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2. Februar 2025

DER SCHWEIZER THEOLOGE, PUBLIZIST, VERLEGER, MEDIENAUSBILDNER UND KULTURVERMITTLER PETER SCHULZ IST GESTORBEN

Der am 29. April 1929 in Basel geborene Schweizer Publizist, Journalismus-Ausbildner, Herausgeber, Verleger und Kulturvermittler Peter Schulz (Bild) ist am 1. Februar 2025 gestorben, wie jetzt bekannt wird. Er war Gründungsdirektor der Schweizer Journalistenschule MAZ (heute: MAZ – Institut für Journalismus und Kommunikation), Gründer und Direktor der Stiftung Akademie 91 Zentralschweiz, Gründer des Verlags Pro Libro Luzern und Gründer der Literaturgesellschaft Luzern. (*) Von 1996 bis 2007 war Schulz Ombudsmann der «Neuen Luzerner Zeitung» und Präsident des Leserschaftsrates. Zudem leitete er in der Redaktion die Buchreihe «Kultur in der Zentralschweiz». 2017 wurde Schulz mit der Ehrennadel der Stadt Luzern und 2019 mit dem Medienpreis der SRG Zentralschweiz ausgezeichnet.

Peter Schulz - Foto: Netpilots, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Netpilots - Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ch/deed.en - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PeterSchulz.jpg

Bild: Peter Schulz – Foto: Netpilots, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Netpilots – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ch/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PeterSchulz.jpg

Peter Schulz wuchs in Basel auf. Er studierte Theologie in Basel und Marburg an der Lahn. Als Religionslehrer und Vikar arbeitete er in Basel, Uster, Pontresina und Nidau. Von 1956 bis 1968 wirkte Peter Schulz als reformierter Pfarrer in Meggen, Weggis und Vitznau. 1963 initiierte er den Bau der Bergkirche Rigi Kaltbad. (…)

Seine rhetorischen Fähigkeiten fielen auf und führten ihn bald zu ersten Auftritten im damals noch jungen Schweizer Fernsehen. Zwischen 1956 und 1966 sprach er am Samstagabend im Studio Bellerive regelmässig «Das Wort zum Sonntag». Er gehörte zu den ersten, die es auf Mundart präsentierten. Schulz leitete auch die Gesprächssendung «Treffpunkt Studio Bellerive», in der Jugendliche über persönliche Fragen diskutierten. Daneben war er Mitglied der Redaktion des Kirchenboten und Mitglied des Vorstandes des «Filmkreises Luzern».

Von 1969 bis 1973 war Peter Schulz Programm-Mitarbeiter bei Radio DRS in den Abteilungen Wort und Information, zuständig für die Themenbereiche Theologie, Philosophie, Psychologie. In dieser Zeit wurde er auch zum ersten Radiobeauftragten der evangelisch-reformierten Kirche ernannt. Er gab das Buch «Predigt ausserhalb des Kirchenraums» heraus und führte die Sendung «Kirche heute» ein. Daneben leitete er am Fernsehen DRS Gesprächsrunden mit Prominenten am Sonntagmorgen zusammen mit Annemarie Holenstein.

1973 wurde Peter Schulz erster Ausbildungsleiter von Radio DRS. Ab 1976 war er verantwortlich für die gesamte Aus- und Weiterbildung bei Radio und Fernsehen DRS. Unter seiner Leitung wurden neben neuen Aus- und Weiterbildungskursen erste Führungsseminare entwickelt sowie Sendungsanalysen und massgeschneiderte Workshops eingeführt.

In den 1970er-Jahren und teilweise danach wirkte Peter Schulz zudem als Lektor für den Buchclub «Dialog bei Ex Libris» sowie als Lehrbeauftragter am Publizistischen Seminar der Universität Zürich und Basel. In der Armee war Peter Schulz von 1958 bis 1984 Feldpredigerhauptmann.

1984 wurde Peter Schulz zum Direktor des von ihm angeregten Medienausbildungszentrums (MAZ) in Kastanienbaum gewählt. Er leitete es bis 1996. Das MAZ war die erste verlagsunabhängige Journalistenschule in der Schweiz, getragen von der SRG-SSR, den Verlegern und den Journalistenverbänden sowie von Stadt und Kanton Luzern. Das MAZ – Die Schweizer Journalistenschule ist eine schweizweit und international anerkannte Bildungsinstitution. 2020 zählt sie 25 Festangestellte und über 300 Dozierende.

Während seiner Tätigkeit am MAZ lancierte Peter Schulz die Bücherreihe Schriften zur Medienpraxis im Verlag Sauerländer. Viele Publikationen der Reihe entstanden dabei auf Anregung von Peter Schulz. 1991, im eidgenössischen Jubiläumsjahr, initiierte Peter Schulz die Stiftung Akademie 91 Zentralschweiz mit dem Ziel einer Universität Luzern mit drei Fakultäten. 1993 errichtete er die Stiftung Haus am See in Kastanienbaum, dessen Haus als Refugium für Wissenschaftler und Kunstschaffende dient. Von 1993 bis 1997 leitete Peter Schulz die neu geschaffenen Sektion Luzern der Innerschweizer Radio- und Fernsehgenossenschaft.

