27. Mai 2026
DER MIT 50’000 FRANKEN DOTIERTE PAUL-BOESCH-KUNSTPREIS 2026 GEHT AN RAPHAEL HEFTI
Raphael Hefti (*1978 in Biel-Bienne) erhält den Paul-Boesch-Kunstpreis 2026, der das Schaffen einer / eines Schweizer Künstler:in im Bereich Bildende Kunst auszeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 50’000 Franken dotiert. Die Preisverleihung findet am Dienstag, 25. August 2026, im Kunstmuseum Bern statt.

Bild: Raphael Hefti – Foto: zVg
Raphael Hefti zählt zu den international profiliertesten Schweizer Künstler:innen seiner Generation. Im Zentrum seines Schaffens steht die Auseinandersetzung mit industriellen Materialien und Herstellungsprozessen, die er gezielt verfremdet und in einen künstlerischen Kontext überführt.
In enger Zusammenarbeit mit spezialisierten Produktionsbetrieben entwickelt er Werke, die die Grenzen zwischen Kunst, Handwerk und Industrie neu ausloten.
Seine Arbeiten entstehen häufig durch Eingriffe in bestehende Herstellungsverfahren: Materialien werden überdehnt, chemische Prozesse bewusst fehlgeleitet oder industrielle Abläufe manipuliert. Die daraus resultierenden Objekte und Installationen zeichnen sich durch eine eigenständige ästhetische Sprache aus, die sowohl von Präzision als auch von Unvorhersehbarkeit geprägt ist.
Heftis Werke machen verborgene Strukturen und Kräfte sichtbar und thematisieren zugleich Fragen von Kontrolle, Zufall und Materialität.
Nach einer Lehre zum Elektroniker wendete Hefti sich 1998 der Kunst zu und absolvierte die Ecole cantonale d’art (ECAL) in Lausanne und die Slade School of Fine Art in London. Raphael Heftis künstlerischer Weg führte von seinen frühen Experimenten im Kunsthaus Glarus über internationale Stationen wie das Camden Art Centre in London und das Museum Boijmans Van Beuningen in Rotterdam zu seiner bisher grössten institutionellen Werkschau in der Kunsthalle Basel. Mit seiner konsequenten, radikalen und innovativen Praxis hat er eine sehr eigenständige künstlerische Praxis etabliert.
Ein junger und hoch dotierter Kunstpreis
Der Paul-Boesch-Kunstpreis ist der jüngste und zugleich einer der höchst dotierten Kunstpreise der Schweiz. Seit 2016 wird er einmal jährlich verliehen und zeichnet das Schaffen einer/eines Schweizer Künstler:in im Bereich Bildende Kunst aus. Die Vergabe des Preises ist mit dem Ankauf eines Werks verbunden, das als Depositum der Paul Boesch Stiftung in die Sammlung des Kunstmuseum Bern gelangt.
Die bisherigen Preisträger:innen sind Manuel Burgener, Emil Michael Klein, Edit Oderbolz, Mai-Thu Perret, Vaclav Pozarek, Senam Okudzeto, Pamela Rosenkranz, Lang / Baumann sowie Monster Chetwynd.
Mit der Gründung der Paul Boesch Stiftung im Jahr 2014 wurde dem Berner Künstler Paul Boesch (1889–1969) ein Denkmal gesetzt. Liselotte Boesch (1919–2011), die Tochter des Künstlers, hat die Gründung der Stiftung initiiert. Im Namen ihres Vaters wollte sie ein Vermächtnis schaffen, das junge Kunstschaffende und Kunststudierende bei der Entwicklung ihrer Arbeit unterstützt.
Der Stiftungsrat besteht aus Claudia Engler (Burgerbibliothek Bern), Stefan Gelzer (Schule für Gestaltung Bern und Biel), Rolf Grädel (Präsident), iLiana Fokianaki (Kunsthalle Bern) und Nina Zimmer (Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee).
kmb
Kontakt:
https://www.raphaelhefti.com/#/works
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Kommentare von Daniel Leutenegger