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1. Oktober 2026

«NEXT RELATIONS – ZUKUNFT GESTALTEN»

Ausstellung im Gewerbemuseum Winterthur, bis am 29. März 2027

Matthis Plaga & Leon Ehrmann Semesterprojekt «Microbial Factories», Sommer 2025 «Bactory» hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das CNC-gefilzte Schafwolle in einem Bad mit Mikroorganismen verfestigt.

Bild: «Bactory», 
Matthis Plaga & Leon Ehrmann, Semesterprojekt «Microbial Factories», Sommer 2025 – «Bactory» hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das CNC-gefilzte Schafwolle in einem Bad mit Mikroorganismen verfestigt.

5) & 6) «PA:PES»
Jakob Trepel
Semesterprojekt «Sorry, we are open!», Winter 2024/25 «PA:PES» ist ein recycelbares, modulares Rucksacksystem. Die einzel- nen Module sind vollständig aus Polyamid (PA) oder Polyester (PES). Nach dem Lebenszyklus werden sie in den Recyclingkreislauf zurück- geführt.

Bild: «PA:PES», 
Jakob Trepel, 
Semesterprojekt «Sorry, we are open!», Winter 2024 / 25 – «PA:PES» ist ein recycelbares, modulares Rucksacksystem. Die einzelnen Module sind vollständig aus Polyamid (PA) oder Polyester (PES). Nach dem Lebenszyklus werden sie in den Recyclingkreislauf zurückgeführt.

Wie wollen wir in Zukunft leben, produzieren und miteinander umgehen? Das Gewerbemuseum Winterthur widmet sich regelmässig den Fragen und Visionen der jungen Generation und bietet Studierenden und jungen Designschaffenden eine Plattform, um ihre Ideen für die Gestaltung der Zukunft zu präsentieren. «Denn die Herausforderungen von Klimawandel, Ressourcenknappheit und gesellschaftlichem Wandel verlangen nach neuen Perspektiven und nach Menschen, die Verantwortung übernehmen.», schreibt das Museum.

«Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt, wie angehende Designschaffende diese Verantwortung verstehen und welche Impulse sie für eine nachhaltige Zukunft entwickeln. Das Gewerbemuseum Winterthur präsentiert Semesterarbeiten von Studierenden der Studienrichtung Industriedesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (DE). Im Zentrum steht die Frage, welchen Stellenwert Kreislaufwirtschaft und nachhaltiges Gestalten für den Designnachwuchs haben. Wie können wir in Zukunft nachhaltiger produzieren und auch konsumieren? Was kann und muss Design leisten? Welche Visionen entwerfen die Studierenden und was können wir aus ihren Ideen für die Gestaltung unserer Zukunft lernen?

Die Ausstellung lädt dazu ein, Gestaltung als offene Praxis im Netzwerk komplexer Beziehungen zu erleben – mit dem Ziel, Gedankenmodelle für eine gemeinsame Zukunft zu entwerfen.

Matthis Plaga & Leon Ehrmann Semesterprojekt «Microbial Factories», Sommer 2025 «Bactory» hat ein innovatives Verfahren entwickelt, das CNC-gefilzte Schafwolle in einem Bad mit Mikroorganismen verfestigt.

Bild: «Algae Hub»
, Emil Küssner
, Semesterprojekt «Sorry, we are open!», Winter 2024 / 25 – «AlgaeHub» ist der Versuch einer alternativen Einrichtung für das alltägliche Drucken von kurzlebigen Dokumenten, durch eine gemeinschaftlich genutzte Infrastruktur und mit nachhaltiger Drucktinte auf Algenbasis.

Die Herausforderungen der Zeit sind zu komplex, um sie isoliert zu lösen. Deshalb braucht es neue Formen der Zusammenarbeit sowie umfassendere und fächerübergreifende Konzepte, um Antworten auf diese Fragen zu finden. Design steht heute mehr denn je vor der Aufgabe – und Chance –, sich neu zu verorten: nicht für klassische Problemlösungen, sondern neu auch als vermittelnde Rolle inmitten komplexer Beziehungen.

So können Designer:innen wissenschaftliche Erkenntnisse, lokale Erfahrungen, technologische Entwicklungen, ökologische Bedingungen sowie Perspektiven menschlicher und nicht-menschlicher Akteur:innen verknüpfen.

Das Gewerbemuseum Winterthur und die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (DE) sind als Mitglieder des Vereins «Material-Archiv» eng miteinander verbunden. Für die Einladung zu dieser Ausstellung war zudem die ausgeprägte Praxisorientierung der Hochschule entscheidend. Studierende werden früh dazu motiviert, Partnerinstitutionen für ihre Feldforschungen zu finden und Kollaborationen für innovative Entwürfe und Projekte einzugehen.

Design der Zukunft neu denken

Die Vielfalt der Möglichkeiten, mit Materialien und Technologien Produkte und Anwendungen zu formen, ist schon heute immens. Täglich kommen neue hinzu. Die Frage ist: Wohin wollen wir diese Potenziale lenken? Insbesondere in einer Zeit, die von Unsicherheit geprägt ist? Viele Zukunftsthemen – die Nachhaltigkeit weit vorne – sind mehr denn je aktuell und akut geworden. Längst ist es nicht mehr einzig eine Frage nac umweltverträglichen Materialien und Technologien.

Für eine nachhaltige Zukunft braucht es ein grundsätzliches Umdenken und einen interdisziplinären Dialog. In zwei Projekten widmeten sich die Studierenden der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (DE), Richtung Industriedesign, diesen Fragen. Im Modul «Sorry, we are open!» haben sie Konsumgewohnheiten hinterfragt und zirkuläre Service- und Nutzungskonzepte mit entsprechenden Produkten entworfen. Daneben untersuchten sie im Modul «Microbial Factories», wie mikrobielle Prozesse, mechanische Formgebung und lokale Ressourcen miteinander verwoben werden können. Alle Resultate zeigen: Zukunft entsteht nicht im Alleingang – sondern im gemeinsamen Entwerfen von Verbindungen, die zuvor nicht denkbar waren.

Workshop zu Mini-Bio-Machines
Andreas Wagner, künstlerischer Mitarbeiter Industriedesign
Semesterprojekt «Microbial Factories», Sommer 2025
Ziel eines dreiwöchigen Workshops zum Projekt «Microbial Factories» war es, kleine Maschinen und Apparate herzustellen, die biologische Prozesse einbeziehen oder nutzen. Auch sollten sie Fertigungstechnologien kennenlernen und vor allem Kenntnisse erlangen in der Umsetzung gängiger Industrieprodukte.

Bild: Workshop zu Mini-Bio-Machines
, Andreas Wagner, künstlerischer Mitarbeiter Industriedesign
, Semesterprojekt «Microbial Factories», Sommer 2025
 – Ziel eines dreiwöchigen Workshops zum Projekt «Microbial Factories» war es, kleine Maschinen und Apparate herzustellen, die biologische Prozesse einbeziehen oder nutzen. Auch sollten sie Fertigungstechnologien kennenlernen und vor allem Kenntnisse erlangen in der Umsetzung gängiger Industrieprodukte.


Teilen, Leihen, Updaten, Reparieren, Kompostieren, Zirkulieren, Tausschen

Nachhaltiger Konsum wird für viele Menschen immer wichtiger und sie sind immer mehr bereit, ihre Gewohnheiten zu ändern. Das betrifft neben dem Wohnen, Arbeiten und der Mobilität vor allem auch kurzlebige Konsumgüter. Sie möchten Produkte aus recycelten Materialien oder regionale Erzeugnisse kaufen, Dinge länger nutzen und reparieren lassen – und geben dafür sogar mehr Geld aus. Auch möchten sie Produkte leihen, statt besitzen, ihre eigenen Besitztümer oder auch ihr Know-how teilen. Gleichzeitig wächst das Interesse daran zu wissen, woher Produkte kommen und welche Auswirkungen der Konsum hat.

Mit Ideen wie Teilen, Leihen, Updaten, Reparieren, Kompostieren, Verkaufen, Zirkulieren, Austauschen oder Anpassen machen die Studierenden im Projekt «Sorry, we are open!» alternative Geschäftsmodelle vorstellbar und zeigen mögliche Wege des Konsums auf. Ressourcen sollen geschont, Materialien im Kreislauf gehalten und nachhaltiges Handeln im Alltag erlebbar werden.

Biobasierte Produktion: Dezentral, regenerativ und gemeinsam mit Mikroben

Was wäre, wenn wir mithilfe von Mikroorganismen nicht nur Lebensmittel wie Brot, Sauerkraut oder Käse herstellen, sondern auch Alltagsprodukte als Alternative zu Kunststoff? Erste Grundstoffe für Konsumgüter werden bereits mikrobiell produziert – oftmals in grossen Bioraffinerien, die wenig flexibel sind und bestehende Abhängigkeiten fortschreiben. Doch wie lassen sich solche Prozesse kleiner, flexibler und vor Ort umsetzen? Wie können Produkte dabei direkt in ihre Form wachsen? Und wie können verschiedene Akteur:innen zusammenarbeiten, um nachhaltige Produktionsweisen zu entwickeln?

Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Studierenden im Projekt «Microbial Factories». Sie kombinierten biologische Wachstumsprozesse mit mechanischer Formgebung und experimentierten mit ausgewählten Mikroorganismen und selbst entwickelten Produktionsapparaten. Entstanden sind erste Prototypen und Materialstudien, die zeigen, wie
biobasierte Produktion dezentral, regenerativ und gemeinsam mit Mikroben gestaltet werden kann.

Projektleitung

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (DE)
Mareike Gast, Professorin für Industriedesign / Projektleiterin BurgLabs
Andreas Wagner, Künstlerischer Mitarbeiter Industriedesign

Kooperation

«Next Relations» wurde von der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle (DE) in Zusammenarbeit mit dem Gewerbemuseum Winterthur konzipiert.

gmw

Kontakt:

https://gewerbemuseum.ch/de/ausstellungen/next-relations-zukunft-gestalten/

Bild: «LoopLens», 
Rita Zeinar
, Semesterprojekt «Sorry, we are open!», Winter 2024 / 25 – «LoopLens» sind modular aufgebaute und dadurch einfach reparierbare Brillen.
 Das Servicesystem gewährleistet die Kreislauffähigkeit der Brillen. Sollte eine Wiederaufbereitung nicht möglich sein, werden diese dem Materialkreislauf zugeführt.

#NextRelations #GewerbemuseumWinterthur #BurgGiebichensteinKunsthochschuleHalle #MareikeGast #AndreasWagner #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

Foto: © Michael Lio, Gewerbemuseum Winterthur, 2026

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 1. Oktober 2026
  • Bildende Kunst, Fotografie, Grafik, Architektur, Design, Bildung und Arbeit, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Museum, Ausstellung, Galerie, Politik und Gesellschaft, Umwelt / Mitwelt

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