1994 organisierte Peter Schulz zusammen mit Kurt Imhof von der Universität Zürich das erste Mediensymposium Luzern. Die Erkenntnisse aus den Referaten und Diskussionen erschienen zunächst im Seismo Verlag, später im Westdeutschen Verlag sowie im Springer Verlag. (…) Zwischen 1995 und 1998 gaben Peter Schulz und Kurt Imhof im Zusammenhang mit dem Mediensymposium Luzern drei Bände zu aktuellen Medienthemen im Seismo Verlag heraus.

Von 1996 bis 2007 war Peter Schulz erster Ombudsmann der «Neuen Luzerner Zeitung» und Präsident des Leserschaftsrates. Von 1996 bis 2005 leitete er die Redaktion der Buchreihe «Kultur in der Zentralschweiz» im Verlag Maihof.

2005 wurde Peter Schulz Verleger und gründete den Verlag Pro Libro für Literatur und Sachbücher aus der Zentralschweiz. In diesem Verlag führte er auch seine Buchreihe über Kultur in der Zentralschweiz fort. 2007 erweiterte Peter Schulz den Themenkreis des Verlags und begann eine zwölfbändige Reihe «Literatur des 20. Jahrhunderts» mit Autoren und Autorinnen wie Clemens Mettler, Martin Stadler, Heinrich Federer und Gertrud Leutenegger. Im Verlag erschienen bisher über 90 Werke. 2017 übergab er die Leitung des Verlags an Therese Schilter. 2012 gründete Peter Schulz die Literaturgesellschaft Luzern, die er bis 2018 leitete.

https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schulz_(Publizist)
https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de

Peter Schulz, 2019 - Foto: © SRG Zentralschweiz

Bild: Peter Schulz, 2019 – Foto: © SRG Zentralschweiz

Auszeichnung für sein Lebenswerk

Insgesamt 17 Werkbeiträge, die alle etwas mit Medien und der Zentralschweiz zu tun haben, wurden für den Medienpreis eingereicht. Eine Eingabe aber überragte alle: Das Schaffen von Peter Schulz. «Für die Jury war sehr rasch klar, dass der Pionier der Medienausbildung, der Autor und Verleger ausgezeichnet werden soll», erklärte Edith Baumann Renner, Jury-Vorsitzende und SRG-Zentralschweiz-Vizepräsidentin. Und so beschloss denn auch der Vorstand der SRG Zentralschweiz am Montag, den Medienpreis 2018 an Peter Schulz zu verleihen.

Nach 12 Jahren als Pfarrer in Meggen, Weggis und Vitznau, kam der Basler Ende der 1960er-Jahre zu Radio DRS, erst als freischaffender Journalist, später als Ausbildungsleiter. Fortan liess ihn der Journalismus nicht mehr los: 1984 gründet er das Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern, dessen Direktor er bis 1996 war. Mit seiner Reihe «Schriften zur Praxis» und als Ombudsmann der «Neuen Luzerner Zeitung», setzte er sich für Qualität und für einen fairen Journalismus ein.

1994 führte Peter Schulz das erste Mediensymposium in Luzern durch, das einen wichtigen Austausch unter Medienforschern und Medienwissenschaftlern ermöglichte. Als Gründer und Direktor der Stiftung Akademie 91 engagierte er sich für eine Universität in Luzern und war selbst Lehrbeauftragter für Radio- und Fernsehpraxis an den Universitäten Zürich und Basel. 2006 schuf der Sohn eines Buchhändlers den Verlag Pro Libro, dessen Leitung er bis vor zwei Jahren noch innehatte.

SRG Zentralschweiz (26.03.2019)

https://srgzentralschweiz.srgd.ch/aktuelles/2019/03/26/maz-grunder-peter-schulz-wird-fur-sein-lebenswerk-ausgezeichnet/

Vielen Journalistinnen und Journalisten wird er noch als Ausbildungsleiter von Radio und Fernsehen DRS oder vor allem als Gründer und erster Direktor des MAZ in Erinnerung sein.

Ich habe ihn als vorausdenkende, innovative Persönlichkeit voll Tatendrang und als verlässlichen Freund erlebt. Noch während der MAZ-Zeit gründete er die Akademie 91 zur Förderung der Uni Luzern, danach den Pro Libro Verlag, in dem er fast 90 Titel veröffentlichte. Im Alter von 84 Jahren gründete Peter Schulz noch die Literaturgesellschaft Luzern.

