26. Mai 2025
DER ÖSTERREICHISCHE MEDIENMANAGER HELMUT THOMA IST GESTORBEN
Der am 3. Mai 1939 in Wien geborene österreichische Medienmanager Helmut Thoma (Bild) ist am 3. Mai 2025 ebenda gestorben, wie jetzt bekannt wurde. In seiner Funktion als langjähriger Geschäftsführer von RTL Television in den 1980er- und 1990er-Jahren galt er als einer der Väter des Privatfernsehens in Deutschland. Mit seinem Gespür für die Medienlandschaft und seinen Programmentscheidungen machte Helmut Thoma RTL im Jahr 1993 mit einem Marktanteil von 18,9 % zum damals erfolgreichsten und profitabelsten Fernsehsender Europas. Ungeachtet der vielfältigen Kritik im Hinblick auf die Wahl der Programmformate und die Fokussierung auf Einschaltquoten wurde Helmut Thoma zum «Medien-Mann des Jahres 1989» gewählt und vielfach ausgezeichnet, u.a. mit der «Goldenen Kamera» («Preis für die Bewegung im deutschen Fernsehen»; 1989) und dem «Bambi» (1990), dem «Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien» (1991), dem «Deutschen Medienpreis» (1992), dem «International Emmy Award» (1994) und dem «Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen» (1995). (*)

Bild: Helmut Thoma, 2009 – Foto: Manfred Werner – Tsui, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Tsui – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Helmut_Thoma,_Women%27s_World_Awards_2009.jpg
RTL trauert um Gründungs-Legende Dr. Helmut Thoma
Getreu seinem Motto „Wer dem Trend hinterherläuft, sieht nur seinen Hintern” machte Helmut Thoma RTL im Jahr 1993 mit seinem einzigartigen Gespür für die Medienlandschaft und mutigen Programmentscheidungen zum erfolgreichsten und profitabelsten Fernsehsender Europas.
Der Österreicher, der das deutsche Privatfernsehen erfand: RTL-Gründer Helmut Thoma ist tot
Vom ORF-Justiziar zum ersten Langzeitgeschäftsführer von RTL Deutschland nach dem Motto: «Im Seichten kann man nicht ertrinken»
Der Österreicher Helmut Thoma hat den Inbegriff des deutschen Privatfernsehens geschaffen, den großen deutschen Privatsender und langjährigen Marktführer RTL. Und er hat dafür gesorgt, dass das Senderkürzel über Jahrzehnte als «Rammeln, Töten, Lallen» buchstabiert wurde – mit Nacktshows wie Tutti Frutti, mit Actionblockbustern und Talk.
Harald Fidler
aktualisiert am 26. Mai 2025, 09:47
Kritischer Blick auf Privatsenderlandschaft
Viele Jahre nach seinem Abgang sah er die Medienlandschaft kritisch, bezeichnete das Privatfernsehen in Deutschland als «Katastrophe». Zwei große Gruppen – RTL und ProSiebenSat.1 – würden sich den gesamten Kuchen teilen und hätten kein Interesse daran, «wirkliches Programm» zu machen. «Die beiden würden am liebsten das Testbild senden, wenn es ginge. Dadurch erhöhen sich die Gewinne, aber es tut sich nichts mehr», meinte Thoma.
(APA)
https://www.horizont.at/medien/news/1939-2025-wiener-medienmanager-helmut-thoma-ist-tot-98092
«Erfolgreich ist, was gefällt.» Das war die Devise von Helmut Thoma
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) würdigte Thoma nach Bekanntwerden der Todesnachricht als «Visionär, der das Privatfernsehen in Deutschland mit unerschütterlichem Gestaltungswillen revolutioniert» habe. «Sein Gespür für Zuschauerinteressen, sein unkonventioneller Ansatz und seine pointierte Art machten ihn zu einer prägnanten und unverwechselbaren Figur der Branche.»
Ähnlich äußerte sich der neue Kulturstaatsminister Wolfram Weimer: «Als Geburtshelfer des Privatfernsehens war Helmut Thoma ein mutiger Visionär und ein beharrlicher Ermöglicher.» Das moderne Fernsehen werde mit seinem Namen verbunden bleiben, meinte Weimer.
https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/thoma-gestorben-rtl-100.html
Spötter, Gründer und Gelehrter
«Wenn niemand hinschaut, nennt man das Kulturprogramm.» Ein paar der bissigsten Bemerkungen über das Fernsehen stammen von einem Menschen, der alles daran setzte, es neu zu erfinden: Helmut Thoma. In den Gründerjahren des deutschen Privatfernsehens war Thoma allgegenwärtig, saß auf allen Bühnen, warb im Bundeskanzleramt und in Staatskanzleien für seinen Sender RTL, trieb sich auf Empfängen und in Hinterzimmern herum. Ihm war nichts fremd und fies, was Quote brachte, und im selben Moment hat er Menschen eine Repräsentation im Fernsehen verschafft, die sie vorher nicht hatten. Der Mann aus Wien war ein Freigeist, ein Unternehmer, ein Entertainer – und prägt das deutsche Fernsehen bis heute.
Götz Hamann
https://www.zeit.de/kultur/film/2025-05/helmut-thoma-rtl-chef-journalist-tod
Der freie Radikale
„Tutti Frutti“, „Der heiße Stuhl“ und die Formel 1 als TV-Event: Helmut Thoma kam in den Neunzigern als RTL-Chef wie ein Donnerwetter über die verschlafene deutsche Sendelandschaft. Mit 86 ist er an seinem Geburtstag gestorben. Nachruf auf einen Macher mit Humor, Ideen und Sendungsbewusstsein.
Hans-Jürgen Jakobs
https://www.sueddeutsche.de/medien/helmut-thoma-rtl-nachruf-li.3259170?reduced=true
«Im Seichten kann man nicht ertrinken»: Helmut Thoma ist tot – er prägte das deutsche Privatfernsehen wie kein Zweiter
Der Österreicher brachte RTL auf die Erfolgsspur und schuf ein neuartiges TV-Erlebnis. Die Qualität war dabei immer zweitrangig, und Thoma wusste das natürlich.
Jonas Hermann
https://www.nzz.ch/feuilleton/frueherer-rtl-chef-helmut-thoma-ist-gestorben-ld.1886187
Videos:
Helmut Thoma bei Fernsehkritik-TV – komplette Sendung, 2015
Fellner! LIVE: Helmut Thoma im Interview, 2023
Mehr:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/20-jahre-rtl-im-seichten-kann-man-nicht-ertrinken-1.432216
(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Thoma_(Manager)
#HelmutThoma #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger