Ausstellung im Kunstmuseum Luzern, vom 28. Februar bis am 15. November 2026

Bild: Ausstellungsansicht «1 Raum, 1 Werk. Installationen aus der Sammlung», 2026, Andreas Gehr, Leitstern, 1979, Stern: Metall, Polyesterfarbe; Tonteile, variable Dimensionen, Kunstmuseum Luzern, Depositum der Stadt Luzern – Foto: Marc Latzel
Die diesjährige Sammlungsausstellung widmet sich den grossen künstlerischen Gesten: Ein Werk bespielt einen Raum. Es handelt sich hierbei nicht um kleinformatige Arbeiten, sondern um raumfüllende Installationen.
Die Installationskunst wächst über den bildnerischen oder skulpturalen Charakter eines Werkes hinaus und bezieht meist den ganzen Raum mit ein. Dabei entsteht ein eigenes künstlerisches Universum. Oftmals ist das Publikum aktiv in die Betrachtung und in das Erleben der Arbeit miteinbezogen.
Der Hauptfokus liegt auf der Gegenwartskunst, wobei Werkzugänge seit den 1990er-Jahren bis heute zu sehen sind. Ein Highlight der Ausstellung stellt die immersive Raumarbeit Wantee (2013) von Laure Provoust dar, in der die Künstlerin Fiktion, Kunstgeschichte und persönliche Geschichte miteinander verwebt. Wie zu einem Teekränzchen ist das Publikum eingeladen, Platz zu nehmen und das 14‑minütige Video anzuschauen. Darin berichtet die Künstlerin von ihrem Grossvater, einem Konzeptkünstler und engen Freund von Kurt Schwitters. Mit dem Titel Wantee spielt Prouvost auf Kurt Schwitters Lebenspartnerin Edith Thomas an. Schwitters nannte sie Wantee, weil sie gewohnheitsmässig «Want tea?» gefragt haben soll.

Bild: Philip Taaffe, «Sanctuarium. A Room for Lucerne», 2010, Monotypie, Siebdruck auf Papier, variable Dimensionen, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Luzern 2010, Kunstmuseum Luzern, Ankauf ermöglicht mit einem Beitrag der Zuger Kulturstiftung Landis & Gyr – Foto: Andri Stadler
Philip Taaffes Sanctuarium. A Room for Lucerne (2010) bildet den Auftakt der Ausstellung. Die Arbeit besteht aus eigens angefertigten Monotypien und Siebdrucken, die ein dichtes Geflecht aus vielfältigen Formen bilden und an Pflanzen, Insekten oder Symbole unterschiedlicher Kulturen erinnern. Im Raum entfalten die Motive eine mystische Kraft, wodurch eine Art Zufluchtsort, ein Heiligtum, ein Sanktuarium für Luzern entsteht. Darauf verweist auch der Titel: Der Ort Luzern, der stark mit dem Zentralschweizer Katholizismus, aber auch mit der erhabenen Landschaft verbunden ist, bildet Taaffes Inspiration.
Für die Sammlung des Kunstmuseums Luzern sind eben diese Installationen interessant, die explizit für eine Ausstellung konzipiert wurden, lokale Gegebenheiten aufgreifen und in Beziehung zum Ort stehen. Damit dokumentieren die Werke auch die Ausstellungstätigkeit des Kunstmuseums Luzern. «1 Raum, 1 Werk» versammelt diese Installationen und gibt einen Einblick in die facettenreiche Spurensicherung des Kunstmuseums Luzern.

Bild: Ausstellungsansicht «1 Raum, 1 Werk. Installationen aus der Sammlung», 2026, Vivian Suter, Untitled, 2018–2021, Mixed Media auf Leinwand, variable Dimensionen, Kunstmuseum Luzern, Depositum der Stiftung BEST Art Collection Luzern, vormals Bernhard Eglin-Stiftung – Foto: Marc Latzel
Zugleich ist das Publikum eingeladen, in die unterschiedlichen künstlerischen Welten einzutauchen. Um möglichst viele Installationen aus der Sammlung zeigen zu können, werden manche Installationen im Laufe der Ausstellung abgebaut und durch andere ersetzt.
Mit Werken von
Judith Albert, Marion Baruch, Andreas Gehr, Rémy Markowitsch, Guy Ben Ner, Maria Nordman, Walter Pfeiffer, Laure Prouvost, Clara Reinhard, Vivian Suter, Philip Taaffe, Rinus Van de Velde, Franz Erhard Walther
Kuratiert von Alexandra Blättler
kml
Kontakt:
https://www.kunstmuseumluzern.ch/ausstellungen/1-raum-1-werk/
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Kommentare von Daniel Leutenegger