19. Mai 2026
«GESICHT DER SCHWEIZ»: FOTOKÜNSTLER CHRISTIAN SCHOLZ SCHENKT NATIONALBIBLIOTHEK EINE EDITION SEINER PORTRAIT-SAMMLUNG
Die Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek (NB) erhält eine bedeutende Schenkung zur Erweiterung ihrer umfassenden Sammlung an fotografischen Portraits: Der Zürcher Fotokünstler Christian Scholz (*1951) überlässt dem Bund eine komplette Edition des Œuvres «501 – Portraitwerk Schweiz. Ein künstlerisches Programm». Bekannte Schweizer Persönlichkeiten sind darin zu entdecken, aber auch viele Unbekannte, die sich in ihrer Gesamtheit zu einem reich modulierten «Gesicht der Schweiz» zusammenfügen.

Bild: Auswahl von Portraitmotiven: Hans Josephsohn (Serie Künstler), Carla Caviezel (Serie Engadinerinnen), Doris Leuthard (Serie Politikerinnen), Pater Fridolin Wüthrich (Serie Ganzkörperportraits) – © Christian Scholz, Zürich © Foto: Flurin Bertschinger, NB, 2026

Bild: Auswahl von Portraitmotiven: Matthias Kull (Serie Adoleszenz), Yasmine K. Yamada (Serie Sportlerinnen), Pipilotti Rist (Serie Antlitz und Hand), Peter Zumthor (Serie Architekten) – © Christian Scholz, Zürich © Foto: Flurin Bertschinger, NB, 2026

Bild: Auswahl von Portraitmotiven: Niki Kreis (Serie Bauern), Carole Hübscher (Serie Unternehmerinnen), Uli Sigg (Serie Kunstsammler), Stefanie Lohrer (Serie Adoleszenz) – © Christian Scholz, Zürich © Foto: Flurin Bertschinger, NB, 2026
Das «Portraitwerk Schweiz» umfasst 501 analog aufgenommene Schwarz-Weiss Porträts (30 × 40 cm), die in 15 Portfolios zusammengefasst sind. Die Bilder sind in 50 thematische Serien unterteilt – von Jugendlichen über Architektinnen und Architekten bis zu Bäuerinnen, Bankiers und Sportlerinnen. Inhaltlich wird ein klar egalitärer Ansatz verfolgt, Schweizerinnen und Schweizer aus allen Regionen des Landes ungeachtet ihres sozialen Status als Vertreterinnen und Vertreter eines Gemeinwesens abzubilden.
Christian Scholz lebt seit 1985 in Zürich. 1990 startete er das Langzeitprojekt, das 2020 unter dem Titel «501 – Portraitwerk Schweiz. Ein künstlerisches Programm» abgeschlossen wurde. Neben dem Portraitwerk hat sich Christian Scholz mit verschiedenen weiteren Fotoprojekten beschäftigt, etwa mit dem Werkzyklus Tierkörper, der die Schweizer Kuh würdigt und in Ausstellungen und Bildbänden präsentiert wurde. Seine fotografischen Arbeiten sind in renommierten Privatsammlungen und in öffentlichen Sammlungen des In- und Auslands zu finden, so etwa in der National Portrait Gallery, London, im Centre Pompidou, Paris, oder im Kunsthaus Zürich.

Bild: Vertragsunterzeichnung vom 26. März 2026 in Bern: Christian Scholz (links) und Damian Elsig, Direktor der Schweizerischen Nationalbibliothek – © Foto: Flurin Bertschinger, NB, 2026
Kapitale Erweiterung der Fotoportraitsammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek
In der Graphischen Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek nimmt das Sammeln von fotografischen Werken einen hohen Stellenwert ein. Sammelschwerpunkte sind insbesondere fotografische Dokumentationen der Schweiz bezogen auf ihre Landschaft und ihre Bevölkerung. Die Kollektion der Fotoporträts mit vielen Zehntausenden von Bildern ist dementsprechend umfangreich und wird weiter gepflegt. Das «501 – Portraitwerk Schweiz» wird damit Teil des nationalen Kulturerbes und steht der Öffentlichkeit sowie den Forschenden als neue Quelle für Einblicke in das «Gesicht der Schweiz» zur Verfügung.
Christian Scholz im Gespräch mit Tobia Bezzola
Am Mittwoch, 3. Juni 2026, findet um 18 Uhr in der Schweizerischen Nationalbibliothek ein Gespräch zwischen dem Fotokünstler Christian Scholz und dem Kunsthistoriker Tobia Bezzola statt. Der Anlass wird von Isabelle Kirgus, Leiterin der Graphischen Sammlung, moderiert.

Bild: Christian Scholz: «501 – Portraitwerk Schweiz. Ein künstlerisches Programm». 15 Portfolios mit 501 Portraitmotiven – © Foto: Flurin Bertschinger, NB, 2026
Die Graphische Sammlung der Schweizerischen Nationalbibliothek sammelt, pflegt und vermittelt das bildliche Kulturerbe der Schweiz und stellt es für Nutzung und Forschung zur Verfügung. Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) sammelt Helvetica – Texte, Bilder und Töne der Schweiz – und sichert mit ihren Sammlungen das kollektive Gedächtnis der Schweiz. In Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ermöglicht sie einen breiten Zugang zum kulturellen Erbe des Landes. Als zentrale Gedächtnisinstitution schlägt die Nationalbibliothek eine Brücke von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft. Sie spiegelt dabei die Vielfalt sowie die Mehrsprachigkeit des Landes und fördert Gemeinschaft und Innovation. Die Nationalbibliothek ist eine Institution des Bundesamts für Kultur (BAK).
bn
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Kommentare von Daniel Leutenegger