29. November 2025
BASEL: JÜDISCHES MUSEUM DER SCHWEIZ FEIERT NEUERÖFFNUNG
Die Neueröffnung des Jüdischen Museums der Schweiz an der Vesalgasse 5 in Basel findet am Sonntag, 30. November 2025, von 11 bis 17 Uhr statt.

Bild: Das neue Jüdische Museum der Schweiz in Basel – Foto: © Valerie Wendenburg, «Bajour» 2025, https://bajour.ch/a/das-juedische-museum-beschreitet-eine-neue-epoche
Das Jüdische Museum der Schweiz, gegründet 1966 als erstes Jüdisches Museum im deutschsprachigen Raum nach dem Krieg, ist stetig gewachsen, von der Zahl der Sammlungsobjekte zur Zahl der gebuchten Führungen, vom Besucher:innen-Aufkommen bis hin zum Veranstaltungsangebot. Im neuen Haus hat das Museum mehr Platz, ein besseres Klima und schönere Räume.
Das neue Jüdische Museum der Schweiz befindet sich in der Vesalgasse 5, 4051 Basel. Für die Dauer- und Wechselausstellungen, Werkstatt- und Veranstaltungsräume, Bibliothek und Büro sind jetzt 750m2 Platz vorhanden.
Das Basler Architekturbüro Diener & Diener verantwortet den Umbau des Hauses.
Das Areal neben dem neuen Haus ist historisch bedeutsam. Es war einst der Friedhof der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde. Monumentale Grabsteine aus dem 13./14. Jahrhundert haben die Pogrome der Pest-Zeit (1349) überlebt und werden am Eingang ausgestellt. Das Museum macht mit einer Freiluftinstallation die Geschichte des Ortes sichtbar. Das Jüdische Museum realisiert die Installation zusammen mit seinen Leihgebern, dem Historischen Museum Basel und der archäologischen Bodenforschung.
Das Museum öffnet seine Türen am Sonntag, 30. November 2025 ab 11 Uhr.
Als Frontispiz des neuen Hauses dient eine Reproduktion des Werkes «Jeziory» des US-amerikanischen Künstlers Frank Stella aus dem Jahr 1973. Das abstrakte Werk inspiriert sich an Vorkriegsfotografien einer einst prächtigen Holzsynagoge in der gleichnamigen Kleinstadt im heutigen Weissrussland. Das Werk gehört zu «Polish Villages», einer Gruppe von monumentalen Plastiken, Collagen und Maquetten, die Frank Stella nach osteuropäischen Kleinstädten mit Holzsynagogen benannte, die die Nazis zerstörten. Als Frontispiz hängt es an der Fassade eines neuen Hauses, das mit jüdischer Kultur gefüllt wird.
Die neue Dauerausstellung heisst «Kult, Kultur, Kunst. Jüdische Erfahrungen». Auf zwei Etagen werden Kunstwerke, Kultobjekte und Archivalia ausgestellt. Knapp 80 Archivschubladen zeigen Miniaturen aus dem Museumsbestand und bieten eine Vertiefungsebene zu den Ausstellungsthemen. Ein wiederkehrendes, kontributives Element ist «Sammeln in Echtzeit»: Besucher:innen tragen zu bestimmten Themen mit ihren persönlichen Fotos bei. Eine Kinderspur bietet interaktive Inhalte, die die Ausstellung für Vier- bis Zwölfjährige spielerisch begleiten.
Die erste Sonderausstellung, «Frank Stella und die zerstörten Holzsynagogen Osteuropas» setzt mit dem Werk «Jeziory» an und bietet Kontext zu Frank Stellas Werkgruppe «Polish Village». Neben Originalwerken Frank Stellas zeigt das Museum 24 Synagogenmodelle des Überlebenden Moshe Verbin.
Der Umzug des Museums wurde durch die Unterstützung des Kantons Basel-Stadt, von öffentlichen Institutionen, privaten Stiftungen, darunter die Christoph Merian Stiftung, und Gönner:innen ermöglicht.
Nadia Guth Biasini ist die Präsidentin des Vereins für das Jüdische Museum der Schweiz, Naomi Lubrich ist die Museumsdirektorin.
jms
Quelle / Kontakt:
https://www.juedisches-museum.ch/uber-uns/
Mehr:
Radio SRF 1, «Echo der Zeit» vom 27.11.2025
Neueröffnung des Jüdischen Museums Schweiz
Am Sonntag öffnet das Jüdische Museum Schweiz in Basel in einem umgebauten, ehemaligen Tabaklager seine Türen. Es hat nun doppelt so viel Fläche wie am alten Standort. Ein Besuch.
Raphael Zehnder
«Bajour» am 27.11.2025:
Das Jüdische Museum beschreitet eine neue Epoche
Das neue Jüdische Museum der Schweiz öffnet an der Basler Vesalgasse seine Tore und lädt zu einer Reise durch die Geschichte des Judentums in der Schweiz ein. Bajour hat vorab Einblicke in die Schau erhalten, die erkenntnisreich und überraschend zugleich ist.
Valerie Wendenburg
https://bajour.ch/a/das-juedische-museum-beschreitet-eine-neue-epoche
Video:
Jüdisches Museum der Schweiz: Video Neues Haus
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Kommentare von Daniel Leutenegger