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8. Juni 2026

BERN: DIE GEWINNERIN UND DIE GEWINNER DES TRUE STORY AWARDS 2026

Vom 5. bis am 7. Juni 2026 fand in Bern wieder das True Story Festival statt. Einer der Höhepunkte war die Bekanntgabe der Gewinnerin und der Gewinner in den Kategorien «Research», «Impact» und «Storytelling» durch die Hauptjury.

Gewinnerin und Gewinner des True Story Awards 2026 (v.l.): Saleh al-Laboudi, Martín Caparrós, Emma Graham Harrison und Hoda Osman - Foto: © https://truestoryfestival.org/de/news/gewinner-true-story-award-2026

Bild: Gewinnerin und Gewinner des True Story Awards 2026 (v.l.): Saleh al-Laboudi, Martín Caparrós, Emma Graham-Harrison und Hoda Osman – Foto: © https://truestoryfestival.org/de/news/gewinner-true-story-award-2026

Die Gewinnerin und der Gewinner des True Story Award in der Kategorie «Recherche» sind Hoda Osman und Emma Graham-Harrison für ihren bei «Arab Reporters for Investigative Journalism» und im «Guardian» erschienenen Text «The Gaza Family Torn apart by IDF Snipers from Chicago and Munich».

Die Jury erklärte in ihrer Laudatio: «Es gibt Geschichten auf dieser Welt, über die nicht nur schwer zu berichten ist, sondern die auch gefährlich sind. Dieser Preis geht an eine solche Geschichte, die in forensischer, erschreckender Detailgenauigkeit aufzeigt, wie eine Gruppe von Männern in den Trümmern Palästinas darüber entscheidet, wer lebt und wer stirbt. Der Text ist ein bewegendes, rigoroses und akribisch ausgearbeitetes Beispiel für journalistische Teamarbeit. Dieser Beitrag verkörpert einige der höchsten Ideale des Journalismus – Ungerechtigkeit zu dokumentieren und denen eine Stimme zu geben, deren Leid allzu oft ausgeblendet wird.»

Der Gewinner des True Story Award in der Kategorie «Impact» ist Sameh al-Laboudi für «The Kalamata Trap: Hundreds of Migrant drown on their way to Europe», erschienen in «Al-Manassa».

Die Begründung der Jury: «15 Minuten. So lange dauerte es, bis ein Boot mit 750 Migranten an Bord im Juni 2023 im Mittelmeer sank – die schlimmste Schiffskatastrophe in der jüngeren griechischen Geschichte. Doch damit waren die Folgen noch nicht zu Ende, denn neun ägyptische Überlebende wurden inhaftiert und fälschlicherweise der strafrechtlichen Verantwortung für die Katastrophe beschuldigt. Als ein Jahr später endlich Gerechtigkeit herrschte, brauchte das Gericht nur 15 Minuten, um sie freizusprechen. Indem es Licht auf eine menschliche Tragödie wirft, die in der heutigen Welt nur allzu alltäglich geworden ist, ist The Kalamata Trap ein Beispiel für investigativen Journalismus vom Feinsten.»

Der Gewinner des True Story Award in der Kategorie «Storytelling» ist Martín Caparrós für seine Reportage «ALS: The Sentence», die in «El País» veröffentlicht wurde.

Aus der Laudatio der Jury: «Als Journalisten plädieren wir oft dafür, eine Distanz zwischen Autor und Thema zu wahren, doch es gibt Momente, in denen eine Verringerung dieser Distanz neue Einblicke ermöglicht. Wenn es bei dem Thema um die eigene unheilbare Krankheit des Autors geht, könnte ein Ansatz darin bestehen, an die Emotionen des Lesers zu appellieren. Der Gewinner in der Kategorie ‹Storytelling› vermeidet dies. Ohne Selbstmitleid beleuchtet seine Erzählung die Welt der tödlichen Krankheit ALS und all derer, die davon betroffen sind – die Patienten, Familien und ihre Betreuer – und vertieft unser Verständnis dieser komplexen und geheimnisvollen Krankheit.».

Alle drei Gewinner:innen erhielten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 20’000 US-Dollar. Die Gewinner:innen setzten sich gegen 33 weitere Nominierte durch, die in Bern anwesend waren. Insgesamt wurden 959 Beiträge aus 103 Ländern in 22 Sprachen eingereicht. Alle Nominierten stellten ihre Arbeiten am Samstag und Sonntag im Rahmen des True Story Festivals an 44 Veranstaltungen im Herzen von Bern der Öffentlichkeit vor.

Der True Story Award ist der erste global ausgerichtete Journalist:innenpreis, der Vorbild und Motivator für Journalist:innen auf der ganzen Welt sein soll. Zudem sollen die Stimmen der Reporterinnen und Reporter über die Grenzen ihrer Heimatländer hinaus bekannt gemacht und damit die Vielfalt der Perspektiven in den Medien erhöht werden. Der True Story Award wird von einer unabhängigen Stiftung verliehen und würdigt die Arbeit von Reporter:innen, die sich durch die Tiefe ihrer Recherchen, die Qualität ihres Journalismus und dessen gesellschaftliche Relevanz ausgezeichnet haben.

Quelle / Mehr / Kontakt:

https://truestoryfestival.org/de/news/gewinner-true-story-award-2026

Auf ch-cultura.ch bereits erschienen:

https://ch-cultura.ch/?s=true+story+festival

ERST­MALS VER­GE­BEN: DER TRUE STO­RY AWARD

#TrueStoryAward2026 #TrueStoryFestivalBern2026 #SalehAlLaboudi #EmmaGrahamHarrison #HodaOsman #MartínCaparrós #CHcultura @CHculturaCH ∆cultura cultura+

  • Beitrags Information
  • Author
  • Daniel Leutenegger
  • 8. Juni 2026
  • Druck, Verlag, Printprodukte, Medienhäuser, Journalismus, Kulturförderung, Kulturvermittlung, Kultur- und Medienpolitik, Multimedia und Internet, Politik und Gesellschaft, Radio und TV

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