Ab 2026 bringen die Solothurner Filmtage Musik, Sound und Film unter dem neuen Label «Visioni Sonore» zusammen: mit Konzerten, Liveshows, Film- & Musik-Formaten sowie gezielten Industry-Events rund um Musik im Film. Sonart, der grösste Berufsverband für Musiker:innen in der Schweiz, unterstützt das Programm aktiv.
Der vom Groupement Suisse du Film d’Animation (GSFA) organisierte Wettbewerb für den besten Schweizer Animationsfilm findet am Samstag, 24. Januar 2026, um 14.45 Uhr im Rahmen der Solothurner Filmtage in der Reithalle und am Dienstag, 27. Januar, um 15.15 Uhr im Canva statt. Die Société Suisse des Auteurs (SSA) und Suissimage stiften den Publikumspreis für den besten Animationsfilm, der mit insgesamt 10’000 Franken dotiert ist.
Mit «Perform!» unterstützt die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia visuelle Künstler:innen aus der Schweiz, die ihre Performancepraxis professionalisieren, vertiefen und weiterentwickeln wollen (z.B. durch eine Verlagerung von Ausstellungsräumen auf Bühnen, durch die Übersetzung von Live-zu-Video-Performances oder in den digitalen Raum).
An den 61. Solothurner Filmtagen werden die Schauspielpreise Prix Swissperform 2026 an
Irène Jacob, Max Hubacher, Rabea Lüthi und Esther Gemsch verliehen. Die Preise würdigen «herausragende Schauspielleistungen in Schweizer Fernsehproduktionen» und sind mit jeweils 10’000 Franken dotiert. Die Preisverleihung findet am Sonntag, 25. Januar 2026, im Landhaus Solothurn statt.
Das Zurich Film Festival (ZFF) zeichnet die Schweizer Regisseurin Petra Volpe (Bild) am Montag, 12. Januar 2026, in Los Angeles für ihren Film «Heldin» mit dem «Goldenen Auge» aus. Die Ehrung erfolgt im Rahmen eines For-Your-Consideration-Screenings (FYC) ihres Films «Heldin» für Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS). «Heldin» steht auf der Oscar-Shortlist für den besten internationalen Film. Das Screening wird vom ZFF gehostet und in Zusammenarbeit mit dem US-Verleih Music Box Films im Soho House Los
Angeles organisiert. Petra Volpe wird die Auszeichnung persönlich entgegennehmen.
Am 15. Januar 2026 ist der Kinostart von «Der Mann auf dem Kirchturm» des 1958 in Rothenthurm geborenen Innerschweizer Filmemachers Edwin Beeler. Die Geschichte des neuen Films erzählt vom Kaminfeger eines Dorfes, der es liebt, auf Kirchtürmen in schwindelerregender Höhe zu arbeiten. Für seinen Enkel ist der Grossvater ein Glücksbringer und starker Mann. Er möchte ihm nacheifern und mehr über seine Herkunft erfahren. Doch Grossvaters Sturz vom Dach verändert alles. Was bleibt, sind offene Fragen zu einem generationenübergreifenden Trauma, zu männlicher Dominanz, weiblicher Unterordnung, zur eigenen Identität – und Schweigen. Der Enkel ergründet das stille Geheimnis der letzten Entscheidung seines Grossvaters – durch Erinnerungen, Bilder und Landschaften seiner Kindheit. «Der Mann auf dem Kirchturm» wird auch an den diesjährigen Solothurner Filmtagen gezeigt.
Die am 16. Dezember 1934 in Bueriis (Italien) geborene Schweizer Fotografin, Filmemacherin und Pionierin des Schweizer Films Tula Roy (Bild) ist am 23. Dezember 2025 in München gestorben, wie jetzt bekannt wird. Von ihr stammt einer der wichtigsten Filme über die Schweizer Frauengeschichte mit dem Titel «Eine andere Geschichte». Tula Roy war nach einer Ausbildung als Fotografin in Basel freiberuflich für Presse, Architektur und Industrie tätig. Nach Filmkursen an der F+F in Zürich und an der Hochschule für Gestaltung Zürich arbeitete sie als freischaffende Filmemacherin. Weiter hatte sie eine Lehrtätigkeit am Pestalozzianum in Zürich. Seit Mitte der 1970er-Jahre entstanden zahlreiche Filme, oft in Zusammenarbeit mit Kameramann Christoph Wirsing. 1975 realisierten Tula Roy und Christoph Wirsing ihren ersten Dokumentarfilm «Lady Shiva oder ‹Die bezahlen nur meine Zeit›», ein Porträt der Sexarbeiterin Irene Staub. Ihre Filme thematisieren Politik, Feminismus, Prostitution, körperliche und geistige Beeinträchtigung, Erziehung, Jugend und Sexualität. Tula Roy war Mitglied des Vereins CH-Filmfrauen. (*)
Die Solothurner Filmtage ehren den Filmjournalisten Michael Sennhauser (Bild) mit dem «Prix d’honneur» ihrer 61. Ausgabe. Der Preis ist mit 10’000 Franken dotiert. In seiner über 30-jährigen Laufbahn als Filmkritiker hat Sennhauser unzählige Filme besprochen und die kulturelle Bedeutung der Filmkritik gestärkt. Der Preis wird am Donnerstag, 22. Januar 2026, im Landhaus Solothurn verliehen.
Der am 21. Juli 1955 in Pécs geborene ungarische Filmregisseur Béla Tarr (Bild) ist am 6. Januar 2026 gestorben. Sein Opus magnum «Satanstango» zählt für viele Kritiker:innen zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte. Charakteristisch für seine Filme wurden lange Einstellungen, die nicht selten die komplette Länge einer 35-mm-Rolle (rund elf Minuten) dauern. So besteht «The Man from London» in zweieinhalb Stunden aus nur 29 Einstellungen. Alle seine Filme ab «Verdammnis» (1988) entstanden in Zusammenarbeit mit dem Schriftsteller László Krasznahorkai, der 2025 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Weitere beständige Mitarbeiter waren Mihály Víg (Musik), Gyula Pauer (Set- und Kostümdesign), Gábor Medvigy (Kamera) sowie Tarrs Ehefrau Ágnes Hranitzky (Schnitt und Ko-Regie). 2018 wurde Tarr in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences berufen, die jährlich die Oscars vergibt. 2023 erhielt Tarr den Ehrenpreis der European Film Academy. (*)
Die am 21. Januar 1961 in Genf geborene Schweizer Komikerin, Schauspielerin und Schriftstellerin Claude-Inga Barbey (Bild) ist am 3. Januar 2026 ebenda gestorben. Von 1978 bis 1980 besuchte Barbey die Genfer Schauspielschule (ESAD) und spielte auf verschiedenen Genfer Theaterbühnen. 1992 trat sie erstmals als Komikerin im Radio Suisse Romande in Erscheinung. 2000 erschien ihr erstes belletristisches Werk, ein Erzählband. Im Dezember 2021 wurde einer ihrer Video-Sketches, veröffentlicht von der Tageszeitung «Le Temps», heftig kritisiert und Barbey wurde des Rassismus bezichtigt. (*)
Der am 13. März 1935 in Rüti (ZH) geborene Schweizer Schauspieler Hans-Joachim Frick (Bild) ist am 19. Dezember 2025 gestorben, wie jetzt bekannt wurde. Er war langjähriges Ensemblemitglied des Stadttheaters Bern. Auch am Berner Theater an der Effingerstrasse war er regelmässig zu sehen. Zudem spielte er meist kleinere Nebenrollen in Fernsehfilmen («Lüthi und Blanc», «Sommer, Wein und harte Nüsse» oder im Schweizer «Tatort») und in Kinofilmen («Das Boot ist voll» von Markus Imhoof, «Aschenbrüder» von Steve Walker oder «Ein klarer Fall» von Rolf Lyssy).
Die am 28. September 1934 in Paris geborene französische Schauspielerin, Sängerin und Tierschützerin Brigitte Bardot (Bild) ist am 28. Dezember 2025 in Saint-Tropez gestorben. Bardot galt besonders in den 1950er- und 1960er-Jahren als internationales Sexsymbol. Meistens wurde sie als hedonistische, sexuell freizügige und selbstbewusste Schönheit besetzt und prägte damit im Kino einen neuen Frauentyp in der Anfangszeit der Sexuellen Revolution. Zu ihren bekanntesten Filmen zählen «Et Dieu… créa la femme» (Und immer lockt das Weib), «La Vérité» (Die Wahrheit), «Le Mépris» (Die Verachtung) und «Viva Maria!». Als Sängerin veröffentlichte sie mehrere Alben und zahlreiche Singles. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere 1973/1974 zog sich Bardot aus dem Showgeschäft zurück und widmete sich ab dann vor allem dem Tierschutz. (*)
Nach der erfolgreichen Ausstellung «Once Upon A Page» im Kunstmuseum der Tsinghua-Universität in Peking wird diese Schau nun in erweiterter Form in Shanghai gezeigt. Das Shanghai Minsheng Art Museum präsentiert bis am 4. Juni 2026 gemeinsam mit der Schweizer Botschaft und dem Fumetto Comic Festival Luzern die Ausstellung «Tales of Now: Contemporary Swiss Comics from the Fumetto Festival». Die Ausstellung versammelt nahezu 500 Arbeiten von über 20 Künstler:innen aus der deutschsprachigen Schweiz und sie zelebriert den Comic als eigenständige Kunstform – «facettenreich, experimentell, gesellschaftlich relevant», wie Fumetto schreibt.
Auf dem YouTube-Kanal der Swiss Game Developers Awards (SGDA) wurden die besten Schweizer Games des zu Ende gehenden Jahres bekanntgegeben. Den Hauptpreis gewann das Zürcher Studio Okomotive mit «Herdling». Okomotive konnte bereits internationale Erfolge feiern mit den «Far»-Spielen. Die SGDA-Auszeichnungen werden seit 2013 vergeben.
La Tour du Fantastique porte parfaitement son nom: Elle a transformé les anciennes prisons et la tour médiévale de la ville de Neuchâtel en espace d’évasion artistique et culturelle international. L’exposition inaugurale de la Tour du Fantastique est consacrée à John Howe et présente, sur quatre étages, plus de 250 dessins et peintures dans un parcours et une scénographie totalement inédits. John Howe est l’un des artistes les plus reconnus et plébiscités à l’international, entre autres pour son interprétation picturale de l’œuvre littéraire de Tolkien, présentée dans des éditions illustrées, reprise au cinéma par Peter Jackson, sur les plateformes TV, ou encore dans les jeux de plateau et les jeux vidéo. (Jusqu’au 18 octobre 2026)
Rosa von Praunheim (Bild), der am 25. November 1942 in Riga als Holger Radtke geborene deutsche Film- und Theaterregisseur, Produzent, Autor, Professor für Regie sowie Aktivist, öffentlicher Wegbereiter und Mitbegründer der LGBTQ-Bewegung in Deutschland, ist am 17. Dezember 2025 in Berlin gestorben. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Neuen Deutschen Films und wird auch den Autoren- und Avantgardefilmern zugerechnet. In über 50 Jahren drehte er über 150 Kurz- und Langfilme vorrangig mit queeren Sujets. Sein filmischer Output ist enorm; durch sein künstlerisches Schaffen über viele Jahrzehnte hinweg wurde Rosa von Praunheim zu dem Namen, der symbolisch für den deutschen queeren Film steht. Auch international gilt er als bedeutungsvoller und Grundlagen schaffender Pionier des queeren Kinos. (*)
Petra Volpes «HELDIN» (LATE SHIFT) wurde für die Shortlist der 98. Academy Awards in der Kategorie «International Feature Film» selektioniert. Dies gab die Academy of Motion Picture Arts and Sciences bekannt. Der Spielfilm, produziert von Zodiac Pictures, ist einer der 15 Beiträge, die nun die Chance auf eine Nomination für den Oscar als besten internationalen Film haben.
Über 17’000 Menschen haben die Petition zum Erhalt des Auslandmandats der SRG-SSR unterzeichnet. Die Initiant:innen haben die Petition heute bei der Bundeskanzlei eingereicht – am Tag der Ständeratsdebatte zum Entlastungspaket 27. Das Auslandmandat umfasst Swissinfo.ch und tvsvizzera.it sowie die Partnerschaft mit 3sat und TV5Monde und sichert damit die internationale Sichtbarkeit der Schweiz.
Der US-amerikanische Schauspieler, Filmregisseur und -produzent Rob Reiner und seine Frau, die Schauspielerin, Produzentin und Fotografin Michele Singer Reiner, wurden am 14. Dezember 2025 in ihrem Haus in Brentwood (Los Angeles) erstochen aufgefunden. Als Darsteller wurde Rob Reiner in den 1970er-Jahren durch die Fernsehserie «All in the Family» bekannt. Seit Mitte der 1980er-Jahre inszenierte er als Regisseur erfolgreiche Filme wie «This Is Spinal Tap», «Stand by Me», «Die Braut des Prinzen», «Harry und Sally», «Misery» und «Eine Frage der Ehre». In den USA ist Reiner auch für seine Tätigkeit als Politaktivist bekannt.
Die Kantone Obwalden und Nidwalden schreiben seit 2014 gemeinsam Werkbeiträge für Kulturschaffende aus. Eine fünfköpfige Fachjury vergibt den grossen Werkpreis 2025 in der Höhe von 20’000 Franken an Anita Zumbühl aus Oberdorf. Der kleine Werkpreis in der Höhe von 10’000 Franken geht an die Kernserin Olivia Abächerli.
Das Werkjahr der Frey-Näpflin-Stiftung und des Kantons Nidwalden ist mit 50’000 Schweizer Franken dotiert. Zusätzlich folgt eine Ausstellung mit
Publikation im Nidwaldner Museum. Die Jury hat sich mit der Wahl von Judith Albert (Bild) als Preisträgerin des Werkjahrs 2026 der Frey-Näpflin-Stiftung für «eine der profiliertesten Videokünstlerinnen der Schweiz» entschieden, wie sie schreibt.
Der am 4. Februar 1927 in Basel geborene Schweizer Filmproduzent Arthur Cohn ist am 12. Dezember 2025 in Jerusalem gestorben. Arthur Cohn verbrachte seine Jugend- und Studienjahre in Basel, danach folgten die Arbeit als Journalist (u. a. beim «Echo der Zeit») und die Beschäftigung mit der Konzeption von Drehbüchern, die ihn zum Film brachte. Seine bekanntesten Produktionen sind «Der Garten der Finzi Contini» (1970), koproduziert mit Artur Brauner, Gianni Hecht Lucari und Fausto Saraceni, sowie «Die Kinder des Monsieur Mathieu» (2004) von Christophe Barratier, der besonders in Frankreich erfolgreich war. Mehrere Filme des brasilianischen Regisseurs Walter Salles wurden von Cohen mitproduziert. Die Dokumentarfilme «Nur Himmel und Dreck» (1960, gemeinsam mit René Lafuite), «American Dream» (1990, gemeinsam mit Barbara Kopple) und «Ein Tag im September» (1999, gemeinsam mit Kevin Macdonald) wurden mit einem Oscar ausgezeichnet, den Cohn jeweils als einer der Produzenten und Preisträger entgegennahm. Arthur Cohn erhielt für sein Schaffen mehrere Ehrungen: Die Boston University, die Yeshiva University, die Universität Basel (2006) und die Bar-Ilan-Universität (2021) verliehen ihm Ehrendoktorate. 1995 ehrte ihn das französische Kulturministerium mit dem Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres, dem höchsten Orden, den ein nichtfranzösischer Bürger erhalten kann. Am 11. Februar 2019 wurde Arthur Cohn von der Cinema-for-Peace-Foundation in Berlin für sein Lebenswerk ausgezeichnet. (*)
Die 61. Solothurner Filmtage eröffnen am 21. Januar 2026 mit der Weltpremiere des Dokumentarfilms «The Narrative» von Bernard Weber und Martin Schilt. Der Film erzählt die Geschichte des Investmentbankers Kweku Adoboli, der 2011 durch Handelsspekulationen am ETF- Desk der UBS in London einen Verlust von zwei Milliarden Schweizer Franken verursachte, den grössten der jüngeren Schweizer Bankgeschichte. Ehrengast der Eröffnung ist Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.
Der am 23. Mai 1952 in Epsom (Surrey) geborene britische Dokumentarfotograf, Fotojournalist, Dozent und Sammler Martin Parr (Bild) ist am 6. Dezember 2025 in Bristol gestorben. Typisch für sein Werk ist der zugleich humoristische und anthropologische Blick auf Alltagssituationen. Neben seiner Beschäftigung als freier Fotograf nahm Parr immer wieder Lehraufträge als Dozent an. Nach einer langen Debatte wurde er 1994 Mitglied bei der Agentur Magnum Photos. Innerhalb der Agentur liefen Kampagnen, die seine Aufnahme verhindern sollten, doch letztendlich mussten sich seine Gegner der demokratischen Entscheidung beugen. Kritiker betrachteten seinen fotografischen Stil als zu provokant und warfen ihm vor, sich über die darin abgelichteten Personen lustig machen zu wollen. 2013 bis 2017 war Parr schliesslich Präsident der Agentur. 2017 gründete Parr in Bristol, wo er ab 1987 lebte, die Martin Parr Foundation. Diese Stiftung wurde zum Teil durch den Verkauf seiner Sammlung an Fotobänden an die Tate Gallery finanziert. Seit 1990 beschäftigte sich Parr auch mit der Filmkunst, vor allem als Kameramann, Dokumentarfilmer und Produzent. (*) Parr hat auch in der Schweiz fotografiert und ausgestellt. Unvergessen ist seine vielbeachtete Ausstellung «Souvenirs» 2013/14 im Museum für Gestaltung Zürich.
Le Festival international du film fantastique de Neuchâtel (NIFFF) annonce la fin de sa collaboration avec Pierre-Yves Walder. Les démarches pour lui trouver un successeur seront lancées prochainement.
Der «Animadvent Calendar» ist ein jährlich wiederkehrendes Format von Schweizer Animationsfilmschaffenden. Im Dezember wird täglich bis Weihnachten ein virtuelles Türchen geöffnet, hinter dem sich ein neuer animierter Beitrag verbirgt. Zu sehen sind die Beiträge auf Instagram und auf der Webseite der Initiant:innen sowie als Vorfilme in diversen Schweizer Kinos.
Der am 3. Juli 1937 als Tomáš Sträussler in Zlín (Tschechoslowakei) geborene britische Dramatiker Sir Tom Stoppard (Bild) ist vor dem oder am 29. November 2025 in Dorset (England) gestorben. Stoppard war international bekannt für Stücke wie «The Real Thing» und «Rosencrantz and Guildenstern Are Dead» sowie für das Drehbuch zum Film «Shakespeare in Love». Er gilt als einer der herausragenden Autoren des britischen Nachkriegsdramas, das er durch seine sowohl bühnenwirksam wie auch intellektuell anregende Mischung aus Wortwitz, Situationskomik und philosophischen Reflexionen massgeblich beeinflusst hat. Seine Werke gehören zu den meistgespielten und ebenfalls in akademischen Kreisen am intensivsten diskutierten Stücken des zeitgenössischen britischen Dramas. Der Stellenwert Stoppards als Autor und Dramatiker wurde 1997 auch durch seine Erhebung in den Adelsstand gewürdigt. (*)
Die am 15. Juni 1931 in Danzig-Langfuhr geborene deutsche Schauspielerin, Synchronsprecherin und Sängerin Ingrid van Bergen (Bild) ist am 28. November 2025 in Eyendorf gestorben. In den 1950er- und 1960er-Jahren gehörte van Bergen zu den bekanntesten deutschsprachigen Filmschauspielerinnen. Ihr Rollenfach waren Bardamen, Prostituierte und untreue Hausfrauen. Sie spielte u.a. mit O. W. Fischer, Joachim Fuchsberger und Heinz Rühmann. Es folgten etwa 200 Film- und Fernsehproduktionen, auch im internationalen Bereich – darunter Filme mit Christopher Lee, Klaus Kinski, Kirk Douglas, Robert Mitchum, William Holden und Giulietta Masina. Neben ihrer Filmtätigkeit blieb das Theater ein wichtiger Aspekt in ihrem Leben. Sie spielte an grossen Bühnen in Berlin, Hamburg und München. Auch als Sängerin konnte sie Erfolge verzeichnen. Nach ihrer Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe wegen Totschlags und ihrer Haftentlassung 1982 gelang es ihr zunächst nicht, an die alte Karriere anzuknüpfen. Regisseur Rosa von Praunheim besetzte sie schliesslich in seinem Film «Horror Vacui» (1984). Auf die Theaterbühne kehrte sie 1985 im Berliner Renaissance-Theater zurück. (*)
Der am 14. Oktober 1944 in Köln als Udo Kierspe geborene deutsche Schauspieler Udo Kier (Bild) ist am 23. November 2025 im US-amerikanischen Rancho Mirage (Kalifornien) gestorben. Er wirkte ab den 1960er-Jahren in rund 275 Film- und Fernsehproduktionen mit. Kier war einer der wenigen deutschen Schauspieler, die regelmässig in Hollywood drehten, und er war besonders auf skurrile Nebenrollen an der Seite grosser Stars spezialisiert. Daneben arbeitete er im Independent- und Arthouse-Bereich mit Regisseuren wie Andy Warhol, Lars von Trier, Rainer Werner Fassbinder, Paul Morrissey, Werner Herzog, Christoph Schlingensief und Gus van Sant. (*)
«Home» und «Repérages», die im Frühjahr 2025 gemeinsam mit der Forschungswelt lancierten Vermittlungsplattformen der Cinémathèque suisse, präsentieren zwei neue Publikationen, die aus einem umfangreichen Projekt mit Schwerpunkt auf dem Kanton und der Stadt Zürich hervorgegangen sind: sie behandeln Zürcher Gebrauchsfilme, die erschlossen und digitalisiert nun für die Öffentlichkeit zugänglich sind.
Die am 22. September 1934 in Mailand geborene italienische Sängerin und Schauspielerin Ornella Vanoni (Bild) ist am 21. November 2025 ebenda gestorben. 1953 trat sie der Schauspielakademie des Piccolo Teatro di Milano von Giorgio Strehler bei. Ihr Debüt als Sängerin hatte Vanoni 1957 in dem Stück «I Giacobini», in dem sie drei Lieder sang. Später machte sie durch Interpretation von Brecht-Songs sowie den «canzoni della mala» («Lieder der Unterwelt») auf sich aufmerksam. In den 1960er-Jahren fand Vanoni ihre musikalische Richtung, was ihr mithilfe von Gino Paoli gelang. Er schrieb u. a. «Senza fine», das später eines ihrer erfolgreichsten Lieder werden sollte. Sie sang auch Lieder von Domenico Modugno, Burt Bacharach, Charles Aznavour und Gilbert Bécaud. In den 1970er-Jahren waren den Liedern «L’appuntamento» und «Domani è un altro giorno» grosse Erfolge beschieden, die die Sängerin auch im Ausland bekannt machten. Mit «O» veröffentlichte Vanoni 1986 ein Jazz-Album. In den 1990er-Jahren begann sie eine Zusammenarbeit mit Produzent Mario Lavezzi, woraus Alben wie «Stella nascente» (1992) oder «Sheherazade» (1995) hervorgingen. Beim Sanremo-Festival 2021 trat Vanoni im Finale als Stargast in Erscheinung; dies wiederholte sie beim Festival 2023. (*)
Der am 4. April 1941 als Helmut Heine geborene deutsche Schriftsteller, Kinderbuchautor, Illustrator, Bildhauer und Designer Helme Heine (Bild) ist am 20. November 2025 im neuseeländischen Russell gestorben. Er lebte seit 1990 in Neuseeland. Heine schrieb Hör- und Drehbücher und schuf satirische Grafiken und Skulpturen. Er hat mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, die vor allem bei Middelhauve, Diogenes, Hanser und Beltz erschienen sind und in 35 Sprachen übersetzt wurden. Sein berühmtestes Werk ist «Freunde» aus dem Jahr 1982. Die Weltauflage seines Gesamtwerkes beträgt über 25 Millionen. Mit dem Heye Verlag schuf er eine Kalenderreihe mit einer Auflage von insgesamt 4,5 Millionen. Helme Heine machte Theater- und Musicalarbeit für die Weltausstellung in Osaka, gestaltete einen Themenpark für den Zoo in Hannover und hatte zahlreiche Ausstellungen in Europa, USA und Asien. Ab 1983 entwickelte Helme Heine zudem mit dem Musiker Peter Maffay und dem Texter Gregor Rottschalk die Figur des kleinen grünen Drachen Tabaluga. Dabei gab er diesem Fantasiewesen eine zeichnerische Gestalt, verfasste eine passende Tabaluga-Geschichte, beeinflusste die Story und schuf Kostüme für das Tabaluga-Musical. Als Autor und Illustrator zählte Helme Heine weltweit zu den renommiertesten Buchkünstlern der Gegenwart. Zu den bekanntesten Figuren in seinen Bildergeschichten gehören Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar. (*)
Im Rahmen des 13. Forums der Hauptstadtregion Schweiz in Naters (VS) wurde die diesjährige Ausgabe des «Preises für Zweisprachigkeit – Unterstützung für den künstlerischen Nachwuchs in der Hauptstadtregion Schweiz» verliehen. Die Jury unter dem Vorsitz von Glenda Gonzalez Bassi, Stadtpräsidentin von Biel-Bienne und Vorstandsmitglied der Hauptstadtregion Schweiz, ehrte den jungen Berner Filmregisseur Djibril Vuille (Bild) für sein Filmprojekt «Schoggi» mit 15’000 Franken.
Die am 20. August 1936 in Nerchau im sächsischen Landkreis Leipzig geborenen Alice und Ellen Kessler, bürgerlich Kaessler, sind am 17. November 2025 in Grünwald bei München gestorben. Sie waren als Kessler-Zwillinge international bekannt und arbeiteten gemeinsam als Sängerinnen, Tänzerinnen, Schauspielerinnen und Entertainerinnen. Ausser in Deutschland traten sie insbesondere in Italien, Frankreich und den USA auf. Alice und Ellen Kessler wurden unter anderem mit der Goldenen Rose von Montreux und dem Bundesverdienstkreuz am Bande (1987) ausgezeichnet. Für ihre Verdienste um die deutsch-italienische Verständigung erhielten sie den Premio Capo Circe. Ihr Geburtsort Nerchau zeichnete sie anlässlich ihres 70. Geburtstages 2006 mit der Ehrenbürgerschaft aus. 2025 wurde ihnen der Bayerische Verdienstorden verliehen. Die eineiigen Zwillinge standen mehr als 60 Jahre lang auf der Bühne, unter anderem mit Frank Sinatra, Fred Astaire und Harry Belafonte. Am 17. November 2025 starben die Kessler-Zwillinge gemeinsam im Alter von 89 Jahren in Grünwald durch assistierten Suizid in Begleitung einer Ärztin und eines Juristen der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben. (*)
Die «Tschugger»-Reihe wird fortgesetzt, diesmal von Anbeginn als Kinofilm. David Constantin ist als «Bax» wieder dabei. Die Produktionsfirma Shining Nice und SRF als Koproduzentin sind bereits an den Vorbereitungen. Gedreht werden soll ab kommendem Frühling; der genaue Zeitpukt steht noch nicht fest.
Hark Bohm (Bild), der am 18. Mai 1939 in Hamburg geborene deutsche Schauspieler, Drehbuchautor, Filmregisseur, Produzent und Dozent für Film, ist am 14. November 2025 ebenda gestorben. Er war Darsteller in einigen Filmen von Rainer Werner Fassbinder. 1971 gründete Hark Bohm mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. In den folgenden Jahren war er Regisseur und Autor einiger Kurzfilme, bevor er mit «Tschetan, der Indianerjunge» einen preisgekrönten Spielfilm drehte. 1974 entstand seine eigene Produktionsfirma namens Hamburger Kino Kompanie. Sein grösster Erfolg wurde «Nordsee ist Mordsee». Es folgten diverse Filme, die vor allem sozialkritisch verstanden werden sollten. Gemeinsam mit dem Verhaltensforscher Erik Zimen realisierte er 1976 bis 1978 den Dokumentarfilm «Wölfe». Hark Bohm war Mitbegründer des Hamburger Filmbüros (1979). Im selben Jahr initiierte er auch das Filmfest Hamburg zusammen mit Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Wim Wenders mit der sogenannten Hamburger Erklärung. 1993 gründete er das Filmstudium Hamburg an der Universität Hamburg – wo er ab 1992 auch eine Professur innehatte. Hark Bohm war Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. 2003 war er eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie. (*)
Im Jahr 2024 gingen die Besuche in Kultureinrichtungen und die Freizeitaktivitäten ausserhalb der eigenen vier Wände im Vergleich zu 2019 zurück. Die grosse Ausnahme waren Festivals. Nahezu 80% der Bevölkerung würden gerne mehr Kulturbesuche unternehmen, sehen sich jedoch vor allem durch Zeit- und Geldmangel eingeschränkt. Individuellere Freizeitbeschäftigungen sind im Aufschwung: Digitale Tätigkeiten sowie kreative Hobbys im Amateurbereich haben stark zugenommen, insbesondere bei den 15- bis 29-Jährigen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) zeichnet erstmals ein Bild des postpandemischen Kultur- und Freizeitverhaltens in der Schweiz. Es stellt einen «Rückzug ins Private nach der Pandemie» fest.
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