Ausstellung im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, bis am 10. Januar 2027

Bild: Cornelius Cort (1533 –1578), Stecher, nach Frans Floris (1516 / 20 – 1570), Die sieben freien Künste: Astrologie, Mitte 17. Jahrhundert, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen – Foto: Ivan Ivic

Bild: Gottfried Locher (1735 – 1795), Die Guggisberger Wahrsagerin, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Sammlung Bernhard Neher / Schenkung Stiftung Oscar Neher – Foto: Ivan Ivic

Bild: Edouard Ravel (1847 – 1920), Die Kartenlegerin, Öl auf Holz, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen – Foto: Ivan Ivic
Mit der Ausstellung «Orakel. Kaleidoskop der Zukunft» widmet sich das Museum zu Allerheiligen Schaffhausen dem uralten menschlichen Wunsch, die Zukunft vorherzusagen, Unsicherheiten zu deuten und Orientierung zu finden. Die Ausstellung spannt den Bogen von antiken Orakeln über Naturbeobachtungen und persönliche Zukunftsdeutungen bis hin zu den Algorithmen der Gegenwart. Sie stellt dabei eine zeitlose Frage: Wem vertrauen wir, wenn wir etwas über unsere Zukunft erfahren wollen?
Eine Zeichnung der Schaffhauser Künstlerin Caroline Mezger (1787 – 1843) eröffnet die Ausstellung. Sie zeigt eine Frau, die aus dem Fenster in eine unbekannte Zukunft blickt. Das Werk steht sinnbildlich für den menschlichen Wunsch, über den Horizont des Bekannten hinauszublicken.
Zwischen Vogelflug, Götterzeichen und künstlicher Intelligenz
Von dort führt die Ausstellung im Oberlichtsaal des Museums durch fünf Themenbereiche. Gemälde, Grafiken, Skulpturen, naturhistorische Exponate und kulturhistorische Objekte machen anschaulich, wie Menschen seit Jahrtausenden Zeichen in der Natur lesen, göttliche Botschaften deuten und im eigenen Spiegelbild oder in den Linien ihrer Hände nach Antworten suchen.
«Ob wir den Flug der Vögel beobachten, Karten legen oder Algorithmen befragen, das Bedürfnis bleibt das gleiche: Wir suchen nach Zeichen, die uns helfen, mit unserer Zukunft umzugehen und vertrauen dabei den unterschiedlichsten Stimmen», erklärt Ausstellungskuratorin Victoria Humphrey.

Bild: Grand Jeu de Mlle Lenormand, gedruckt von B. P. Grimaud, Paris, vermutlich Ende 19. Jh., Karton, Papier bedruckt, 52 + 2 Karten, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Depositum der Sturzenegger-Stiftung – Foto: Thomas Zweifel

Bild: Postkarte Rheinfall mit Zukunftshafen, verlegt von W. Brunner, Neuhausen a.Rh., Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Depositum der Sturzenegger-Stiftung – Foto: Ivan Ivic
Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Werke zahlreicher bildender Künstlerinnen und Künstler, darunter Félix Vallotton, Rémy Markovitsch und Anna Meyer, ebenso wie ein Himmelsglobus von 1750, eine antike Bronze des Gottes Apollon, präkolumbische Spiegel aus der Schaffhauser Antikensammlung Ebnöther sowie historische Wahrsagekarten und eine Orakelpuppe. Einige der gezeigten Werke finden zum ersten Mal von den Depots in die Ausstellungsräume.

Bild: Rémy Markowitsch (*1957), On Travel 067, 2004, RC-Print auf Aluminium, gerahmt, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Depositum der Sturzenegger-Stiftung – Foto: Ivan Ivic

Bild: Corvus corax (Linnaeus, 1758), Kolkrabe, Präparator: Marcel Nyffenegger, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen – Foto: Ivan Ivic
Zum Schluss führt die Ausstellung zu den modernen Orakeln unserer Zeit. Werke verschiedener zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit Prognosen, Technik und Zukunftsbildern auseinander. Zwei eigens für die Ausstellung entwickelte KI-Installationen laden die Besuchenden dazu ein, mit künstlicher Intelligenz in einen Dialog zu treten – sei es, um Fragen an die Zukunft zu stellen oder selbst von der KI befragt zu werden.

Bild: Griffspiegel mit Feliden, 9. – 12. Jh. n.Chr., vermutlich Chancay oder Chimú-Kultur (aus dem heutigen Peru), Holz, Anthrazit oder Obsidian, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Sammlung Ebnöther – Foto Ivan Ivic
«Orakel. Kaleidoskop der Zukunft» verbindet historische Objekte, naturwissenschaftliche Erkenntnisse, künstlerische Positionen und aktuelle Technologien zu einer interdisziplinären Ausstellung über den zeitlosen Wunsch des Menschen, im Ungewissen Orientierung zu finden – vom Himmelsglobus bis zur künstlichen Intelligenz.
Kuratorin: Victoria Humphrey
mas
Kontakt:
https://allerheiligen.ch/ausstellungen/ausstellung/orakel/

Bild: Himmelsglobus, 1750, Thomas Spleiss (1705 –1775), Museum zu Allerheiligen Schaffhausen – Foto: Ivan Ivic
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Kommentare von Daniel Leutenegger