Ausstellung in der Stadtgalerie Bern, bis am 28. November 2026

Bild: Solveig Qu Suess, RED. A Love Letter, Stadtgalerie Bern, Ausstellungsansicht, 2026. – Little Grass, Teil 2, 2026 – Foto: Cedric Mussano

Bild: Solveig Qu Suess, RED. A Love Letter, Stadtgalerie Bern, Ausstellungsansicht, 2026 – Little Grass, Teil 1, 2026 – Foto: Cedric Mussano
Solveig Qu Suess’ Videoarbeit «RED. A Love Letter» ist eine zärtliche Annäherung an das Leben ihrer Mutter. Diese arbeitete im China der 1980er-Jahre als Optikingenieurin. Ausgangspunkt der autoethnografischen Recherche ist die Frage, wie sich ihre Geschichte erzählen lässt, wenn sie durch eine staatliche Geheimhaltungs-Vereinbarung unzugänglich bleibt.
Solveig Qu Suess fügt Familienfotografien, Bilder aus Unternehmensarchiven, aufgezeichnete Gespräche und stille Momente aus dem gemeinsamen Alltag von Mutter und Tochter zu einem fragmentarischen Liebesbrief zusammen. Die Kamera wird dabei zu einem Instrument, um Nähe und Entfremdung zur Mutter sowie Fragen der eigenen Identität und diasporischen Familiengeschichte zu erkunden.
Mit «RED. A Love Letter» präsentiert die Stadtgalerie Bern eine Einzelausstellung der schweizerisch-chinesischen Künstlerin und Forscherin Solveig Qu Suess. Ausgehend von der zentralen Videoarbeit entwickelt sie eine Videoinstallation, in der sich Dokumentation und Fiktion überlagern. Briefe, Zeitdokumente sowie die Inszenierung von Lichtbrechung durch optische Linsen eröffnen vielschichtige Perspektiven auf die eigene Geschichte und ihre geopolitischen Verflechtungen. Qu Suess untersucht, wie Überwachung, staatliche Infrastrukturen und Technologien des Sehens prägen, was erinnert, erzählt oder unsichtbar bleibt.
sgb
Kontakt:
https://stadtgalerie.ch/de/ausstellung/red-a-love-letter

Bild: Solveig Qu Suess, «RED. A Love Letter», Stadtgalerie Bern, Ausstellungsansicht, 2026 – Through and Through, 2026 – Foto: Cedric Mussano
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Kommentare von Daniel Leutenegger