6. Dezember 2025
«VON PFLEGE, WERT UND DENKMAL: FOR WHAT IT’S WORTH»
Ausstellung im ZAZ BELLERIVE Zentrum Architektur Zürich, bis am 18. Januar 2026

Bild: Materialgeschichten – Foto: © Michael Stirnemann / ZAZ Bellerive
Was ist etwas wert – und für wen? Diese Frage steht im Zentrum der Ausstellung «Von Pflege, Wert und Denkmal: For What It’s Worth». Sie richtet den Blick auf gebaute Substanz, auf Materialien und Erinnerungskulturen, und sie fragt, wie wir als Gesellschaft mit dem umgehen, was schon da ist.
Zwischen Denkmalschutz, Rückbau, Wiederverwendung und Repräsentation entfaltet sich ein Panorama der Aushandlungen: Was bleibt bestehen – und wer entscheidet darüber?
Die Ausstellung begreift Denkmalpflege als Praxis des Sorgetragens: Sie schützt, bewahrt, überliefert – und steht zugleich inmitten aktueller gesellschaftlicher, ökologischer und politischer Debatten. Sorgetragen meint in diesem Kontext nicht nur das materielle Reparieren, sondern auch das soziale Weitergeben und das kulturelle Sichtbarmachen. Es steht für eine Haltung der Verantwortung gegenüber dem Bestehenden – sei es ein Bauteil, ein Material oder eine Geschichte.

Bild: Für wessen Vergangenheit? – Foto: © Michael Stirnemann / ZAZ Bellerive
Die Ausstellung entfaltet sich räumlich entlang dreier aufeinander aufbauender Schwerpunkte:
- Materialwert & Bedeutungswandel
Was ist etwas wert – und wie verändert sich dieser Wert über Zeit, durch Nutzung, durch Institutionen und gesellschaftlichen Wandel? Die Ausstellung beginnt mit Fragen zum Umgang mit bestehender Substanz. Sie zeigt Denkmalpflege als Praxis des Weiterverwendens, Bewertens und Bewahrens. Bauteile aus geschützten Gebäuden und Rückbauprojekten machen sichtbar, wie sich Wertzuschreibungen verändern – und wie historische und gegenwärtige Akteur:innen den Erhalt verhandeln. - Materialwissen & Teilhabe
Wer versteht Materialien – und wie wird dieses Wissen vermittelt? Im zweiten Teil wird Sorgetragen als kulturelle Kompetenz sichtbar: Wissen über Werkstoffe, Herstellungsverfahren und Reparaturtechniken ist Voraussetzung für nachhaltiges Bauen. Die Ausstellung betont, dass Denkmalpflege nicht nur schützt, sondern Wissen bewahrt und weitergibt – und dass Teilhabe an Baukultur mit Zugang zu diesem Wissen beginnt. - Soziale Gerechtigkeit & Repräsentation
Wessen Vergangenheit wird erinnert – und wer bleibt unsichtbar? Im letzten Teil wird Sorgetragen als soziale Praxis verhandelt. Die Ausstellung thematisiert blinde Flecken im institutionellen Gedächtnis: Wer wird durch bestehende Bewertungsmuster nicht sichtbar? Wie lässt sich eine inklusive Erinnerungskultur gestalten? Fallstudien machen sichtbar, wie Care zur politischen Haltung werden kann – als kollektives Erinnern, als Bottom-up-Prozess, als Widerstand gegen das Vergessen. In Objekten, Installationen, Hörstationen, Zeitstrahlen und partizipativen Modulen wird Sorgetragen als Perspektive auf Architektur erfahrbar gemacht – sinnlich, diskursiv und dialogisch.

Bild: Neue Perspektiven – Foto: © Michael Stirnemann / ZAZ Bellerive
Fazit / Einladung an das Publikum
«For What It’s Worth» versteht Denkmalpflege als kollektive Praxis: Sie ist nicht nur Archiv, sondern Handlung – nicht nur Erhalt, sondern Aushandlung. Die Ausstellung lädt dazu ein, gemeinsam zu fragen: «Was wollen wir bewahren – und wie?»
cp
Kontakt:

#ZAZBellerive #ZentrumArchitekturZürich #PflegeWertDenkmal #FroWhatItsWorth #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+
Kommentare von Daniel Leutenegger