Buch-Vernissage in der Zürcher Buchhandlung Never Stop Reading, am 26. August 2026, 19 Uhr

Bild: Gertrud Vogler mit Kamera auf dem Gelände des Autonomen Jugendzentrums Zürich, Oktober 1981 – Foto: Michel Fries; SozArch F 5111-013-012

Bild: Wohlgroth Areal Zürich, 1993 – Foto: © Gertrud Vogler, Schweizerisches Sozialarchiv
Das Buch «Gertrud Vogler. Soziale Brennpunkte. Fotografien aus einer Zeit im Umbruch. 1975–2000» zeigt erstmals umfassend das Werk der Zürcher Fotografin Gertrud Vogler (1936–2018). Die Autoren und Herausgeber Stefan Länzlinger und Silvan Lerch haben rund 200 ihrer Aufnahmen thematisch gebündelt und sie betten diese ein in Ausführungen zur damaligen Zeit sowie zum Leben und Werk Voglers.
Dazu kommen Essays zu ausgewählten Themenfeldern: Die Kulturwissenschaftlerin Daniela Janser schreibt über Voglers Porträts, der Soziologe und Urbanist Christian Schmid geht auf die Stadtentwicklung Zürichs ein und ein generationenübergreifendes Gespräch der Historikerinnen Elisabeth Joris und Anne-Christine Schindler ist der feministischen Bewegung gewidmet.

Bild: Internationaler Frauentag in Zürich. Limmatquai, 1987 – Foto: © Gertrud Vogler, Schweizerisches Sozialarchiv
Gertrud Vogler entwickelte sich als Autodidaktin zu einer einzigartigen Chronistin des Alltags. Ihr Blick für soziale Brennpunkte des ausgehenden 20. Jahrhunderts erfasste Themen, die nach wie vor aktuell sind: emanzipatorische Bewegungen, die Integration gesellschaftlicher Minderheiten, Wohnungsnot oder das Elend offener Drogenszenen. Voglers Fotografie ist beiläufig und eindringlich zugleich. Dank ihres offenen Wesens erhielt sie Zutritt zu Orten und Szenen, die anderen verschlossen blieben oder zu gefährlich erschienen.

Bild: Razzia im Autonomen Jugendzentrum in Zürich, 1980 – Foto: © Gertrud Vogler, Schweizerisches Sozialarchiv
Gertrud Vogler fotografierte Strassenproteste und Hausbesetzungen, das Drogenelend auf dem Platzspitz und am Letten, die Frauenbewegung, Randgruppen, aber auch Arbeiterinnen und Arbeiter sowie den ganz normalen Alltag. Ihre Reportagen und Fotoporträts entstanden zu einem grossen Teil in Zürich und dokumentieren das letzte Viertel des 20. Jahrhunderts auf eindrückliche Weise. Die autodidaktische Fotografin, die während über 20 Jahren für die «WOZ» arbeitete, war nah dran und begegnete den Porträtierten stets auf Augenhöhe.
«Der Bildband ist eine überzeugende Hommage an die Zürcher Fotografin Gertrud Vogler und die erste Monografie zu ihrem Schaffen, das im Schweizerischen Sozialarchiv aufbewahrt wird. Zugleich erzählt das Buch ein Stück Zeitgeschichte.» (Zentralbibliothek Zürich)
Mehr:
Gertrud Vogler (1936-2018)
https://www.sozialarchiv.ch/2018/03/10/gertrud-vogler-1936-2018/
Das Fotoarchiv von Gertrud Vogler
https://www.sozialarchiv.ch/2016/11/11/das-fotoarchiv-von-gertrud-vogler/
Zärtlichkeit und Zorn: Bilder eines verschwundenen Zürichs
Zum Buch:
Gertrud Vogler
Soziale Brennpunkte. Fotografien aus einer Zeit im Umbruch. 1975–2000
Herausgegeben von Stefan Länzlinger, Silvan Lerch
Verlag Scheidegger & Spiess, Zürich, 2026
Broschiert
172 Seiten, 237 s/w-Abbildungen
24 x 30 cm
ISBN 978-3-03942-318-7
https://www.scheidegger-spiess.ch/produkt/gertrud-vogler/1745
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
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Kommentare von Daniel Leutenegger