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29. August 2026

«BEAT JOST – SCHÖNE NEUE WELT»

Ausstellung im Kornhausforum Bern, vom 4. September 2026 bis am 7. Februar 2027 - Vernissage am Donnerstag, 3. September 2026, um 18.30 Uhr

© Beat Jost Architektur- und Speiseaufnahmen, Café Spatz, Langenthal, 1972

Bild: © Beat Jost, Architektur- und Speiseaufnahmen, Café Spatz, Langenthal, 1972

© Beat Jost Vanillepudding, Wander AG, 1994

Bild: © Beat Jost, Vanillepudding, Wander AG, 1994

Die Ausstellung «Beat Jost – Schöne neue Welt» zeigt die Fotografien des Berner Werbe- und Sachfotografen Beat Jost (1936-2026). Seine Fotografien erfassen exemplarisch die Objektwelt und Werbeästhetik der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre. Als erste Einzelausstellung Beat Josts in Bern lädt sie zu einer Reise in die Konsum- und Wohlstandsjahre der Nachkriegszeit ein.

Der Berner Fotograf Beat Jost (1936-2026) zählte zu den bedeutendsten Werbe- und Sachfotografen und war für viele wichtige Berner Firmen (Warenhaus Loeb, Wander-Ovomaltine, Vidmar, IBA, Pierrot-Friola etc.) tätig. Entstanden für Prospekte, Kataloge, Zeitungsinserate und unterschiedlichste Druckerzeugnisse, waren sie in der Konsum- und Warenwelt jener Zeit omnipräsent. Zugleich spiegeln sie eine Phase bislang ungekannten Wohlstands in der Schweiz wider. Durch die sorgfältige Inszenierung der Produkte im gesellschaftlichen Kontext werden sie heute zu aufschlussreichen, visuellen Zeitzeugnissen.

© «Beat Jost – Schöne neue Welt» Pullover IWS mit Modell und Waschmaschine, Werbeagentur Hefti, Bern, 1967

Bild: © «Beat Jost – Schöne neue Welt», Pullover IWS mit Modell und Waschmaschine, Werbeagentur Hefti, Bern, 1967

© Beat Jost Modellaufnahmen mit Ball Chair, Agentur Wirthner + Brüllisauer, 1967

Bild: © Beat Jost, Modellaufnahmen mit Ball Chair, Agentur Wirthner + Brüllisauer, 1967

In der gegenwärtigen Betrachtung erfahren diese Bilder eine Verschiebung der Rezeption: Sie werden nicht länger primär als Werbeträger wahrgenommen – zumal viele der dargestellten Produkte vom Markt verschwunden sind –, sondern als Erinnerungsbilder und Zeitkapseln, die individuelle wie kollektive Erinnerung evozieren.

Beat Jost traf den Entschluss, Fotograf zu werden, in einer Phase grundlegender Umbrüche des Berufsbildes. Die Fotografie löste sich zunehmend aus vermehrt dokumentarischen Zusammenhängen und gewann als zentrales Instrument visueller Kommunikation an Bedeutung. Jost wandte sich konsequent der Werbefotografie zu – einem Feld, das im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs rasant expandierte.

Konsum, Mobilität, Industrie und Bauwesen erlebten ein enormes Wachstum und bescherten Fotograf:innen eine Vielzahl lukrativer Aufträge. Für Drucksachen aller Art wurden makellose, präzise inszenierte Aufnahmen von Waren und Gebrauchsgütern benötigt.

Josts Fotografien bilden einen vielschichtigen Querschnitt durch die Objekt- und Werbewelt der 1960er- bis 1980er-Jahre. Seine Arbeiten waren in Katalogen, Broschüren und Inseraten allgegenwärtig. Die sorgfältig komponierten Arrangements zeugen von höchstem handwerklichem Anspruch und spiegeln eine «schöne neue Welt» der damaligen Schweiz wider, die zunehmend vom Konsum und Wohlstand
geprägt war.

© Beat Jost Auto und Menschen aus Vogelperspektive, Volvo, Werbeagentur Grimm, Bern, 1967

Bild: © Beat Jost, Auto und Menschen aus Vogelperspektive, Volvo, Werbeagentur Grimm, Bern, 1967

Die Ausstellung zeigt ca. 50 Fotografien aus den 1960er- bis 1980er-Jahren aus dem sehr umfangreichen Bestand des Bildarchivs von Beat Jost, das zur letzten grösseren Retrospektive von ihm im Kunsthaus Langenthal 2019 aufbereitet wurde und heute im Besitz des Staatsarchivs des Kantons Bern aufbewahrt wird. Die Auswahl legt einen Fokus auf Objekte der Warenwelt, der Mode, aber auch auf Interieurs.

Von besonderem Interesse ist neben den freigestellten Objekten die Inszenierung und räumliche Verortung der Werbeprodukte im Atelier des Fotografen oder im gesellschaftlichen Kontext und Aussenraum. Damit will die Ausstellung die Erzählweise der Produkte über ihre reine Objekthaftigkeit hin zu einem gesellschaftlichen Kontext betonen und aufzeigen. Was erzählen uns die Objekte über eine bis heute wirkende Vergangenheit und welche Erinnerungen evozieren sie im Betrachtenden?

Die Ausstellung würdigt Beat Josts Werk, das in Bern bislang nicht umfassend in einer Einzelausstellung präsentiert wurde. Sie macht diese fotografischen Zeitdokumente einem breiten Publikum zugänglich und lädt zu einer Reise in die Konsum- und Wohlstandsjahre der Nachkriegszeit ein.

Kuration: Nicolas Kerksieck
Kuratorische Assistenz: 
Vanda Szabo
Wissenschaftliche Mitarbeit: Fabio Ballinari
Fotos: © Beat Jost
, Staatsarchiv des Kantons Bern
, Fotonachlass Beat Jost

khf

Kontakt:

https://kornhausforum.ch/de/ausstellung/beat-jost-schoene-neue-welt/

© Beat Jost Rotel AG, Aarburg (heute Schönenwerd), Zeitungsinserat «Mann mit Staubsaugerüberraschung» Werbeagentur P. Moser, Biel, 1976

Bild: © Beat Jost, Rotel AG, Aarburg (heute Schönenwerd), Zeitungsinserat «Mann mit Staubsaugerüberraschung», Werbeagentur P. Moser, Biel, 1976

© Beat Jost Einkaufendes Paar in Lebensmittelabteilung, Loeb AG, Bern, 1965

Bild: © Beat Jost, Einkaufendes Paar in Lebensmittelabteilung Loeb AG, Bern, 1965

#BeatJost #FotoBeatJost #SchöneNeueWelt #KornhausforumBern #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 29. August 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Museum, Ausstellung, Galerie, Politik und Gesellschaft, PR, Werbung, Marketing, Kommunikation

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