Heiner Käppeli

https://www.facebook.com/photo/?fbid=9355389621176823&set=a.770183409697530

Er prägte über Jahrzehnte hinweg die Medienlandschaft der Schweiz

Seinen bedeutendsten Beitrag zur Schweizer Medienlandschaft leistete Schulz 1984 mit der Gründung des Medienausbildungszentrums (MAZ) in Kastanienbaum, das er bis 1996 leitete. Als erste verlagsunabhängige Journalistenschule der Schweiz entwickelte sich das MAZ zu einer national und international anerkannten Bildungsinstitution.

Schulz‘ Engagement ging weit über den Journalismus hinaus. 1991 initiierte er die Stiftung Akademie 91 Zentralschweiz, die den Weg zur Universität Luzern ebnete. Er gründete 1993 die Stiftung Haus am See als Refugium für Wissenschaftler und Kunstschaffende und organisierte ab 1994 das Mediensymposium Luzern.

Als Verleger und Kulturvermittler prägte er ab 2005 mit seinem Verlag Pro Libro die Literaturszene der Zentralschweiz. Über 90 Werke erschienen unter seiner Ägide, darunter eine zwölfbändige Reihe zur «Literatur des 20. Jahrhunderts». 2012 gründete er die Literaturgesellschaft Luzern, die er bis 2018 leitete.

Mit Schulz verliert die Schweiz einen visionären Medienpädagogen und Kulturschaffenden, dessen Wirken die journalistische Ausbildung im Land nachhaltig geprägt hat. Das von ihm gegründete MAZ führt sein Vermächtnis fort.

(nil)

https://www.persoenlich.com/medien/maz-grunder-peter-schulz-verstorben

Er gilt als Pionier der Medienausbildung

Schulz prägte über Jahrzehnte hinweg die Medienlandschaft der Schweiz und setzte sich für die Professionalisierung des Journalismus ein. (…)

Ab 1973 war er Ausbildungsleiter bei Radio DRS. Dort entwickelte er wegweisende Konzepte für die journalistische Ausbildung. 1984 gründete er das MAZ in Kastanienbaum, die erste verlagsunabhängige Journalistenschule der Schweiz, die er bis 1996 leitete.

(rem)

https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/stadt-region-luzern/luzern-maz-gruender-peter-schulz-ist-verstorben-ld.2728548

Audios:

Radio SRF 1, 04.05.2019, 05.44 min.

Medienpreis SRG Zentralschweiz – «Ich wurde quasi über Nacht Ausbildungsleiter beim Radio»
Der 90-jährige Peter Schulz freut sich darüber, dass er für seinen Einsatz für den Qualitätsjournalismus geehrt wird.

https://www.srf.ch/news/medienpreis-srg-zentralschweiz-ich-wurde-quasi-ueber-nacht-ausbildungsleiter-beim-radio

Radio DRS 1, «Persönlich», 25.03.1984, 57.52 min

Mit Liselotte Blumer, Guido A. Zäch und Peter Schulz

https://www.srf.ch/audio/persoenlich/persoenlich-mit-liselotte-blumer-guido-a-zaech-und-peter-schulz?id=af608205-4162-49d3-83d5-5fb8683508aa#autoplay

Mehr:

https://www.xecutives.net/peter-schulz-ueber-die-boulevardisierung-der-medien-sein-engagement-in-der-kultur-und-die-sinnfrage-im-leben/

https://ragaz-medien.ch/assets/neue_lz-28.3.14-11.pdf

https://www.luzernerzeitung.ch/kultur/portraet-peter-schulz-als-verleger-mutig-und-vorsichtig-ld.89092?reduced=true

https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/auszeichnungen-luzerner-stadtrat-verleiht-vier-ehrennadeln-ld.3717

https://srgzentralschweiz.srgd.ch/aktuelles/2019/03/26/maz-grunder-peter-schulz-wird-fur-sein-lebenswerk-ausgezeichnet/

https://prolibro.ch/products/peter-schulz-mein-liebstes-buch?srsltid=AfmBOoqjCD9lBA-YBd8wv6TokUAnUccXisDGfkdaVYuTglwoGoNeDsIN

https://www.helveticarchives.ch/detail.aspx?ID=1440419

https://www.literaturgesellschaft-lu.ch/

https://prolibro.ch/pages/geschichte

https://www.maz.ch/das-maz/portraet

https://weberverlag.ch/collections/peter-schulz?srsltid=AfmBOopxRViOyp0244Oi5HpSSEMYAjXljOJCh8D8qAwwKSkBo-_YHzi3

https://www.benteli.ch/de/autor/peter-schulz.html

(*) https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Schulz_(Publizist)

#PeterSchulz #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 2. Februar 2025
  • Bildung und Arbeit, Druck, Verlag, Printprodukte, Medienhäuser, Für Körper, Geist und Seele, Journalismus, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Politik und Gesellschaft, Radio und TV

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