23. April 2026
«BABEL – HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL»
Ausstellung im Centre Dürrenmatt Neuchâtel (CDN), vom 24. April bis am 16. August 2026

Bild: Friedrich Dürrenmatt, Turmbau IV: Vor dem Sturz, 1976, Tusche auf Papier, 51 × 36 cm, Jakob & Philipp Keel Collection © Centre Dürrenmatt Neuchâtel / Schweizerische Eidgenossenschaft
Mit Werken von
Friedrich Dürrenmatt, Line Marquis, Antoinette Rychner, Peter Aerschmann, Hansjürg Buchmeier, Erica Pedretti, Antoine Roegiers, Du Zhenjun

Bild: Friedrich Dürrenmatt, Turmbau I, 1952, Tusche auf Papier, 49.5 × 39 cm, Sammlung Centre Dürrenmatt Neuchâtel
© CDN / Schweizerische Eidgenossenschaft
Der Turmbau zu Babel verkörperte für Friedrich Dürrenmatt die Hybris, diesen Grössenwahn, der die Menschen dazu verleitet, jegliche Grenzen zu überschreiten. Sein ganzes Leben lang beschäftigte er sich in Texten, Zeichnungen, Theater- und Musikstücken mit diesem Thema. Ausgehend vom Turmbau zu Babel und weiteren Motiven hinterfragte er die Arroganz des Menschen, mit der dieser seinen eigenen Untergang herbeizuführen vermag. Dürrenmatt hegte dabei aber auch stets die Hoffnung, dass aus dem Zusammenbruch neue Welten hervorgehen.
«Wir leben in einer Zeit, in der die Grenzen unseres Planeten missachtet werden, in der grössenwahnsinnige Bauwerke, technischer Fortschritt und unendliches Wirtschaftswachstum verherrlicht werden und in der das transhumanistische Streben nach Unsterblichkeit Kult ist. Um diese Realität treffend zu umschreiben, gewinnt der aus der griechischen Antike stammende Begriff der Hybris wieder vermehrt an Bedeutung und ist das zentrale Thema dieser Ausstellung», schreibt das CDN. Es werden aber auch Werke gezeigt, die sich mit dem «goldenen Mittelweg» befassen und «dazu einladen, unsere Lebensweise, unseren Umgang mit Technik, unsere Machtgefüge und unseren Bezug zur Natur zu überdenken sowie unsere Gestaltung der Welt neu zu erfinden».
Line Marquis und Antoinette Rychner haben auf Einladung des CDN eigens für diese Ausstellung neue Werke geschaffen. Die Künstlerin Line Marquis (1982 in Delsberg, lebt und arbeitet in Lausanne) bringt ein sieben Meter langes Bild direkt auf einer Wand des Museums an und präsentiert weitere Werke, die sich mit dem Ausstellungsthema befassen.
Die Schriftstellerin Antoinette Rychner (1979 in Neuenburg, lebt und arbeitet im Schweizer Jura) hat einen Text zum Thema Hybris verfasst, der im Cahier des CDN veröffentlicht wird und in der Ausstellung zu hören ist.

Bild: Peter Aerschmann, BABEL I, 2012, Video, 8 Min loop, Courtesy des Künstlers
Die Ausstellung zeigt zudem Werke weiterer Kunstschaffender: ein Video von Peter Aerschmann (1969 in Freiburg-Fribourg, lebt und arbeitet in Bern), monumentale Bronzeskulpturen von Hansjürg Buchmeier (1956 in Winterthur, lebt und arbeitet in Luzern), Skulpturen der Schriftstellerin und Künstlerin Erica Pedretti (1930 in Sternberg, Nordmähren, heutige Tschechische Republik, † 2022 in Tenna, Graubünden), ein von Pieter Bruegels Stichen inspiriertes Video von Antoine Roegiers (1980 in Braine-l’Alleud, Belgien, lebt und arbeitet in Paris) sowie eine grossformatige Fotografie von Du Zhenjun (*1961 in Shanghai, lebt und arbeitet in Paris). Ein partizipatives Kunstwerk des Duos Aalaii & de Perrot rundet die Ausstellung ab. Im Rahmen einer für 2027 geplanten Ausstellung im CDN leiten die Kunstschaffenden zudem kreative Workshops.

Bild: Hansjürg Buchmeier, Contigentia I-V, 2017, Bronze, zwischen 123 und 219 cm Höhe, Courtesy des Künstlers
Auf Initiative des neuen Leiters des CDN, Gabriel Grossert, finden verschiedene Veranstaltungen mit Musik, Tanz und Literatur statt und machen das CDN zu einem Ort der Vielfalt. Gesellige und festliche Anlässe wie beispielsweise ein Brunch rund um Dürrenmatts Schwimmbad oder DJ-Sets auf der Terrasse bereichern das sommerliche Rahmenprogramm. Die Ausstellung wird von einem Cahier des CDN und einer Podcast-Reihe begleitet.
cp
Kontakt:
https://www.cdn.ch/de/babel-de
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Kommentare von Daniel Leutenegger