Wechselausstellung zu «Fürsorge und Zwang in der Schweiz», Anna Göldi Museum, Ennenda / Glarus, bis am 1. November 2026

Bild: © Anna Göldi Museum Ennenda / Glarus
Bis 1981 wurden in der Schweiz zehntausende Menschen zwangsweise interniert oder «zwangsplatziert». In Heimen oder Pflegefamilien erlebten sie Übergriffe, Gewalt und Ausgrenzung. Erst nachdem Betroffene den Mut fanden, Gesicht zu zeigen und ihre Schicksale in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, stieg der politische Druck, den Blick auf dieses düstere Kapitel der Schweizer Sozialgeschichte zu richten.
Die Werkstattausstellung ergänzt die Wanderausstellung «Ich bin einfach niemand gewesen – Fürsorge und Zwang in der Schweiz», die vom 7. bis zum 24. August 2026 im Volksgarten in Glarus gastieren wird.
Mit einem vielfältigen und engagierten Programm greift das Museum aktuelle Themen auf – vor allem im Bereich der Menschenrechte – und spannt damit einen Bogen in die Gegenwart.
Das moderne Museum ist im historisch einmaligen und beeindruckenden Hänggiturm untergebracht. Wobei der Begriff «Turm» irreführend ist. In Wirklichkeit ist der Ausstellungsraum ein riesiger, fantastischer, fast sakral anmutender Saal, in dem zur Blütezeit der Glarner Textilindustrie die bedruckten Stoffbahnen zum Trocknen aufgehängt wurden. Das Museum befindet sich im Ortsteil Ennenda und ist zu Fuss vom Bahnhof Ennenda in ca. 10 Minuten und vom Bahnhof Glarus in ca. 15 Minuten erreichbar.
Für Einzelpersonen findet bis im Oktober (im 2026 auch im November) jeweils am ersten Sonntag im Monat um 13.45 Uhr eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung statt. Die Teilnahme an der Führung ist im Eintritt inbegriffen. Führungen für Gruppen sind ganzjährig nach Vereinbarung möglich.
agm
Kontakt:
https://www.annagoeldimuseum.ch

Bild: © Anna Göldi Museum, Ennenda / Glarus
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Kommentare von Daniel Leutenegger