Dimitri und leitete von 2002 bis 2012 das Teatro Dimitri. Landesweit bekannt wurde er mit Tessiner Volksliedern, die er im Duo mit Dimitri vortrug. Eng war auch die Zusammenarbeit mit dem Tessiner Musikwissenschaftler, Musiker, Sänger und RSI-Radioredaktor Pietro Bianchi. Maggini gehörte zu den Gründern der Compagnia Teatro Paravento in Locarno.
Wie klingt eigentlich die Schweiz? Die Wechselausstellung «Volksmusik» im Forum Schweizer Geschichte Schwyz widmet sich ab dem 14. Juni 2025 den vielen Facetten der populären Schweizer Musikkultur – von traditionellen Instrumenten über die Stimmen und Gesichter der Volksmusik bis hin zu modernen Interpretationen. Und Mitmachen ist erwünscht – auf der «Stubete-Bühne» darf geörgelet, gejodelt und getanzt werden.
Zwischen dem 11. und 26. Juni 2025 widmet SRF dem Chorgesang einen Programmschwerpunkt. In zahlreichen Sendungen, Beiträgen und Konzertübertragungen auf Radio SRF 2 Kultur und Radio SRF Musikwelle werden Chöre im Zentrum stehen. Ab Mittwoch, 11. Juni 2025, 20.00 Uhr, Radio SRF 2 Kultur