17. Januar 2026
RESTAURIERTER FILM «BAUERNKRIEG» VON ERICH LANGJAHR KOMMT ALS REPRISE IN DIE KINOS
Der Film «Bauernkrieg» von Erich Langjahr aus dem Jahre 1998 wurde 2025 mit Hilfe von Memoriav (Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz) und mit Hilfe von Kantonen und Gemeinden restauriert und digitalisiert. Es ist der dritte digitalisierte Film von Langjahrs Bauern-Trilogie, zusammen mit «Sennen-Ballade» 1996 (Reprise im Kino 2023) und «Hirtenreise ins dritte Jahrtausend» 2002 (Reprise im Kino 2023). «Bauernkrieg» beginnt mit der Bauerndemonstration 1992 auf dem Europaplatz in Luzern und endet mit der grossen Bauerndemonstration auf dem Bundesplatz in Bern vor 30 Jahren. Der Deutschschweizer Kinostart ist am 29. Januar 2026.

Bild: Plakat zum Film «Bauernkrieg» von Erich Langjahr – © Niklaus Troxler | www.langjahr-film.ch
Der Film regt bis heute zum Nachdenken über die Zukunft der Landwirtschaft und die Rolle des Bauernstandes in der modernen Gesellschaft an.
«Bauernkrieg» beschäftigt sich mit dem Überleben der Landwirtschaft am Übergang von einer staatlich gelenkten Planwirtschaft zur Marktwirtschaft. Die meisten Bauern setzen auf den technischen Fortschritt und die Hochleistungszucht, um in dieser neuen Marktsituation zu überleben. Viele können nicht mithalten und geben auf.

Bild: Aus «Bauernkrieg», © Erich Langjahr (1998), www.langjahr-film.ch
«Langjahrs Film ist mehr als nur eine allegorische Chronik vom Umbruch des bäurischen Lebens: eine Elegie in Bildern, um deren emotionale Kraft noch so viele Spielfilmregisseure den Innerschweizer Dokumentarfilmer beneiden dürften. Ein Film, der, und das rückt ihn in die Nähe grosser Kunst, mit einfachsten Mitteln an Wesentliches rührt.», schrieb Vinzenz Hediger, heutiger Direktor der Cinématheque suisse, in der Zeitschrift «Tele».

Bild: Aus «Bauernkrieg», © Erich Langjahr (1998), www.langjahr-film.ch
Der Film «Bauernkrieg» wurde vom Publikum kontrovers aufgenommen. An der Premiere am Dokumentarfilm-Festival Nyon 1998 nahm auch Bundesrätin Ruth Dreifuss teil. Dazu schrieb Rolf Breiner in der Zuger Presse: «Drastisch führt Langjahr auch vor Augen, wie Innereien und Tierkadaver entsorgt und zu Tiermehl verarbeitet werden. Angesichts solch unappetitlicher Bilder schloss auch Bundesrätin Dreifuss die Augen – während Langjahr doch nichts anderes im Sinn hat, als uns die Augen zu öffnen…», und Nicole Hess stellte in der «Neuen Zürcher Zeitung» die Frage: «Wer isst nach Nyon noch Fleisch?» In der «BauernZeitung» rezensierte Thomas Binotto den Film ausführlich und schloss mit folgendem Abschnitt: «‹Bauernkrieg› ist so ein im besten Sinn verstörender und beängstigender Film, weil er bewusst macht, dass eine leistungs- und konsumorientierte Gesellschaft keine ökologische und solidarische sein kann. Aus diesem Grunde soll und muss er Diskussionen auslösen – nicht nur unter Bauern.» In der Radiosendung «Reflexe» führte der Filmjournalist Hans M. Eichenlaub ein halbstündiges Gespräch mit Erich Langjahr über den Film «Bauernkrieg».
«Bauernkrieg» wurde nicht nur in der Deutschschweiz, sondern auch im Tessin und in der Romandie in vielen Kinos gezeigt und teilweise heftig diskutiert. Auch im Ausland wurde der Film an zahlreichen Festivals vorgeführt, so unter anderem in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Schweden, Argentinien und in den USA.
https://de.wikipedia.org/wiki/Bauernkrieg_(1998)
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de
Video:
Trailer zu «Bauernkrieg» von Erich Langjahr
Kontakt:

Bild: Erich Langjahr, 2022 – Foto: © www.langjahr-film.ch
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Kommentare von Daniel Leutenegger