Das Land Art Festival ist ein traditionsreicher Anlass, welcher bereits von 1999 bis 2018 in Grindelwald stattgefunden hat. Seit 2023 wird der Event durch Grindelwald Tourismus organisiert. Nationale und internationale Künstler:innen reisen nach Grindelwald und erschaffen im Wald unterhalb des Hotels Wetterhorn Kunstwerke aus vorgefundenen Naturmaterialien. Die Kunstwerke wurden im Juni 2026 geschaffen und bleiben während des gesamten Sommers frei zugänglich und ausgeschildert.

Bild: Inge Lager und Brigitta Backhaus: «Aus gefundenen Fichtenzweigen der näheren Umgebung haben wir eine grosse Kugel erschaffen. Wir haben den Ästen durch unser Wirken eine Form gegeben und ihnen dadurch neues Leben eingehaucht (atmos – Atem, Hauch / sphaira – Kugel). Kugeln stehen für Harmonie und Ausgeglichenheit, die Atmoshpäre, welche die Stimmung dieses Ortes in der Natur für uns ausmacht» – Foto: © David Birri

Bild: Sarah Hillebrecht und Georg Mann: «Viele Teile. Ein Objekt. Aus Scheiben eines Birkenstamms entsteht ein schwebendes Geflecht. Gefärbt mit Randensaft, verbunden durch einfache Steckverbindungen. Die Arbeit erinnert an ökologische Systeme, in denen jedes einzelne Teil wesentlich ist. Die Wolke erscheint dabei als uraltes und zugleich hochmodernes Symbol: am Himmel, in unseren digitalen Netzwerken und in den unsichtbaren Verbindungen zwischen Lebewesen» – Foto: © David Birri
Für die Ausgabe 2026 wurde bewusst kein Thema vorgegeben. Die Werke entstanden unter Einbezug der natürlichen Gegebenheiten der Bergwelt. Gearbeitet wurde mit einfachem Werkzeug und ausschliesslich mit Materialien, die sich im Laufe der Zeit wieder in die Natur integrieren.
Im Juni 2026 erschufen elf Teams im Rahmen des Land Art Festivals verschiedene Naturkunstobjekte im Gebiet «im Brendli» in Grindelwald. Die Objekte bleiben während des ganzen Sommers ausgeschildert und frei zugänglich. Die vergängliche Kunst wird nicht zurückgebaut, sondern der Natur überlassen.
Ausschreibung 2027
Die Bewerbungen für das Land Art Festival Grindelwald 2027 können bis zum 31. Oktober 2026 eingereicht werden.
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Kontakt:

Bild: Valerie Schürch und Ivo Moosberger: «An der Schwarzen Lütschine sammeln wir Weidenruten, verdrehen sie zu Ringen und fügen sie zu einer luftigen Struktur zusammen. So entstehen organische Säulen, die an die Gerippe alter Bäume erinnern. Eine LandArt-Installation, die mit jungen, biegsamen Zweigen alte, längst vergangene Baumgestalten symbolisiert – und damit das zentrale Thema der LandArt erfahrbar macht: die Vergänglichkeit» – Foto: © David Birri

Bild: Molby und Mario Battisti: «Die Inspiration für diese Installation entstand unmittelbar aus dem Ort selbst. Das Gelände war zuvor ein Ablagerungsort für organisches Waldmaterial. Aus diesen Überresten erhebt sich die Figur einer schwangeren Frau und das Material tritt erneut ans Licht. Die menschliche Gestalt lädt uns dazu ein, uns schöpferisch neu zu erfinden und wieder aufzurichten – selbst dann, wenn die Welt um uns herum verlassen und hoffnungslos erscheint. Sie erinnert uns daran, dass selbst das Unscheinbarste und scheinbar Wertlose das Potenzial in sich trägt, zu einer neuen Möglichkeit zu werden. Der Baum, der in die Installation integriert wurde und ebenfalls als Abfall mitten im Wald entsorgt worden war, verkörpert dieses Prinzip auf eindrückliche Weise. Er ist ein lebendiges Beispiel für Reviviszenz – die Fähigkeit der Natur, nach Zeiten des Verfalls oder der Ruhe wieder zu neuem Leben zu erwachen» – Foto: © David Birri
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Kommentare von Daniel Leutenegger