Der 1944 geborene Schweizer Unternehmer und Umweltpionier Walter Schmid (Bild) konnte in Bern den diesjährigen, erneut mit 200’000 Franken dotierten Preis der Stiftung Brandenberger entgegennehmen. Die Entwicklung des Kompogas-Verfahrens um 1989 war sein Verdienst und das von ihm ab 1991 aufgebaute Unternehmen Kompogas ist schweizweit bekannt. Walter Schmid gründete das Baugeschäft unter seinem Namen im Jahre 1966, als er 21 Jahre alt war. Schon früh baute Schmid pragmatisch alles technisch Machbare, um (fossile) Energie zu sparen, immer in der Hoffnung, dass sich die Lösungen auch ökonomisch rechnen würden. Schon 1975 baute Schmid eine der ersten Vakuum-Sonnenkollektor-Anlagen der Schweiz, kombiniert mit Stückholzheizung. Es folgten Erdkollektoren, Tiefwasserbohrungen und 1988 seine erste gebäudeintegrierte Photovoltaikanlage. Im Gegensatz zum Gebäudebau, wo Schmid seine Ideen unabhängig umsetzen konnte, wurde sein Elektro-Nutzfahrzeug-Konzept «Solcar» schon im 1990 mit Preisen ausgezeichnet, fand jedoch nur 150 der benötigten 500 Käufer, sodass das Projekt eingestellt wurde. Nach den Erfahrungen aus dem Unternehmen Kompogas betreffend Mobilisierung der Bevölkerung baute Schmid von 2010 bis 2012 in Spreitenbach das Zentrum Umwelt Arena, in welchem sich die Bevölkerung über den neuesten Stand der verfügbaren Techniken zur Energieeffizienz informieren kann. Nach dem Ansatz von Schmid soll dort laufend das technisch Machbare sofort gezeigt werden, es wird jedoch nichts verkauft. Walter Schmid hat u.a. 2003 den Europäischen Solarpreis, 2010 den Schweizer Umweltpreis und 2012 den Watt d’Or-Spezialpreis der Jury erhalten.

Bild: Walter Schmid mit Kompogas – Foto: Beat Pfändler, 2005 – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Walter_Schmid_mit_Kompogas.jpg?uselang=de#Lizenz
Die Brandenberger-Stiftung ehrt Walter Schmid für sein langjähriges Engagement für Nachhaltigkeit und Umweltbildung. Schmid setze sich seit Jahrzehnten für die praktische Umsetzung nachhaltiger Lösungen ein. Aus frühen Projekten in Solarenergie, Elektromobilität und Biogas entwickelten sich weitere Pionierprojekte im energieeffizienten Bauen und Wohnen.
Die Stiftung J.E. Brandenberger richtet jährlich ihren mit 200’000 Franken dotierten Preis an natürliche Personen mit Schweizer Bürgerrecht aus, «die sich unter grossem und anhaltendem Einsatz der Verbesserung der materiellen oder immateriellen Lebensbedingungen von Menschen verschrieben und sich dabei besondere Verdienste erworben haben», wie die Stiftung auf ihrer Webseite schreibt. Der Preis soll insbesondere ohne Rücksicht auf die konfessionelle und politische Einstellung Frauen und Männern verliehen werden.
Jacques Edwin Brandenberger, geboren am 19. Oktober 1872, hatte sich durch verschiedene Erfindungen, vor allem aber durch die Erfindung der Viscosefolie «Cellophan» einen Namen als Chemiker gemacht. Diese Erfindung wurde von ihm zur kommerziellen Reife geführt und in seiner Firma La Cellophane S.A. in Frankreich verwertet.
Kontakt:
https://www.stiftungbrandenberger.ch/index.php/de
Walter Schmid – «ein Pionier, der Nachhaltigkeit erlebbar macht und dabei immer Produzent:in, Konsument:in und Umwelt gewinnen lässt» (Zitat Umwelt Arena).
Hinter der Umwelt Arena Schweiz steht Walter Schmid – Bau- und Generalunternehmer, Visionär und Macher. Seit über 30 Jahren treibt er Projekte voran, die zeigen, wie die Menschen Energie effizienter und nachhaltiger nutzen können.
1994 entwickelte er das Kompogasverfahren, mit dem aus Küchenabfällen Dünger und Strom entstehen, und realisierte die weltweit erste Biogastankstelle.
2012 eröffnete er die Umwelt Arena in Spreitenbach – einen Ort, an dem nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und Technologien an einem Platz zusammenfinden und vor allem interaktiv erlebbar werden. Die Idee dazu entstand, als er mit der Kompogas-Biogas-GoKart-Anlage in Otelfingen erlebte, dass ein Projekt erst dann wirklich ins Rollen kommt, wenn man es erfahren und spüren kann – nicht nur darüber liest oder spricht. Heute ist er Stiftungsratspräsident der Umwelt Arena Schweiz.
2016 baute Walter Schmid in Brütten das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt. Ein weiteres Highlight: die klimaneutrale Wohnüberbauung in Männedorf, ausgezeichnet mit dem «Watt d’Or» des Bundesamts für Energie.
Walter Schmid selber hat den Watt d’Or für «sein Lebenswerk» und die zahlreichen Entwicklungen auf dem Gebiet nachhaltiger Technologien und Projekte erhalten, eine Auszeichnung des Bundesamts für Energie.
Walter Schmids Credo: «Ein Projekt ist nur dann erfolgreich, wenn es drei Gewinner gibt – Produzent, Konsument:in und Umwelt». Mit diesem Grundsatz hat er unzählige Innovationen umgesetzt – von Solarstromfassaden über CO₂-neutrale Wohnsiedlungen bis hin zu cleveren Energiespeicherlösungen und der intelligenten Energiezentrale, der Hybridbox.
Quelle / Kontakt:
https://umweltarena.ch/ueber-uns/wer-steht-dahinter
Auf ch-cultura.ch u.a. erschienen:
https://ch-cultura.ch/?s=stiftung+brandenberger
https://ch-cultura.ch/?s=umweltarena
#StiftungJEBrandenberger #PreisStiftungBrandenberger2026 #WalterSchmid #UmweltArenaSchweiz #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger