Sukzessive erneuert das Museum für Archäologie Thurgau in Frauenfeld seine Dauerausstellung und bringt sie auf den neuesten Stand der Forschung. Nach den Pfahlbauern, dem Raum, welcher den einzigartigen Goldbecher beherbergt, und der Bronzezeit ist nun das Kapitel Steinzeit an der Reihe.

Bild: Der Goldbecher von Eschenz – Foto: Lokolia, 2017 – Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en – Datei: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Museum_f%C3%BCr_Arch%C3%A4ologie_P1020736.jpg
In den kommenden Jahren wird die komplette Dauerausstellung des Museums erneuert. Momentan ist der erste Raum, welcher der Steinzeit gewidmet ist, an der Reihe. Am 12. Juni 2027 feiert diese Epoche dann in Frauenfeld Wiedereröffnung.
30 Jahre nachdem das Museum 1996 eröffnet wurde, ist es an der Zeit, eine Gesamtschau zu machen und die komplette Dauerausstellung einheitlich und durchgehend zu gestalten. So werden in der Abteilung Steinzeit die Funde konsequent nach Themen wie Essen, Handwerk oder Handel / Austausch inszeniert. Das heisst, anstelle beispielsweise alle Holzfunde nebeneinander zu präsentieren oder diese aufgrund der Fundorte zu gruppieren, werden die Funde nach thematischen Gruppen gegliedert.
Auch die verschiedenen Arbeitsschritte werden dargestellt. Beispielsweise der Weg vom unbearbeiteten Rohling eines Beils bis zur abgenutzten Klinge desselben, die im Abfall landet. Ein Wandgemälde von Jakob Näf, Grafiker beim Amt für Archäologie, zeigt Szenen aus dem damaligen Leben und integriert einen Zeitstrahl, welcher die Entwicklung der Zivilisation darstellt. So werden Lebenssituationen und Geschichten lebendig.
Wie schon bei den drei bereits realisierten Räumen ist die «Kinderspur» integraler Bestandteil der Inszenierung. «Archie der Dachs», das Maskottchen des Museums der Archäologie, führt junge Besucherinnen und Besucher durch die Ausstellung und vermittelt die Inhalte kindgerecht. Auch die enge Verbindung zum Naturmuseum wird mit kleinen Details inszeniert. Zudem werden die mysteriösen «Hügeli», welche die Vorfahren am Bodensee aufgeschüttet haben, ihren Platz in der Ausstellung erhalten.
Der grosse Steinzeit-Ausstellungsraum ist bereits ausgeräumt. Jetzt werden die Böden gebohnert und die Wände gestrichen. Alle Themen für die Ausstellung sind bereits festgelegt, gruppiert und getextet, die Gestaltung der Räume definiert.
Trotz der Umbauarbeiten wird das Museum jederzeit geöffnet bleiben und die Besuchenden werden mitbekommen, wie weit die Arbeiten gediehen sind, wenn sie an der «Ausstellungs-Baustelle» vorbei zu den anderen Räumen gelangen.
Im Herbst 2024 begannen die Planungen für die Erneuerung der Dauerausstellung. Im Herbst 2025 wurde die Pfahlbauerabteilung eröffnet. Im Frühling 2026 feierte der Raum mit dem Goldbecher Neueröffnung. Nach Fertigstellung der Steinzeitabteilung im Sommer 2027 verfeinert das Museumsteam dann das Grobkonzept für das Zeitalter der Römer im zweiten Stock des Museums. Der Umbau dieser Abteilung soll bereits 2027 beginnen. Ziel ist es, dass sich das Ausstellungskonzept schlussendlich über alle drei Stockwerke einheitlich präsentiert und die einzigartigen Objekte, die man im Kanton gefunden hat (und noch finden wird), in einer lebendigen und involvierenden Weise inszeniert.
Quellen / Kontakt:
https://museen.tg.ch/news/detailseite.html/11407/news/80556
https://archaeologiemuseum.tg.ch/unsere-angebote.html/15424
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Kommentare von Daniel Leutenegger