21. Januar 2026
WINTERTHUR: DIE FOTOSTIFTUNG SCHWEIZ WILL SICH «STRATEGISCH UND ORGANISATORISCH NEU AUFSTELLEN»
«Die Fotostiftung Schweiz stellt sich strategisch und organisatorisch neu auf. Mit einer mehrjährigen Transformation stärkt sie ihre Sammlungsarbeit, investiert in Digitalisierung und richtet ihre Ausstellungstätigkeit vermehrt extra muros aus.», schreibt die Stiftung in ihrer Medienmitteilung vom Dienstag. Damit soll «das fotografische Erbe der Schweiz dauerhaft gesichert, öffentlich zugänglich und als Referenz für Museen, Medien und Forschung noch besser nutzbar bleiben.» Seit ihrer Gründung 1971 engagiert sich die Fotostiftung «als führende Institution für die Erforschung und Vermittlung des visuellen Erbes der Schweiz». Im Auftrag des Bundes bewahrt sie in Winterthur eine umfassende Sammlung zur Schweizer Fotografie, u.a. mit rund 160 Archiven bedeutender Fotografinnen und Fotografen.

Bild: Vorschau zur kommenden Ausstellung «Frauen. Fragen. Fotoarchive.» in der Fotostiftung Schweiz in Winterthur (28.02.–14.06.2026) – Elisabeth Brühlmann, Marie Ottomann-Rothacher bei der Arbeit im Atelier von Hans Peter Klauser, Zürich, 1960 – © Elisabeth Brühlmann Sarlo / Fotostiftung Schweiz
«Nachhaltige Transformation»
Die Fotostiftung Schweiz reagiert «auf neue und sich weiter verändernde Rahmenbedingungen, um sich konsequent auf den Kernauftrag auszurichten», wie sie schreibt. Die Sammlungen sollen dabei das Herzstück der Stiftung bleiben: «Sie bilden die Grundlage für kulturelle Teilhabe, Bildung und Forschung. Die archivarische Expertise soll gestärkt und digitale Angebote und Formate erweitert werden. Ab 2027 richtet die Fotostiftung ihre Ausstellungstätigkeit vermehrt auf Projekte extra muros aus und festigt damit ihre nationale Präsenz.»
«Organisatorische Anpassungen»
Im Zuge dieser Weiterentwicklung werde auch die Organisation angepasst: «Die operative Leitung übernimmt ab Frühling 2026 ein Führungsteam aus langjährigen Mitarbeiterinnen, welches die anstehenden Veränderungsprozesse gemeinsam verantwortet: Kerstin Camenisch (Administration), Madleina Deplazes (Archive & Sammlungen), Teresa Gruber (Ausstellungen & Vertiefung) und Katharina Rippstein (Digitalisierung & Bildnutzung).»
Der Direktor Lars Willumeit werde nach der Realisierung der Ausstellung zu Andri Pol die Fotostiftung Schweiz auf eigenen Wunsch verlassen, um sich einer neuen beruflichen Herausforderung zuzuwenden. «Der Stiftungsrat dankt Lars Willumeit für sein Engagement und seine grossen Verdienste um diese Neuausrichtung der Fotostiftung.», wird in der Medienmitteilung festgehalten.
Ausblick
Mit der angestrebten Neugestaltung mache die Fotostiftung «die Vielfalt der Schweizer Fotogeschichte sichtbarer, eröffnet Dritten neue Nutzungsmöglichkeiten und festigt zusammen mit dem Fotomuseum Winterthur ihre Position als Kompetenzzentrum für die Schweizer Fotografie.»
Das Ausstellungsprogramm 2026 mit den Ausstellungen «Frauen. Fragen. Fotoarchive.» (ab 28. Februar 2026) sowie «Andri Pol – Poliversum» (27. Juni – 6. Dezember 2026) zeige die Fotostiftung Schweiz als «Ort der Vermittlung und der lebendigen Auseinandersetzung mit Fotografie», wie die Stiftung in ihrer Mitteilung abschliessend betont.
Quelle / Kontakt:
Über die Stiftung
Die Fotostiftung Schweiz, 1971 gegründet, ist eine gemeinnützige privatrechtliche Stiftung, die sich für die Erhaltung, Erforschung und Vermittlung von fotografischen Werken einsetzt. Sie sammelt in erster Linie fotografische Werke mit Bezug zur Schweiz (Helvetica), von den Anfängen der Fotografie bis zur Gegenwart. Dabei berücksichtigt sie künstlerische Ausdrucksformen ebenso wie dokumentarische, angewandte und private Formen der Fotografie.
Mit vier bis sechs Ausstellungen jährlich stellt die Fotostiftung Schweiz wichtige Positionen der aktuellen und historischen Fotografie vor. Neben den Ausstellungen in den eigenen Räumlichkeiten in Winterthur zeigt sie Werke ihrer Sammlung regelmässig in schweizerischen und internationalen Museen.
Die Fotostiftung Schweiz engagiert sich aktiv für die Vermittlung von Wissen. Durch Vermittlungsformate für Schulen und Privatpersonen fördert sie die visuelle Lesefähigkeit sowie Kompetenzen im verantwortlichen und kritischen Umgang mit fotografischen Bildern. Sie gibt monografische oder thematische Publikationen heraus, um die von ihr vertretenen Fotograf:innen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. In eigenen fotohistorischen Publikationen oder Beiträgen in Fachzeitschriften widmet sie sich überdies der Erforschung der schweizerischen und internationalen Fotografiegeschichte. Sie betreibt eine Online-Datenbank, auf der sie ihre digitalisierten Bestände für Recherchen zugänglich macht und für Nutzungen zur Verfügung stellt.
Gemeinsam mit dem Fotomuseum Winterthur führt die Fotostiftung Schweiz eine öffentliche Fachbibliothek mit über 30’000 Publikationen zum Thema Fotografie.
Die Fotostiftung Schweiz wird von Bund (Bundesamt für Kultur), Kantonen (Zürich, Thurgau und Tessin) und der Stadt Winterthur gefördert. Die weiteren Mittel, die sie für den Betrieb und die Aktivitäten benötigt, werden von der Fotostiftung selbst erwirtschaftet und durch private Zuwendungen gedeckt. Ein grosser Dank geht an alle Unterstützer:innen, die die Aktivitäten der Stiftung mit finanziellen Beiträgen, aber auch mit persönlichem Engagement fördern.
Stiftungsrat:
Präsident: Andreas Spillmann
Mitglieder: Anne-Laure Bandle, Filippo Beck, Tobia Bezzola, Livio De Maria, Nathalie Herschdorfer, Andrew Holland, Leticia Labaronne, Jann Jenatsch, Andreas Schoellhorn
cp
Quelle:
https://fotostiftung.ch/de/stiftung/institution/
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger