Der am 8. November 1942 in Bettwil (AG) geborene Schweizer Verleger und Humanist, Buch-, Lese- und Sprach-Förderer Urs Breitenstein (Bild) ist am 17. Juli 2026 gestorben. Breitenstein studierte Klassische Philologie in Basel und Tübingen. 1974 schloss er als Dr. phil. der Universität Basel in Griechischer Philologie mit Latein und Vergleichender Sprachwissenschaft sowie Fachprüfung für Gymnasiallehrer in Griechisch, Latein und Hebräisch ab. 2006 fand seine Ehrung durch die Philosophisch-historische Fakultät der Universität Bern mit dem Dr. phil. h.c. für die verlegerische Förderung der Geisteswissenschaften, andererseits für vielfältigen Einsatz um eine Buch- und Lesekultur im In- und Ausland statt. Ab 1974 und bis 2007 war Breitenstein im Verlag Schwabe Basel Berlin beschäftigt, zunächst als wissenschaftlicher Lektor, ab 1988 (500-Jahr-Feier des Verlagshauses) als Verlagsleiter, ab 1996 als Verleger. Breitenstein engagierte sich darüber hinaus u.a. im Schweizerischen Buchhändler- und Verleger-Verband (SBVV), für die Basler Papiermühle, das Literaturfestival Basel, im International Board on Books for Young People, für die GGG Stadtbibliothek Basel, in der Aeneas-Silvius-Stiftung, bei der SOK – Schweizer Orthographische Konferenz oder im Verein BAKAME – Bücher für Kinder in Ruanda.

Bild: Urs Breitenstein – Foto: © https://www.ursbreitenstein.ch/
Kämpfer für die Sprache und das Lesen
2006 erhielt der promovierte Altphilologe die Ehrendoktorwürde der Philosophisch-historischen Fakultät der Universität Bern. Geehrt wurde er für seine «verlegerische und humanitäre Tätigkeit», wie es in der Laudatio hiess, sowie für seine Verdienste als «ausgezeichneter wissenschaftlicher Propagator der Geisteswissenschaften».
Seine Spuren hinterliess der im aargauischen Freiamt im Kolonialwarengeschäft der Eltern aufgewachsene Breitenstein von Basel hinaus in die Welt. Bis zu seiner Pensionierung war er 33 Jahre lang für den für seine wissenschaftlichen Publikationen renommierten Schwabe Verlag tätig, das älteste Verlagshaus der Welt – erst als Lektor, später als Verlagsleiter und Mitbesitzer.
Dies bildet aber nur einen Teil seines unermüdlichen Engagements für die Sprache und das Lesen ab. Die vollständige Aufzählung seiner Tätigkeiten würde mehrere Seiten füllen (…)
Herausragend war daneben sein Engagement für die Leselust und das Leserecht der Kinder. So war Breitenstein Stiftungsratsmitglied im International Board on Books for Young People, dem rund 70 Staaten angehören. Zudem präsidierte er den schweizerischen Verein «Bücher für die Kinder Ruandas».
Dominic Spirig
Urs Breitenstein (1942 – 2026)
Weltberühmt für fünfzehn Minuten». Dieser Losung von Andy Warhol konnte Dr. Dr. h. c. Urs Breitenstein, wohl der feinstgebildete Schweizer Verleger unserer Zeit, zeitweilig Präsident des Schweizerischen Buchhändler- und Verleger-Verbandes, nie genügen. Während 33 Jahren stand er dem in seinen Ansprüchen unvergleichlichen Basler Schwabe-Verlag als Mitinhaber vor. Ausserdem verantwortete er mit interdisziplinären «Aeneas-Silvius-Vorlesungen» die wohl markanteste verbliebene Traditionspflege des Humanismus am Rheinknie. Zu den Veröffentlichungen des 500-jährigen Traditionsverlages gehören das epochale «Historische Wörterbuch der Philosophie» (1971–2007) (…)
Peter Rothenbühler
https://weltwoche.ch/story/urs-breitenstein-1942-2026
Mehr:
https://www.ursbreitenstein.ch/pdf/Todesanzeige.pdf
https://www.ursbreitenstein.ch/
https://www.schwabe.ch/produkt/endlichkeit-und-unendlichkeit-9783796548864-t-12971
https://www.uniaktuell.unibe.ch/2006/ursbreitenstein/index_ger.html
https://www.schwabe.ch/der-verlag-c-13
https://sok.ch/category/aktuell/
https://www.sbvv.ch/gDetail/4/14
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Kommentare von Daniel Leutenegger